160 Jahre Mindener Tageblatt - Ein „MT für Alle“ rund um allerlei Jahrestage

Christoph Pepper

160:  Allein Mindens in Dokumenten auffindbare Geschichte reicht 1218 Jahre zurück - da sind 160 davon eigentlich keine phänomenal lange Zeitspanne. Allerdings dürfte sich das Leben in der Stadt an der Weser und ihrer Nachbarschaft in diesen 160 Jahren schneller und massiver verändert haben, als je in den Jahrhunderten zuvor. Ganz sicher aber gibt es keine Phase, die dichter und besser durchgehend dokumentiert ist: Am 5. Juli 1856 erschien die erste Ausgabe des späteren „Mindener Tageblatts“, seither verfolgt die damit ins Leben getretene Lokalzeitung das Geschehen in Heimat und Welt.

Der selbstständige Buchdrucker Johann Christian Conrad Bruns (1800 - 1877) erfand 1856 das spätere „Mindener Tageblatt“. Ein Produkt, das sich - wohl wegen seiner Wandlungsfähigkeit - als erstaunlich beständig erweisen sollte.
Der selbstständige Buchdrucker Johann Christian Conrad Bruns (1800 - 1877) erfand 1856 das spätere „Mindener Tageblatt“. Ein Produkt, das sich - wohl wegen seiner Wandlungsfähigkeit - als erstaunlich beständig erweisen sollte.

„Zeitungen sind die Sekundenzeiger der Geschichte“ hat der Philosoph Arthur Schopenhauer(1788 - 1860) einmal bemerkt, übrigens zu einem Zeitpunkt, als das spätere MT erst noch erfunden werden musste. Wie recht er hatte, merkt man nicht nur bei der täglichen Lektüre - die heute dank Digitalisierung und Internetausgabe tatsächlich auch im Wortsinn Geschehen fast in Echtzeit wiederzugeben vermag.

Vor allem aber in der Rückschau offenbart sich die selbstverständlich immer subjektiv lückenhafte, gleichwohl allein in ihrer Faktenfülle informative Zeitzeugenschaft des (lokalen) Journalismus. Wer einmal angefangen hat, in gebundenen Archivbänden alter Zeitungen zu blättern, wird unmittelbar hineingesogen ins Einst, wie es als Jetzt erlebt wurde und kann sich gut vorstellen, wie dermaleinst unsere Nachfahren anhand solcher Zeugnisse sich ihre Vorstellungen von unserem Heute zu bilden versuchen. Ein Vergnügen übrigens, das - ebenfalls dank Digitalisierung und Internet - schon heute nicht mehr auf den Zugang zu schweren, staubigen Bänden brüchigen alten Papiers angewiesen ist, sondern komfortabel im eigenen Wohnzimmer auf dem Notebook, Tablet oder sogar Smartphone erlebt werden kann. Und mithilfe modernster Suchtechnologie auch gezielte Recherche und nicht nur ungefähres Stöbern ermöglicht .

Zweimal jährlich produziert die Redaktion seit 2014 ein „MT für alle“, das zusammen mit der normalen Ausgabe vom Tag nicht nur den Abonnenten und Kioskkäufern zugeht, sondern allen Haushalten im Verbreitungsgebiet. Zuletzt haben wir im April die „Stadt mit dem Plus“ portraitiert und dafür viel Zuspruch erhalten.

Der 160. Geburtstag unserer Zeitung im Juli gab den Anlass, das Thema zu variieren - und so präsentieren wir, ausgehend von allerlei Jahrestagen dieser 160-jährigen gemeinsamen Geschichte von Stadt und Bürgermedium, eine kleine Auswahl von Themen, Geschichten und Geschichtchen, die in dieser Zeit für Berichterstattung gesorgt haben.

Der Blick zurück weist dabei gleichermaßen ins Heute und nach vorn. Denn er zeigt, was die eigenständige lokale Tageszeitung für Minden, Porta Westfalica, Petershagen und Hille jenseits des „Sekundenzählens“ zu leisten vermag: das Bewahren des Gewordenen als Voraussetzung unseres Heimischseins. Auch morgen.

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160 Jahre Mindener Tageblatt - Ein „MT für Alle“ rund um allerlei JahrestageChristoph Pepper160:  Allein Mindens in Dokumenten auffindbare Geschichte reicht 1218 Jahre zurück - da sind 160 davon eigentlich keine phänomenal lange Zeitspanne. Allerdings dürfte sich das Leben in der Stadt an der Weser und ihrer Nachbarschaft in diesen 160 Jahren schneller und massiver verändert haben, als je in den Jahrhunderten zuvor. Ganz sicher aber gibt es keine Phase, die dichter und besser durchgehend dokumentiert ist: Am 5. Juli 1856 erschien die erste Ausgabe des späteren „Mindener Tageblatts“, seither verfolgt die damit ins Leben getretene Lokalzeitung das Geschehen in Heimat und Welt.„Zeitungen sind die Sekundenzeiger der Geschichte“ hat der Philosoph Arthur Schopenhauer(1788 - 1860) einmal bemerkt, übrigens zu einem Zeitpunkt, als das spätere MT erst noch erfunden werden musste. Wie recht er hatte, merkt man nicht nur bei der täglichen Lektüre - die heute dank Digitalisierung und Internetausgabe tatsächlich auch im Wortsinn Geschehen fast in Echtzeit wiederzugeben vermag.Vor allem aber in der Rückschau offenbart sich die selbstverständlich immer subjektiv lückenhafte, gleichwohl allein in ihrer Faktenfülle informative Zeitzeugenschaft des (lokalen) Journalismus. Wer einmal angefangen hat, in gebundenen Archivbänden alter Zeitungen zu blättern, wird unmittelbar hineingesogen ins Einst, wie es als Jetzt erlebt wurde und kann sich gut vorstellen, wie dermaleinst unsere Nachfahren anhand solcher Zeugnisse sich ihre Vorstellungen von unserem Heute zu bilden versuchen. Ein Vergnügen übrigens, das - ebenfalls dank Digitalisierung und Internet - schon heute nicht mehr auf den Zugang zu schweren, staubigen Bänden brüchigen alten Papiers angewiesen ist, sondern komfortabel im eigenen Wohnzimmer auf dem Notebook, Tablet oder sogar Smartphone erlebt werden kann. Und mithilfe modernster Suchtechnologie auch gezielte Recherche und nicht nur ungefähres Stöbern ermöglicht .Zweimal jährlich produziert die Redaktion seit 2014 ein „MT für alle“, das zusammen mit der normalen Ausgabe vom Tag nicht nur den Abonnenten und Kioskkäufern zugeht, sondern allen Haushalten im Verbreitungsgebiet. Zuletzt haben wir im April die „Stadt mit dem Plus“ portraitiert und dafür viel Zuspruch erhalten.Der 160. Geburtstag unserer Zeitung im Juli gab den Anlass, das Thema zu variieren - und so präsentieren wir, ausgehend von allerlei Jahrestagen dieser 160-jährigen gemeinsamen Geschichte von Stadt und Bürgermedium, eine kleine Auswahl von Themen, Geschichten und Geschichtchen, die in dieser Zeit für Berichterstattung gesorgt haben.Der Blick zurück weist dabei gleichermaßen ins Heute und nach vorn. Denn er zeigt, was die eigenständige lokale Tageszeitung für Minden, Porta Westfalica, Petershagen und Hille jenseits des „Sekundenzählens“ zu leisten vermag: das Bewahren des Gewordenen als Voraussetzung unseres Heimischseins. Auch morgen.