Bob Geldof gibt Auszeichnung zurück

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Bob Geldof - © Foto: Tom Hanon
Bob Geldof auf dem Weg zum Rathaus in Dublin. (© Foto: Tom Hanon)

Dublin - Der irische Rockmusiker Bob Geldof (66) hat aus Protest gegen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und die Verfolgung der muslimischen Rohingya-Minderheit in ihrem Land eine Auszeichnung zurückgegeben. Er wolle den Ehrenpreis der Freiheit der Stadt Dublin nicht mehr, sagte der irische Musiker am Montag.

Die Auszeichnung entspricht in etwa einer Ehrenbürgerschaft. Der Mitbegründer der Boomtown Rats und Initiator von Projekten wie Live Aid engagiert sich seit Jahrzehnten für Arme und Verfolgte.

Er sei zwar stolz darauf, Dubliner zu sein, wolle aber nicht den gleichen Titel tragen wie Suu Kyi. Die Assoziation der Friedensnobelpreisträgerin mit der irischen Hauptstadt «beschämt uns alle». Sie habe sich zur «Dienerin des Genozids» gemacht.

Als er die Auszeichnung in der Stadtverwaltung am Montag zurückgab, unterhielt sich Geldof noch mit den Angestellten dort. «Dublin sollte nichts mit diesem Krieg zu tun haben», betonte der Polit-Aktivist und Musiker («I Don't Like Mondays»).

Wegen der Gewalt gegen die Rohingya steht die Regierung von Suu Kyi massiv in der Kritik. Seit August sind mehr als 600 000 Rohingya aus Myanmar geflohen. Viele von ihnen hatten UN-Ermittlern von Gewalttaten durch das Militär berichtet, darunter Massentötungen, Vergewaltigungen und Brandschatzungen. Suu Kyi war international dafür kritisiert worden, das Militär gewähren zu lassen.

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Protest gegen Suu KyiBob Geldof gibt Auszeichnung zurückDublin - Der irische Rockmusiker Bob Geldof (66) hat aus Protest gegen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und die Verfolgung der muslimischen Rohingya-Minderheit in ihrem Land eine Auszeichnung zurückgegeben. Er wolle den Ehrenpreis der Freiheit der Stadt Dublin nicht mehr, sagte der irische Musiker am Montag.Die Auszeichnung entspricht in etwa einer Ehrenbürgerschaft. Der Mitbegründer der Boomtown Rats und Initiator von Projekten wie Live Aid engagiert sich seit Jahrzehnten für Arme und Verfolgte.Er sei zwar stolz darauf, Dubliner zu sein, wolle aber nicht den gleichen Titel tragen wie Suu Kyi. Die Assoziation der Friedensnobelpreisträgerin mit der irischen Hauptstadt «beschämt uns alle». Sie habe sich zur «Dienerin des Genozids» gemacht.Als er die Auszeichnung in der Stadtverwaltung am Montag zurückgab, unterhielt sich Geldof noch mit den Angestellten dort. «Dublin sollte nichts mit diesem Krieg zu tun haben», betonte der Polit-Aktivist und Musiker («I Don't Like Mondays»).Wegen der Gewalt gegen die Rohingya steht die Regierung von Suu Kyi massiv in der Kritik. Seit August sind mehr als 600 000 Rohingya aus Myanmar geflohen. Viele von ihnen hatten UN-Ermittlern von Gewalttaten durch das Militär berichtet, darunter Massentötungen, Vergewaltigungen und Brandschatzungen. Suu Kyi war international dafür kritisiert worden, das Militär gewähren zu lassen.