100 Tage Impfzentrum in Unterlübbe: So bereiten Mitarbeiter den sensiblen Impfstoff auf Hille-Unterlübbe (nw). Genau 100 Tage gibt es das Impfzentrum in Unterlübbe am morgigen Dienstag, 18. Mai. Die dort tätigen Apotheker und pharmazeutisch-technischen Angestellten (PTA) ziehen eine Zwischenbilanz. Seit dem 8. Februar bereiten 50 Mitarbeiter den sensiblen Corona-Impfstoff für die Verimpfung auf- und vor. „Insgesamt haben wir rund 90.000 Impfdosen rekonstituiert und dem medizinischen Team zur Verfügung gestellt“, erklärt Apotheker Günter Stange, Pharmazeutischer Leiter im Impfzentrum, „und zwar über die unterschiedlichen Impfstoffe hinweg: Ganz gleich ob Astrazeneca oder Biontech – alle Impfstoffe gehen durch unsere Hände.“ Vor allem die neu entwickelten mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna bedürfen einer besonderen Behandlung: Gekühlt wird der Impfstoff geliefert, bei Raumtemperatur muss er dann unter keimarmen Bedingungen im Hintergrund und ohne Patientenkontakt mit Kochsalzlösung gemischt werden. Jeder noch so kleine Fehler würde die Wirksamkeit gefährden. Daher gibt es eine exakte Verfahrensanweisung, an die sich die Mitarbeiter im Impfzentrum des Kreises Minden-Lübbecke halten müssen. Denn: „Wird der Impfstoff in diesem Zustand auch nur einmal kräftig geschüttelt, muss er verworfen werden“, erläutert Stange die Brisanz im Umgang. Ist der Impfstoff aufbereitet, wird das Injektionsfläschchen auf Verunreinigungen geprüft. Anschließend werden aus jedem Fläschchen sechs, wenn möglich auch sieben Spritzen aufgezogen, mit einer Kappe versehen und mit größter Vorsicht dem medizinischen Personal zum Verimpfen übergeben. Auch hier muss man Vorsicht walten lassen: „Schlagen die Spritzen beim Transport in einer Schale aneinander, kann der Impfstoff seine Wirkung verlieren. Daher kommen für den Transport keine einfachen Behälter, sondern speziell angefertigte Schalen aus dem 3D-Drucker zum Einsatz, damit nichts klappert, wackelt oder aneinanderschlagen kann. Hinzu kommt noch eine genaue Dokumentation, da das Vakzin nach Aufbereitung nur zwei Stunden lang verimpft werden darf“, so Stange weiter. „Wir überlassen hier im Impfzentrum nichts dem Zufall“, sagt der Apotheker aus Minden. Bereits seit Mitte Dezember sei das Team in Unterlübbe „impfbereit“ gewesen. Die exakten Abläufe und die Aufteilung der Arbeitsschritte seien im Vorfeld vielfach durchgespielt worden. Die Zahl der 50 freiwilligen Apotheker und PTA im Kreis Minden-Lübbecke zeige die hohe Motivation. „Wir möchten und wir werden auch weiterhin unseren Beitrag leisten, dass wir durch massenhafte Impfungen zu einer Herdenimmunität gelangen und die Corona-Pandemie bewältigen“, sagt Stange. Die Pandemiebekämpfung in den Impfzentren sei eine Mammutaufgabe. „Hier arbeiten pharmazeutisches und medizinisches Personal Hand in Hand, um eine gleichbleibend hohe Qualität und damit auch eine größtmögliche Wirksamkeit des Impfstoffs zu gewährleisten“, erklärt Stange. Zusätzlich zur Arbeit in den Impfzentren sorgen die Apotheken im Kreis Minden-Lübbecke dafür, dass auch die Arztpraxen mit Impfstoff gegen Covid-19 versorgt werden. Und sie stünden auch bereit, falls in einem nächsten Schritt in den Apotheken vor Ort gegen Corona geimpft werden sollte.

100 Tage Impfzentrum in Unterlübbe: So bereiten Mitarbeiter den sensiblen Impfstoff auf

Die Spritzen dürfen beim Transport nicht aneinander schlagen. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Hille-Unterlübbe (nw). Genau 100 Tage gibt es das Impfzentrum in Unterlübbe am morgigen Dienstag, 18. Mai. Die dort tätigen Apotheker und pharmazeutisch-technischen Angestellten (PTA) ziehen eine Zwischenbilanz. Seit dem 8. Februar bereiten 50 Mitarbeiter den sensiblen Corona-Impfstoff für die Verimpfung auf- und vor.

„Insgesamt haben wir rund 90.000 Impfdosen rekonstituiert und dem medizinischen Team zur Verfügung gestellt“, erklärt Apotheker Günter Stange, Pharmazeutischer Leiter im Impfzentrum, „und zwar über die unterschiedlichen Impfstoffe hinweg: Ganz gleich ob Astrazeneca oder Biontech – alle Impfstoffe gehen durch unsere Hände.“

Vor allem die neu entwickelten mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna bedürfen einer besonderen Behandlung: Gekühlt wird der Impfstoff geliefert, bei Raumtemperatur muss er dann unter keimarmen Bedingungen im Hintergrund und ohne Patientenkontakt mit Kochsalzlösung gemischt werden.


Jeder noch so kleine Fehler würde die Wirksamkeit gefährden. Daher gibt es eine exakte Verfahrensanweisung, an die sich die Mitarbeiter im Impfzentrum des Kreises Minden-Lübbecke halten müssen. Denn: „Wird der Impfstoff in diesem Zustand auch nur einmal kräftig geschüttelt, muss er verworfen werden“, erläutert Stange die Brisanz im Umgang.

Ist der Impfstoff aufbereitet, wird das Injektionsfläschchen auf Verunreinigungen geprüft. Anschließend werden aus jedem Fläschchen sechs, wenn möglich auch sieben Spritzen aufgezogen, mit einer Kappe versehen und mit größter Vorsicht dem medizinischen Personal zum Verimpfen übergeben. Auch hier muss man Vorsicht walten lassen: „Schlagen die Spritzen beim Transport in einer Schale aneinander, kann der Impfstoff seine Wirkung verlieren. Daher kommen für den Transport keine einfachen Behälter, sondern speziell angefertigte Schalen aus dem 3D-Drucker zum Einsatz, damit nichts klappert, wackelt oder aneinanderschlagen kann. Hinzu kommt noch eine genaue Dokumentation, da das Vakzin nach Aufbereitung nur zwei Stunden lang verimpft werden darf“, so Stange weiter.

„Wir überlassen hier im Impfzentrum nichts dem Zufall“, sagt der Apotheker aus Minden. Bereits seit Mitte Dezember sei das Team in Unterlübbe „impfbereit“ gewesen. Die exakten Abläufe und die Aufteilung der Arbeitsschritte seien im Vorfeld vielfach durchgespielt worden. Die Zahl der 50 freiwilligen Apotheker und PTA im Kreis Minden-Lübbecke zeige die hohe Motivation. „Wir möchten und wir werden auch weiterhin unseren Beitrag leisten, dass wir durch massenhafte Impfungen zu einer Herdenimmunität gelangen und die Corona-Pandemie bewältigen“, sagt Stange.

Die Pandemiebekämpfung in den Impfzentren sei eine Mammutaufgabe. „Hier arbeiten pharmazeutisches und medizinisches Personal Hand in Hand, um eine gleichbleibend hohe Qualität und damit auch eine größtmögliche Wirksamkeit des Impfstoffs zu gewährleisten“, erklärt Stange.

Zusätzlich zur Arbeit in den Impfzentren sorgen die Apotheken im Kreis Minden-Lübbecke dafür, dass auch die Arztpraxen mit Impfstoff gegen Covid-19 versorgt werden. Und sie stünden auch bereit, falls in einem nächsten Schritt in den Apotheken vor Ort gegen Corona geimpft werden sollte.

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