Echt fies: Neues vom Meister des Mobbings

Von Anne-Lena Jaschinski

Gymnasiasten verlagern mit "Strombärg" beliebte Büroserie in die Schule / Film soll im UCI-Kino laufen

Bad Oeynhausen (va). Die Pädagogen des Immanuel-Kant-Gymnasiums müssen sich derzeit einen anderen Rückzugsort suchen. Seit Anfang des Jahres laufen hier die Dreharbeiten zu "Strombärg". Richtig, mit "ä". Denn der Film des Literaturkurses Medienwerkstatt ist eine Hommage an die beliebte Serie von Christoph-Maria Herbst. 23 Schüler produzieren im Selbstlernversuch ihre ganz eigene Folge.

Achtung Aufnahme: Johannes Wöpkemeier (l.) gibt mit der Filmklappe das Zeichen zum Dreh der Szene. Katharina Mengel (v. l. ) als Jennifer bekommt von Strombärg Tom Nagel Lollis geschenkt. Kameramann Leo Schilder hält alles fest. Im Sommer möchte der Literaturkurs Medienwerkstatt des Immanuel-Kant-Gymnasiums seinen Film vor Publikum zeigen. Fotos: Jaschinski
Achtung Aufnahme: Johannes Wöpkemeier (l.) gibt mit der Filmklappe das Zeichen zum Dreh der Szene. Katharina Mengel (v. l. ) als Jennifer bekommt von Strombärg Tom Nagel Lollis geschenkt. Kameramann Leo Schilder hält alles fest. Im Sommer möchte der Literaturkurs Medienwerkstatt des Immanuel-Kant-Gymnasiums seinen Film vor Publikum zeigen. Fotos: Jaschinski

"Ruhe am Set. Kamera läuft. Und bitte!" Johannes Wöpkemeier lässt die Filmklappe sinken. Strombärg, Szene 5.1, die Erste. Tom Nagel kommt ins Bild geschlurft. Er ist Strombärg, der auf Karriere fixierte stellvertretende Schulleiter. Er will seinen Vorgesetzten stürzen, mobbt die Kollegen und flirtet mit der Jennifer. Die wird von Katharina Mengel gespielt, dem einzigen Mädchen des Kurses.

Tom Nagel ist Strombärg.
Tom Nagel ist Strombärg.

Johannes, Tom und Katharina sind große Stromberg-Fans. Als der Literaturkurs nach einem Thema suchte, schlugen sie vor, die Büro-Serie in die Schule zu verlagern. Die Idee kam auch bei ihren Mitschülern gut an. "In den Winterferien setzten wir drei uns dann zusammen und schrieben das Drehbuch", erzählt Johannes. Wichtig war den drei Schülern, die typische Stromberg-Art zu übernehmen. Die Dialoge sind bissig, die Witze kratzen häufig an der Grenze des guten Geschmacks.

Lehrer Dr. Stephan Sperlich nimmt bei den Dreharbeiten eher eine Nebenrolle ein. "Die Schüler sollen sich selbst organisieren. Einige haben durch Praktika bereits Erfahrung mit Fernseh-Produktionen. Die reißen die anderen dann mit", erklärt er. "Ich sehe den Kurs auch als Chance für die Schüler, dass sie sich selbst etwas beibringen."

Kamera, Ton, Regisseur - die Rollen sind klar verteilt. Und die Schüler haben hohe Ansprüche an ihr Schaffen: "Als wir den Vorspann drehten, baten wir immer wieder Filmstudenten um ihre Einschätzung", erzählt Johannes. "Die erklärten dann etwa, dass wir Licht und Ton verbessern müssen."

Mittlerweile ist der Vorspann fertig. Für ihn durften die Schüler sogar die Original-Serienmusik verwenden. "Wir haben die Produktionsfirma Brainpool darüber informiert, was wir vorhaben und haben ihnen auch das Drehbuch geschickt", sagt Tom.

Für die fertige Serienfolge, die 20 bis 30 Minuten lang werden soll, wird demnächst eine Massenszene im Kulturcafé gedreht, für die der Literaturkurs auf das Mitwirken von Freunden und Mitschülern hofft. Anfang Juli soll dann Premiere der Folge sein. Auch dafür haben sich die Filmer etwas besonderes ausgedacht: Sie zeigen "Strombärg" im UCI-Kino. "Danach soll der Film in öffentlichen Fernsehkanälen laufen", wünscht sich Johannes.

www.strombärg.de

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