Zahlreiche Auszeihungen für das „Stella“

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Viele Mindener erinnern sich mit Wehmut an die Hochzeit des „Stella“. - © MT-Foto: Archiv/Manfred Otto
Viele Mindener erinnern sich mit Wehmut an die Hochzeit des „Stella“. (© MT-Foto: Archiv/Manfred Otto)

1964: Bereits 1964 wird aus dem „Colosseum“ das „Stella“, das mehrfach den Besitzer wechselt. Das Kino läuft nicht besonders gut, als Manfred Bischoff, Roger Busekros und Peter Löbner es 1985 dem Besitzer der damals noch fünf Mindener Kinos abkaufen, um ihre Idee eines Programmkinos in Minden zu verwirklichen.

Das Konzept setzt sich durch, das „Stella“ zieht entgegen des bundesweiten Trends Scharen von Zuschauern vor die Leinwand und wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 1991 wird in dem traditionsreichen Gebäude, das seit 1922 als Kino geführt wird, zusätzlich das kleine „Solaris“ eröffnet. Während die Betreiber der Programmkinos für ihre Programmgestaltung mit kulturellem Anspruch anfangs noch aus einem Fundus von 3000 Filmen auswählen konnten, ist das Angebot der Verleihfirmen 1994 auf 1000 Filme geschrumpft. Wegen nicht zu erwartender Profite mangelt es den Verleihern an Interesse, Nischenfilme für den deutschen Kinomarkt bereit zu halten.

Die veränderte Programmstruktur hat Auswirkungen auf die Besucherzahlen. Die von den Mindener Filmtheaterbetrieben inzwischen übernommenen vier weiteren Mindener Kinos sind alt und in Bezug auf Technik und Ausstattung nicht zeitgemäß. Wegen finanzieller Schwierigkeiten müssen die Betreiber im Sommer 1997 alle Kinos kurzfristig schließen. Mit ihrem Konkurs beginnt das schleichende Ende eines Kultkinos mit Tradition. Das Gebäude geht in die Zwangsversteigerung und wechselt den Besitzer, der es als Film-Studio zu nutzen plant. Im Januar 2001 ist nach fast 80 Jahren Schluss mit Kino an der Hermannstraße.

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Zahlreiche Auszeihungen für das „Stella“1964: Bereits 1964 wird aus dem „Colosseum“ das „Stella“, das mehrfach den Besitzer wechselt. Das Kino läuft nicht besonders gut, als Manfred Bischoff, Roger Busekros und Peter Löbner es 1985 dem Besitzer der damals noch fünf Mindener Kinos abkaufen, um ihre Idee eines Programmkinos in Minden zu verwirklichen.Das Konzept setzt sich durch, das „Stella“ zieht entgegen des bundesweiten Trends Scharen von Zuschauern vor die Leinwand und wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 1991 wird in dem traditionsreichen Gebäude, das seit 1922 als Kino geführt wird, zusätzlich das kleine „Solaris“ eröffnet. Während die Betreiber der Programmkinos für ihre Programmgestaltung mit kulturellem Anspruch anfangs noch aus einem Fundus von 3000 Filmen auswählen konnten, ist das Angebot der Verleihfirmen 1994 auf 1000 Filme geschrumpft. Wegen nicht zu erwartender Profite mangelt es den Verleihern an Interesse, Nischenfilme für den deutschen Kinomarkt bereit zu halten.Die veränderte Programmstruktur hat Auswirkungen auf die Besucherzahlen. Die von den Mindener Filmtheaterbetrieben inzwischen übernommenen vier weiteren Mindener Kinos sind alt und in Bezug auf Technik und Ausstattung nicht zeitgemäß. Wegen finanzieller Schwierigkeiten müssen die Betreiber im Sommer 1997 alle Kinos kurzfristig schließen. Mit ihrem Konkurs beginnt das schleichende Ende eines Kultkinos mit Tradition. Das Gebäude geht in die Zwangsversteigerung und wechselt den Besitzer, der es als Film-Studio zu nutzen plant. Im Januar 2001 ist nach fast 80 Jahren Schluss mit Kino an der Hermannstraße.