Tierischer Neuzugang: Tara beginnt Ausbildung zur Polizeihündin Malina Reckordt Minden. Sie ist erst drei Monate alt und schon Star auf der Mindener Polizeiwache: die Belgische Schäferhündin Tara. Seit dem 27. Dezember hat der Welpe ein neues Zuhause bei Polizeihauptkommissarin Anja Meyer gefunden und wird nun Schritt für Schritt an die Arbeit einer Polizeihündin herangeführt. Momentan ist Tara allerdings noch verspielt, macht Blödsinn und schläft vor allem viel. Ob sie später wirklich einmal nach Personen, Sprengstoff oder Rauschgift sucht, zeigt sich erst im Laufe der nächsten Monate. Aber wie wird ein Hund überhaupt Polizeihund? Zunächst einmal ist die Rasse ein wichtiger Faktor, erklärt Polizeidirektor Thomas Hochhaus. „Belgische Schäferhunde sind robuste Tiere, also gesundheitlich sehr stabil", sagt Hochhaus. Außerdem hätten sie Lust am Arbeiten und wollen beschäftigt werden. Wie Tara kommt ein sehr großer und stetig zunehmender Anteil der Polizeihunde in Nordrhein-Westfalen aus der dienstlichen Zucht in Schloß Holte-Stukenbrock. Die ersten Wochen ihres Lebens verbringen die Welpen bei ausgebildeten Tierpflegern, bis sie dann an die Polizeihundeführer übergeben werden. In Schloß Holte-Stukenbrock befindet ist die zentrale Fortbildung für das Diensthundewesen beheimatet. Hier werden die jungen Welpen bis zur Abgabe an die neuen Diensthundführerinnen und -führer in „einer Art Hundekindergarten" liebevoll betreut und hinsichtlich ihrer Geeignetheit für die späteren Aufgaben gesichtet. Bei Anja Meyer lernt Tara, dass es nicht nur das ruhige Zuhause gibt, sondern auch wackelige und glatte Untergründe, laute Stadtfeste oder überfüllte Bahnhöfe. „Alles was sie jetzt schon lernt, macht sie später belastbarer im Umgang mit verschiedenen Situationen", sagt Anja Meyer. Momentan liege aber der Fokus darauf, spielend Sachen zu etablieren, wie zum Beispiel Leinenführung. „Es ist wie in der Kindererziehung: Wir belohnen, was wir als Verhalten etablieren wollen", sagt Anja Meyer. Wenn Tara etwa ein Jahr alt ist, wird sie medizinisch untersucht und geschaut, was sie kann und ob sie als Polizeihündin in Frage kommt. Gibt es keine Probleme, startet Tara mit ihrem Frauchen einen Lehrgang, der etwa 70 Tage lang dauert und mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Sowohl für Hund als auch Mensch ein langer Weg. „Es sind eben Tiere, da muss man viel Geduld mitbringen", sagt Anja Meyer. Neben Tara lebt bei ihr Zuhause auch die sechsjährige Polizeihündin Pia. Wie lange Pia noch aktiv im Dienst sein wird, könne man nicht genau sagen, so Hochhaus. „Manche Polizeihunde sind auch mit zehn Jahren noch im Einsatz. Entscheidend ist auch, was die Hunde erlebt haben." Wenn die Hunde dann „in Rente gehen", bleiben sie in der Regel bei ihrem Hundeführer, da die Tiere von klein auf komplett zur Familie gehören würden. Hundeführer zu sein, erfordert eine Menge Engagement. „Es prägt das gesamte Leben – vom privaten Auto, über die Wohnung bis hin zum Urlaub", sagt Anja Meyer. Polizeihunde werden in der Regel dual ausgebildet, so dass sie später als Schutzhund und als Spürhund eingesetzt werden können. Spürhunde werden speziell darauf trainiert, entweder nach Personen, Rauschgift, oder Sprengstoff zu suchen. Darüber hinaus gibt es weitere Spezialisierungen, wie zum Beispiel Brandmittelspürhunde. „Seit dem Missbrauchsfall von Lügde gibt es sogar Polizeihunde, die nach Datenträgern wie Handys oder Speicherkarten suchen", sagt Hochhaus. Von den vier ausgebildeten Polizeihunden in Minden sind zwei zusätzlich als Spürhunde ausgebildet – einer sucht nach Personen, der andere nach Rauschgift. „Wenn es bei uns einen Verdacht auf Brandstiftung gibt, können wir einen Brandmittelspürhund aus Schloß Holte-Stukenbrock anfordern", erklärt Hochhaus. „Erfahrungen zeigen uns, dass diese Spürhund besser sind als jedes Messgerät".

Tierischer Neuzugang: Tara beginnt Ausbildung zur Polizeihündin

Ob Tara Mindens neuer Polizeihund wird, zeigt sich erst in einigen Monaten. Sie und ihr Frauchen Anja Meyer müssen einen 70-tägigen Lehrgang samt Prüfung absolvieren. MT- © Foto: Malina Reckordt

Minden. Sie ist erst drei Monate alt und schon Star auf der Mindener Polizeiwache: die Belgische Schäferhündin Tara. Seit dem 27. Dezember hat der Welpe ein neues Zuhause bei Polizeihauptkommissarin Anja Meyer gefunden und wird nun Schritt für Schritt an die Arbeit einer Polizeihündin herangeführt. Momentan ist Tara allerdings noch verspielt, macht Blödsinn und schläft vor allem viel. Ob sie später wirklich einmal nach Personen, Sprengstoff oder Rauschgift sucht, zeigt sich erst im Laufe der nächsten Monate.

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Aber wie wird ein Hund überhaupt Polizeihund? Zunächst einmal ist die Rasse ein wichtiger Faktor, erklärt Polizeidirektor Thomas Hochhaus. „Belgische Schäferhunde sind robuste Tiere, also gesundheitlich sehr stabil", sagt Hochhaus. Außerdem hätten sie Lust am Arbeiten und wollen beschäftigt werden. Wie Tara kommt ein sehr großer und stetig zunehmender Anteil der Polizeihunde in Nordrhein-Westfalen aus der dienstlichen Zucht in Schloß Holte-Stukenbrock.

Die ersten Wochen ihres Lebens verbringen die Welpen bei ausgebildeten Tierpflegern, bis sie dann an die Polizeihundeführer übergeben werden. In Schloß Holte-Stukenbrock befindet ist die zentrale Fortbildung für das Diensthundewesen beheimatet. Hier werden die jungen Welpen bis zur Abgabe an die neuen Diensthundführerinnen und -führer in „einer Art Hundekindergarten" liebevoll betreut und hinsichtlich ihrer Geeignetheit für die späteren Aufgaben gesichtet. Bei Anja Meyer lernt Tara, dass es nicht nur das ruhige Zuhause gibt, sondern auch wackelige und glatte Untergründe, laute Stadtfeste oder überfüllte Bahnhöfe. „Alles was sie jetzt schon lernt, macht sie später belastbarer im Umgang mit verschiedenen Situationen", sagt Anja Meyer. Momentan liege aber der Fokus darauf, spielend Sachen zu etablieren, wie zum Beispiel Leinenführung. „Es ist wie in der Kindererziehung: Wir belohnen, was wir als Verhalten etablieren wollen", sagt Anja Meyer.

Wenn Tara etwa ein Jahr alt ist, wird sie medizinisch untersucht und geschaut, was sie kann und ob sie als Polizeihündin in Frage kommt. Gibt es keine Probleme, startet Tara mit ihrem Frauchen einen Lehrgang, der etwa 70 Tage lang dauert und mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Sowohl für Hund als auch Mensch ein langer Weg. „Es sind eben Tiere, da muss man viel Geduld mitbringen", sagt Anja Meyer. Neben Tara lebt bei ihr Zuhause auch die sechsjährige Polizeihündin Pia. Wie lange Pia noch aktiv im Dienst sein wird, könne man nicht genau sagen, so Hochhaus. „Manche Polizeihunde sind auch mit zehn Jahren noch im Einsatz. Entscheidend ist auch, was die Hunde erlebt haben." Wenn die Hunde dann „in Rente gehen", bleiben sie in der Regel bei ihrem Hundeführer, da die Tiere von klein auf komplett zur Familie gehören würden. Hundeführer zu sein, erfordert eine Menge Engagement. „Es prägt das gesamte Leben – vom privaten Auto, über die Wohnung bis hin zum Urlaub", sagt Anja Meyer.

Polizeihunde werden in der Regel dual ausgebildet, so dass sie später als Schutzhund und als Spürhund eingesetzt werden können. Spürhunde werden speziell darauf trainiert, entweder nach Personen, Rauschgift, oder Sprengstoff zu suchen. Darüber hinaus gibt es weitere Spezialisierungen, wie zum Beispiel Brandmittelspürhunde.

„Seit dem Missbrauchsfall von Lügde gibt es sogar Polizeihunde, die nach Datenträgern wie Handys oder Speicherkarten suchen", sagt Hochhaus. Von den vier ausgebildeten Polizeihunden in Minden sind zwei zusätzlich als Spürhunde ausgebildet – einer sucht nach Personen, der andere nach Rauschgift.

„Wenn es bei uns einen Verdacht auf Brandstiftung gibt, können wir einen Brandmittelspürhund aus Schloß Holte-Stukenbrock anfordern", erklärt Hochhaus. „Erfahrungen zeigen uns, dass diese Spürhund besser sind als jedes Messgerät".

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