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Verbundschule Hille genießt einen guten Ruf Hälfte der Viertklässler wechselt zur Gesamtschule in Hille / 80 Prozent der Kinder mit Q-Vermerk wählen Gymnasium Von Gisela Burmester Hille (mt). Die Nachricht ist nicht neu, aber immer wieder beunruhigend: Aufgrund des demografischen Wandels sinken auch in der Gemeinde Hille die Kinder- und damit die Schülerzahlen. Im kommenden Schuljahr, informierte Sachbereichsleiter Bernd Küchhold kürzlich den Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport, werden nur noch 110 Kinder eingeschult. Im laufenden Schuljahr waren es noch 131, 2019 werden es, prognostiziert nach den Geburtenzahlen, voraussichtlich 115 I-Männchen sein.Die Klassenrichtzahl, die bei 23 Kindern liegt, erlaubt im Schuljahr 2014/15 fünf Eingangsklassen. Angemeldet wurden bisher in Hille 31 Kinder und in Nordhemmern 38 sowie in der Grundschule An der Bergkante 41 (Oberlübbe 16, Rothenuffeln 25).Am stärksten wird in den nächsten Jahren die Grundschule Hille unter dem demografischen Wandel zu leiden haben. Bis zum Schuljahr 2019/20 verringert sich ihr Schülerstand um 36 Prozent (von jetzt 176 auf 112).Ganztagsbetreuung ein ErfolgsmodellIn Nordhemmern sind es minus 16 Prozent (201 auf 168), am Teilstandort Rothenuffeln zwei Prozent (89 auf 87). Nur der Hauptstandort Oberlübbe legt um knapp ein Prozent zu (115 auf 116).Ein echtes Erfolgsmodell ist die Ganztagsbetreuung an den vier Grundschulstandorten. Aktuell sind insgesamt 147 Kinder angemeldet. "Das sind ein Viertel aller Grundschüler", sagte Bernd Küchhold. Beim Start des Angebots waren es zwölf Prozent.Die Verbundschule mit Gesamtschule und Gymnasium hat sich etabliert und genießt offensichtlich einen guten Ruf: 83 Prozent der Grundschulabgänger haben sich 2013 für die Verbundschule entschieden. Laut Bernd Küchhold haben damit die Abwanderungstendenzen von Schülern aus der Gemeinde Hille in weiterführende Schulen der Nachbarkommunen deutlich nachgelassen.Aber: "Die Schulentwicklungsplanung der Nachbarkommunen wird weiteren Einfluss auf die Übergänge zur Gesamtschule haben."Etwa die Hälfte der Viertklässler wählt traditionell die fünfzügige Gesamtschule als weiterführende Schule. Dort liegt die Aufnahmekapazität für den fünften Jahrgang bei 150 Kindern; die restliche Schülerschar kommt aus Minden, Espelkamp, Petershagen, Rahden und Lübbecke.Schulwegtickets kosten mehr als eine MillionDie meisten Kinder, die eine Qualifikation fürs Gymnasium erhalten, fahren mittlerweile nicht mehr nach Minden oder Espelkamp, sondern wollen am Hiller Gymnasium unterrichtet werden.Die Prognose der Verwaltung: 2014 gehen von 57 Schülern mit Q-Vermerk 45 nach Hille, zehn nach Minden und zwei nach Espelkamp. Gleichzeitig rechnet man mit zehn Kindern aus Nachbarkommunen. "Die Zweizügigkeit des Gymnasiums ist in den nächsten Jahren gesichert. Das gilt nach derzeitiger Einschätzung auch für die vier Grundschulstandorte."Richtig teuer ist für die Gemeinde Hille die Schülerbeförderung, die mit Linienbussen im ÖPNV erfolgt. Gut eine Million Euro kostete der Transport im Schuljahr 2012/13. "Von den 1989 Grund- und Verbundschülern besaßen 1487 ein Ticket." 76 Prozent der Kosten entfallen auf die Verbundschule. Die Preise je Ticket liegen zwischen 48 und 92 Euro monatlich. "Da der Fixkostenanteil für die Verkehrsunternehmen hoch ist und weiter steigt, werden auch die Tickets teurer werden", befürchtet Bernd Küchhold.

Verbundschule Hille genießt einen guten Ruf

Hille (mt). Die Nachricht ist nicht neu, aber immer wieder beunruhigend: Aufgrund des demografischen Wandels sinken auch in der Gemeinde Hille die Kinder- und damit die Schülerzahlen.

Verbundschule genießt einen guten Ruf - © HILLE
Verbundschule genießt einen guten Ruf - © HILLE

Im kommenden Schuljahr, informierte Sachbereichsleiter Bernd Küchhold kürzlich den Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport, werden nur noch 110 Kinder eingeschult. Im laufenden Schuljahr waren es noch 131, 2019 werden es, prognostiziert nach den Geburtenzahlen, voraussichtlich 115 I-Männchen sein.

Die Klassenrichtzahl, die bei 23 Kindern liegt, erlaubt im Schuljahr 2014/15 fünf Eingangsklassen. Angemeldet wurden bisher in Hille 31 Kinder und in Nordhemmern 38 sowie in der Grundschule An der Bergkante 41 (Oberlübbe 16, Rothenuffeln 25).

Am stärksten wird in den nächsten Jahren die Grundschule Hille unter dem demografischen Wandel zu leiden haben. Bis zum Schuljahr 2019/20 verringert sich ihr Schülerstand um 36 Prozent (von jetzt 176 auf 112).

Ganztagsbetreuung ein Erfolgsmodell
In Nordhemmern sind es minus 16 Prozent (201 auf 168), am Teilstandort Rothenuffeln zwei Prozent (89 auf 87). Nur der Hauptstandort Oberlübbe legt um knapp ein Prozent zu (115 auf 116).

Ein echtes Erfolgsmodell ist die Ganztagsbetreuung an den vier Grundschulstandorten. Aktuell sind insgesamt 147 Kinder angemeldet. "Das sind ein Viertel aller Grundschüler", sagte Bernd Küchhold. Beim Start des Angebots waren es zwölf Prozent.

Die Verbundschule mit Gesamtschule und Gymnasium hat sich etabliert und genießt offensichtlich einen guten Ruf: 83 Prozent der Grundschulabgänger haben sich 2013 für die Verbundschule entschieden. Laut Bernd Küchhold haben damit die Abwanderungstendenzen von Schülern aus der Gemeinde Hille in weiterführende Schulen der Nachbarkommunen deutlich nachgelassen.

Aber: "Die Schulentwicklungsplanung der Nachbarkommunen wird weiteren Einfluss auf die Übergänge zur Gesamtschule haben."

Etwa die Hälfte der Viertklässler wählt traditionell die fünfzügige Gesamtschule als weiterführende Schule. Dort liegt die Aufnahmekapazität für den fünften Jahrgang bei 150 Kindern; die restliche Schülerschar kommt aus Minden, Espelkamp, Petershagen, Rahden und Lübbecke.

Schulwegtickets kosten mehr als eine Million
Die meisten Kinder, die eine Qualifikation fürs Gymnasium erhalten, fahren mittlerweile nicht mehr nach Minden oder Espelkamp, sondern wollen am Hiller Gymnasium unterrichtet werden.

Die Prognose der Verwaltung: 2014 gehen von 57 Schülern mit Q-Vermerk 45 nach Hille, zehn nach Minden und zwei nach Espelkamp. Gleichzeitig rechnet man mit zehn Kindern aus Nachbarkommunen. "Die Zweizügigkeit des Gymnasiums ist in den nächsten Jahren gesichert. Das gilt nach derzeitiger Einschätzung auch für die vier Grundschulstandorte."

Richtig teuer ist für die Gemeinde Hille die Schülerbeförderung, die mit Linienbussen im ÖPNV erfolgt. Gut eine Million Euro kostete der Transport im Schuljahr 2012/13. "Von den 1989 Grund- und Verbundschülern besaßen 1487 ein Ticket." 76 Prozent der Kosten entfallen auf die Verbundschule. Die Preise je Ticket liegen zwischen 48 und 92 Euro monatlich. "Da der Fixkostenanteil für die Verkehrsunternehmen hoch ist und weiter steigt, werden auch die Tickets teurer werden", befürchtet Bernd Küchhold.

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