Olympia lokal: Frank von Behren schwärmt von den Spielen in Sydney Michael Lorenz Minden. „Vor den Spielen 2000 in Sydney wusste ich nicht so recht, was Olympia ist“, sagt Frank von Behren, Rekordnationalspieler von GWD Minden, seine Gedanken offen, „egal ob WM, EM oder Olympische Spiele: Hauptsache ich war bei der Nationalmannschaft dabei. Mittlerweile muss ich sagen: Olympia ist gigantisch, und das ist fast noch untertrieben.“ Bereits beim Einkleiden spürte der heutige Sport-Geschäftsführer des heimischen Bundesligisten, dass die Spiele etwas anderes sind: „Ich dachte: Was ist denn hier los? Da waren Hunderte anderer Sportler und wir wurden alle von Adidas eingekleidet. Und das, obwohl wir von der Nationalmannschaft ja damals bei Nike unter Vertrag standen.“ Gigantisch an den Olympischen Spielen 2000 war auch das Olympische Dorf, in dem fast alle Aktiven während der Spiele untergebracht sind. Frank von Behren blickt zurück: „Es gab eine riesige Mensa, in der auch ein Stand von McDonald‘s war.“ Sogar die 2016 verstorbene Box-Legende Muhammad Ali war für Erinnerungsfotos zugegen, war aber bereits stark von seiner Parkinson-Erkrankung gezeichnet. „Da hatte ich Mitleid, ich habe keins machen lassen“, sagt der damalige GWD-Kapitän. Andere Amerikaner wie Sprinterin Marion Jones und ihr imposanter Mann, den Kugelstoßer C. J. Hunter, liefen den Handballern über den Weg. Die Tage in Sydney waren streng durchgetaktet. Besonders in Erinnerung geblieben sind die Busfahrten zum Training am Ende der Stadt: „Wir sind jedes Mal anderthalb Stunden gefahren. Interessant war unser Busfahrer der eigentlich Farmer im Outback war. Bus ist der vorher garantiert noch nie gefahren, denn er fuhr immer nur im ersten Gang, den aber mit Vollgas.“ Insgesamt war es neben dem olympischen Turnier vor allem die Stadt Sydney, die es von Behren angetan hatte: „Die Australier sind so entspannt, wie man es ihnen nachsagt. Mit Sven Lakenmacher und Bogdan Wenta war ich am berühmten Bondi Beach. Im australischen Winter hatten wir 22 Grad, zudem wehte ständig eine steifen Brise, sehr angenehm.Wir fuhren mit dem Boot zum berühmten Opernhaus, waren zum Abendessen auf der MS Deutschland und haben uns andere Wettbewerbe wie Volleyball, Leichtathletik oder Tischtennis angesehen.“ Sportlich verlief das Turnier durchwachsen. Nach einem Erfolg gegen Russland war das Team euphorisch. Trotz klarer Führung schied man im Viertelfinale gegen Spanien knapp aus. Vier Jahre später gewann Deutschland in Athen mit von Behren die Silbermedaille. „Aber das war alles ganz anders. Ich war nach einer Verletzung nachnominiert worden, kam erst nach einer Woche an. Während ich an Sydney bleibende Erinnerungen habe, ist das mit Athen nicht unbedingt so. Die Stadt Sydney und auch das Olympische Dorf dort waren wesentlich beeindruckender als 2004.“ Vor 2000 war Frank von Behren niemand, der sich die TV-Übertragungen von Olympia angeschaut hat. Das hat sich komplett verändert: „Ich bin seither totaler Fan und gucke alles, was zeitlich geht. Schön ist, dass meine Familie diese Leidenschaft teilen.“ Beim aktuellen Turnier trifft das DHB-Team am Freitag (30. Juli) auf Norwegen. Dabei treffen womöglich zwei Spieler aufeinander, die in der abgelaufenen Saison noch für GWD auf Torejagd gingen: Deutschlands Shootingstar Juri Knorr und Norwegens Flügelflitzer Kevin Gulliksen. Von Behren: „Ich glaube, dass wir sowohl Norwegen als auch Brasilien schlagen werden. Die Mannschaft bei den knappen Niederlagen nicht enttäuscht. Ich glaube, dass wir nach wie vor im Rennen um die Medaillen sind.“

Olympia lokal: Frank von Behren schwärmt von den Spielen in Sydney

Frank von Behren und das DHB-Team scheiterten 2000 in Sydney an Spanien.Foto: imago © imago sportfotodienst

Minden. „Vor den Spielen 2000 in Sydney wusste ich nicht so recht, was Olympia ist“, sagt Frank von Behren, Rekordnationalspieler von GWD Minden, seine Gedanken offen, „egal ob WM, EM oder Olympische Spiele: Hauptsache ich war bei der Nationalmannschaft dabei. Mittlerweile muss ich sagen: Olympia ist gigantisch, und das ist fast noch untertrieben.“

Bereits beim Einkleiden spürte der heutige Sport-Geschäftsführer des heimischen Bundesligisten, dass die Spiele etwas anderes sind: „Ich dachte: Was ist denn hier los? Da waren Hunderte anderer Sportler und wir wurden alle von Adidas eingekleidet. Und das, obwohl wir von der Nationalmannschaft ja damals bei Nike unter Vertrag standen.“

Vor 2000 war Frank von Behren niemand, der sich die TV-Übertragungen von Olympia angeschaut hat. Das hat sich seit seiner eigenen Teilnahme an den Spielen komplett verändert. - © imago sportfotodienst
Vor 2000 war Frank von Behren niemand, der sich die TV-Übertragungen von Olympia angeschaut hat. Das hat sich seit seiner eigenen Teilnahme an den Spielen komplett verändert. - © imago sportfotodienst

Gigantisch an den Olympischen Spielen 2000 war auch das Olympische Dorf, in dem fast alle Aktiven während der Spiele untergebracht sind. Frank von Behren blickt zurück: „Es gab eine riesige Mensa, in der auch ein Stand von McDonald‘s war.“ Sogar die 2016 verstorbene Box-Legende Muhammad Ali war für Erinnerungsfotos zugegen, war aber bereits stark von seiner Parkinson-Erkrankung gezeichnet. „Da hatte ich Mitleid, ich habe keins machen lassen“, sagt der damalige GWD-Kapitän. Andere Amerikaner wie Sprinterin Marion Jones und ihr imposanter Mann, den Kugelstoßer C. J. Hunter, liefen den Handballern über den Weg.

Die Tage in Sydney waren streng durchgetaktet. Besonders in Erinnerung geblieben sind die Busfahrten zum Training am Ende der Stadt: „Wir sind jedes Mal anderthalb Stunden gefahren. Interessant war unser Busfahrer der eigentlich Farmer im Outback war. Bus ist der vorher garantiert noch nie gefahren, denn er fuhr immer nur im ersten Gang, den aber mit Vollgas.“

Insgesamt war es neben dem olympischen Turnier vor allem die Stadt Sydney, die es von Behren angetan hatte: „Die Australier sind so entspannt, wie man es ihnen nachsagt. Mit Sven Lakenmacher und Bogdan Wenta war ich am berühmten Bondi Beach. Im australischen Winter hatten wir 22 Grad, zudem wehte ständig eine steifen Brise, sehr angenehm.Wir fuhren mit dem Boot zum berühmten Opernhaus, waren zum Abendessen auf der MS Deutschland und haben uns andere Wettbewerbe wie Volleyball, Leichtathletik oder Tischtennis angesehen.“ Sportlich verlief das Turnier durchwachsen. Nach einem Erfolg gegen Russland war das Team euphorisch. Trotz klarer Führung schied man im Viertelfinale gegen Spanien knapp aus.

Vier Jahre später gewann Deutschland in Athen mit von Behren die Silbermedaille. „Aber das war alles ganz anders. Ich war nach einer Verletzung nachnominiert worden, kam erst nach einer Woche an. Während ich an Sydney bleibende Erinnerungen habe, ist das mit Athen nicht unbedingt so. Die Stadt Sydney und auch das Olympische Dorf dort waren wesentlich beeindruckender als 2004.“

Vor 2000 war Frank von Behren niemand, der sich die TV-Übertragungen von Olympia angeschaut hat. Das hat sich komplett verändert: „Ich bin seither totaler Fan und gucke alles, was zeitlich geht. Schön ist, dass meine Familie diese Leidenschaft teilen.“

Beim aktuellen Turnier trifft das DHB-Team am Freitag (30. Juli) auf Norwegen. Dabei treffen womöglich zwei Spieler aufeinander, die in der abgelaufenen Saison noch für GWD auf Torejagd gingen: Deutschlands Shootingstar Juri Knorr und Norwegens Flügelflitzer Kevin Gulliksen. Von Behren: „Ich glaube, dass wir sowohl Norwegen als auch Brasilien schlagen werden. Die Mannschaft bei den knappen Niederlagen nicht enttäuscht. Ich glaube, dass wir nach wie vor im Rennen um die Medaillen sind.“

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