Adrenalin und gebrannte Mandeln: So lief das erste Messewochenende auf Kanzlers Weide Carsten Korfesmeyer Minden. Waghalsig sieht es schon aus, wenn sich die Fahrgäste im Abendhimmel in ihren Gondeln drehen. Steigen sie – zurück am Boden – wieder aus, schaut man überwiegend in strahlende Gesichter. Solche Abenteuerlust verspricht nicht nur das Kettenkarussell „Fly Over“. Dort, wo sich bei früheren Messen das Riesenrad drehte, heißt es jetzt „Rockn Roll“. Verteilt in zwei Gondeln können bis zu 16 Besucher eine atemberaubende Fahrt erleben. Es geht rauf, runter und überkopf. Fröhliche Leute hinterlässt auch das. Es ist Samstagnachmittag, kurz nach 17.30 Uhr auf Kanzlers Weide. Die Messe ist dreieinhalb Stunden geöffnet und schon recht gut besucht. Gäbe es keine Desinfektionsspender, Hinweiszettel auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen und stünde hinter dem Musikexpress nicht das Testzentrum – niemand würde beim Rundgang noch an die Pandemie denken. Es geht weitgehend normal zu, ohne dass die Abstände zu groß sind und zu diesem Zeitpunkt nur annähernd so etwas wie Gedränge aufkommt. Auffällig viele Familien mit kleineren Kindern sind an diesem frühen Abend auf dem bepflasterten Gelände unterwegs. Für einen Großteil der Kleinen dürfte das der erste Messerundgang überhaupt sein und die Faszination für manche Angebote ist in ihren Gesichtszügen häufig erkennbar. Das Bimmeln des Feuerwehrautos im Kinderkarussell, die großen Teddybären an der Losbude, das Entenangeln oder die süßen Bonbons am Süßigkeitenstand sind beispielsweise gerade in dieser Altersgruppe schwer gefragt. Angehende Teenager hingegen lassen sich gerne beim Pfeilwerfen auf knallbunte Luftballons aus und bei den Jugendlichen stehen wie seit Generationen die Autoscooter hoch im Kurs. Zu den Sounds aus den aktuellen Charts und den Hits von einst geht es über die Strecke. Nicht nur, wenn dann zwischendurch die Nebelmaschine eingeschaltet ist und sich der typische süßliche Geruch verbreitet, herrscht am Autoskooter so etwas wie Discoflair. Und was machen die Erwachsenen auf der Messe? Prinzipiell nichts anderes als die Jüngeren – obwohl die Altersgruppe 40 plus zumindest gefühlt häufiger an den Ständen und Hütten der Gastronomie anzutreffen ist. Bei kühlem Bier, heißem Glühwein sowie frischer Bratwurst, Pommes, Steak, Champignons, Pizza oder gebratenen Mandeln entwickeln sich nette Plaudereien. Viele Gäste treffen beim Bummel über Kanzlers Weide auf Freunde, Bekannte oder Verwandte, mit denen sie ganz spontan ins Gespräch kommen. Auch sowas ist Messe. Atmosphärisch liegt an diesem Abend viel Gutes in der Luft. Noch bis zum kommenden Sonntag läuft die Herbstmesse. Ob sie an die Besucherzahlen der Vor-Coronazeiten anknüpfen kann, wird sich bis dahin gezeigt haben. Sicher ist bereits jetzt, dass die Minden-Marketing (MMG) und der Schaustellerverein Minden-Lübbecke ein Konzept fahren, das bei den Besuchern ankommt. Zufriedene Gesichter sind dafür ein Indiz. Und MMG-Geschäftsführer Dr. Jörg-Friedrich Sander hatte den Gästen im Vorfeld „eine Mischung aus Nostalgie und Action“ versprochen. Aus einer Vielzahl von Bewerbern haben die MMG und Schaustellerverein rund 100 Aussteller aus ganz Deutschland nach Minden geholt – darunter auch generationenübergreifende Angebote wie „Die verrückte Farm“. Bei ihr handelt es sich um ein dreistöckiges Lauf- und Belustigungs-Gebäude, das nach MMG-Angaben 2013 auf dem Osnabrücker Jahrmarkt seine Premiere feierte und inzwischen bei Kirmesveranstaltung gerne gesehen wird.Wie geht es mit der Messe in den kommenden Tagen weiter? Im Grunde wie immer. Kommenden Mittwoch laden die Aussteller wieder zum Familientag ein, bei dem es für die Gäste in zahlreichen Fahrgeschäften ermäßigte Preise gibt. Und auch bei dieser Herbstmesse steigt das Höhenfeuerwerk der Schausteller – traditionell am Freitag, wenn ab etwa 20.30 Uhr das bunte Treiben der zahlreichen Fahrgeschäfte für einen Moment ruht, weil die Messebesucher die pyrotechnische Show am Abendhimmel verfolgen. Das Spektakel hat auch Fans, die nicht vor Ort sind. So mancher tummelt sich zu diesem Zeitpunkt an der Weser, um sich das Feuerwerk anzuschauen. Geöffnet ist die Mindener Herbstmesse Montag bis Donnerstag von 15 bis 22 Uhr, Freitag von 15 bis 23 Uhr, Samstag von 14 bis 23 Uhr und Sonntag von 14 bis 22 Uhr.

Adrenalin und gebrannte Mandeln: So lief das erste Messewochenende auf Kanzlers Weide

Der Break-Dancer zählt zu den Klassikern auf der Messe. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer © cko

Minden. Waghalsig sieht es schon aus, wenn sich die Fahrgäste im Abendhimmel in ihren Gondeln drehen. Steigen sie – zurück am Boden – wieder aus, schaut man überwiegend in strahlende Gesichter. Solche Abenteuerlust verspricht nicht nur das Kettenkarussell „Fly Over“. Dort, wo sich bei früheren Messen das Riesenrad drehte, heißt es jetzt „Rockn Roll“. Verteilt in zwei Gondeln können bis zu 16 Besucher eine atemberaubende Fahrt erleben. Es geht rauf, runter und überkopf. Fröhliche Leute hinterlässt auch das.

Es ist Samstagnachmittag, kurz nach 17.30 Uhr auf Kanzlers Weide. Die Messe ist dreieinhalb Stunden geöffnet und schon recht gut besucht. Gäbe es keine Desinfektionsspender, Hinweiszettel auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen und stünde hinter dem Musikexpress nicht das Testzentrum – niemand würde beim Rundgang noch an die Pandemie denken. Es geht weitgehend normal zu, ohne dass die Abstände zu groß sind und zu diesem Zeitpunkt nur annähernd so etwas wie Gedränge aufkommt.

Auffällig viele Familien mit kleineren Kindern sind an diesem frühen Abend auf dem bepflasterten Gelände unterwegs. Für einen Großteil der Kleinen dürfte das der erste Messerundgang überhaupt sein und die Faszination für manche Angebote ist in ihren Gesichtszügen häufig erkennbar. Das Bimmeln des Feuerwehrautos im Kinderkarussell, die großen Teddybären an der Losbude, das Entenangeln oder die süßen Bonbons am Süßigkeitenstand sind beispielsweise gerade in dieser Altersgruppe schwer gefragt.

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Patrick Schwemmling

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Angehende Teenager hingegen lassen sich gerne beim Pfeilwerfen auf knallbunte Luftballons aus und bei den Jugendlichen stehen wie seit Generationen die Autoscooter hoch im Kurs. Zu den Sounds aus den aktuellen Charts und den Hits von einst geht es über die Strecke. Nicht nur, wenn dann zwischendurch die Nebelmaschine eingeschaltet ist und sich der typische süßliche Geruch verbreitet, herrscht am Autoskooter so etwas wie Discoflair.

Der Disco-Swing hat viele Fans in allen Altersgruppen. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer - © cko
Der Disco-Swing hat viele Fans in allen Altersgruppen. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer - © cko

Und was machen die Erwachsenen auf der Messe? Prinzipiell nichts anderes als die Jüngeren – obwohl die Altersgruppe 40 plus zumindest gefühlt häufiger an den Ständen und Hütten der Gastronomie anzutreffen ist. Bei kühlem Bier, heißem Glühwein sowie frischer Bratwurst, Pommes, Steak, Champignons, Pizza oder gebratenen Mandeln entwickeln sich nette Plaudereien. Viele Gäste treffen beim Bummel über Kanzlers Weide auf Freunde, Bekannte oder Verwandte, mit denen sie ganz spontan ins Gespräch kommen. Auch sowas ist Messe. Atmosphärisch liegt an diesem Abend viel Gutes in der Luft.

Schon kurz nach der Eröffnung ist auf Kanzlers Weide einiges los. MT-Foto: Sebastian Külbel - © kül
Schon kurz nach der Eröffnung ist auf Kanzlers Weide einiges los. MT-Foto: Sebastian Külbel - © kül

Noch bis zum kommenden Sonntag läuft die Herbstmesse. Ob sie an die Besucherzahlen der Vor-Coronazeiten anknüpfen kann, wird sich bis dahin gezeigt haben. Sicher ist bereits jetzt, dass die Minden-Marketing (MMG) und der Schaustellerverein Minden-Lübbecke ein Konzept fahren, das bei den Besuchern ankommt. Zufriedene Gesichter sind dafür ein Indiz. Und MMG-Geschäftsführer Dr. Jörg-Friedrich Sander hatte den Gästen im Vorfeld „eine Mischung aus Nostalgie und Action“ versprochen. Aus einer Vielzahl von Bewerbern haben die MMG und Schaustellerverein rund 100 Aussteller aus ganz Deutschland nach Minden geholt – darunter auch generationenübergreifende Angebote wie „Die verrückte Farm“. Bei ihr handelt es sich um ein dreistöckiges Lauf- und Belustigungs-Gebäude, das nach MMG-Angaben 2013 auf dem Osnabrücker Jahrmarkt seine Premiere feierte und inzwischen bei Kirmesveranstaltung gerne gesehen wird.

Wie geht es mit der Messe in den kommenden Tagen weiter? Im Grunde wie immer. Kommenden Mittwoch laden die Aussteller wieder zum Familientag ein, bei dem es für die Gäste in zahlreichen Fahrgeschäften ermäßigte Preise gibt. Und auch bei dieser Herbstmesse steigt das Höhenfeuerwerk der Schausteller – traditionell am Freitag, wenn ab etwa 20.30 Uhr das bunte Treiben der zahlreichen Fahrgeschäfte für einen Moment ruht, weil die Messebesucher die pyrotechnische Show am Abendhimmel verfolgen. Das Spektakel hat auch Fans, die nicht vor Ort sind. So mancher tummelt sich zu diesem Zeitpunkt an der Weser, um sich das Feuerwerk anzuschauen.

Zum Kirmesflair gehören Lebkuchenherzen dazu. MT-Foto: Sebastian Külbel - © kül
Zum Kirmesflair gehören Lebkuchenherzen dazu. MT-Foto: Sebastian Külbel - © kül

Geöffnet ist die Mindener Herbstmesse Montag bis Donnerstag von 15 bis 22 Uhr, Freitag von 15 bis 23 Uhr, Samstag von 14 bis 23 Uhr und Sonntag von 14 bis 22 Uhr.

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