In Bad Oeynhausen krachte es in 2011 öfter

veröffentlicht

Kreispolizeibehörde stellt Unfallstatistik 2011 vor / Weniger Tote, dafür aber mehr Verkehrsunfälle in der Kurstadt

Bad Oeynhausen/ Minden (va). Traurige Bilanz für die Kurstadt: Während die Zahl der Unfälle und Verunglückten im Straßenverkehr 2011 im Kreis Minden-Lübbecke mit 7288 Unfällen und 1364 Personen nahezu unverändert blieb, häuften sich in Bad Oeynhausen die Unfälle. Ganze 547-mal krachte es im Stadtgebiet. 2010 gab es hier nur 480 Unfälle.

Und auch die Anzahl der bei einem Verkehrsunfall verletzten Menschen stieg um elf Prozent auf 252 Verunglückte an - das sind so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr. "Ich wiederhole das, was die Polizei schon seit Jahren predigt: Die Geschwindigkeit entscheidet häufig über Leben und Tod", sagte Landrat Dr. Ralf Niermann, als er im Kreishaus Minden die Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr vorstellte.

Um Rasern entgegenzusteuern, kündigt die Kreispolizei seit Ende 2011 regelmäßig einige Geschwindigkeitskontrollen an. Gegen die Hauptunfallursache im vergangenen Jahr ist sie indes fast machtlos: Die meisten Unfälle passierten beim Abbiegen/Wenden (643 Unfälle) und bei der Missachtung der Vorfahrt (489). "Diese Ursachen sind schwer zu überwachen, weil es meist keine Unfallschwerpunkte gibt", bedauerte Polizeidirektor Detlef Stüven.

Er hatte aber auch gute Neuigkeiten zu verkünden: Die Zahl der Verkehrstoten im Kreis sank im Vergleich zu 2010 um über 50 Prozent. Bei 13 schweren Unfällen starben 14 Menschen. "Das ist ein absoluter Tiefstand der vergangenen zehn Jahre und entgegen der Gesamtentwicklung in NRW", so Stüven. Er fügte allerdings hinzu, dass der Kreis-Wert 2010 mit 31 Toten auch sehr hoch war. In diesem Jahr starben bereites sieben Menschen auf Straßen im Kreis Minden-Lübbecke.

Die Zahl der Unfälle, die auf dem Schulweg passierten, sank im vergangenen Jahr um neun Personen (30 Prozent) auf 21 Kinder. Stüve: "Das ist sehr erfreulich." Sorgen bereitet der Kreispolizei indes die stetig hohe Zahl der Verkehrsunfälle, die von jungen Erwachsenen verursacht werden. Im vergangenen Jahr waren das etwa 33 Prozent aller Unfälle. "Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren lösen überproportional viele Unfälle mit Toten und verletzten aus. Und das, obwohl sie nur etwas mehr als acht Prozent der Wohnbevölkerung im Kreis ausmachen", sagte Stüven.

Mit Fotos von Unfällen Jugendliche mahnen
Deshalb setzt die Kreispolizeibehörde auch in diesem Jahr das 2011 landesweit gestartete Projekt "Crash Kurs" fort. Dieses will Jugendliche mit schockierenden Fotos von Unfallstellen und Gesprächen mit Notfallärzten und Feuerwehrleuten für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisieren. Zur Präventionsarbeit der Polizei gehört auch das Senioren-Projekt "Alte Hasen - Neue Regeln", in dem ältere Verkehrsteilnehmer über Entwicklungen der Verkehrsregeln aufgeklärt werden. 1800 Frauen und Männer nahmen im vergangenen Jahr bereits an der Maßnahme teil.

Copyright © Mindener Tageblatt 2014
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.