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Pappnase auf und feiern, bis der Arzt kommt

Von Michaela Podschun

Vlothoer feiern Karneval: Schunkeln im Seniorentreff, Schlager im Burgstift, Kekse und Muffins in der Krabbelgruppe

Vlotho (va). Helau aus der Weserstadt: Zwar ist OWL keine Karnevalshochburg, aber wenn die fünfte Jahreszeit ihre Höhepunkte erreicht, dann setzen sich viele Vlothoer Jecken doch Pappnase und Hütchen auf.

Die drei vom Sozialen Dienst des Burgstiftes: Piratenbraut Beate Vogt, "Doktor" Anna Freise und die Glitzermotte Sandra Focken sorgten für karnevalistische Höchststimmung. Bild rechts: Hanni Kryschik und Ilse Klanert (l.) hatten Spaß im Seniorentreff.
Die drei vom Sozialen Dienst des Burgstiftes: Piratenbraut Beate Vogt, "Doktor" Anna Freise und die Glitzermotte Sandra Focken sorgten für karnevalistische Höchststimmung. Bild rechts: Hanni Kryschik und Ilse Klanert (l.) hatten Spaß im Seniorentreff.

Gute Stimmung herrschte beispielsweise im städtischen Seniorentreff, in der Uffelner Krabbelgruppe und bei der Sportgemeinschaft Einigkeit Exter (SGEE). Und auch die Burgstift-Bewohner hatten Spaß.



Schunkeln an langen Tischen: Die Besucher des städtischen Seniorentreffs kamen nach Kaffee und Kuchen in Schwung. Kl. Bilder rechts: Stieber-Max mit Akkordeon. Die Perücke sitzt: ein Punker im Seniorentreff VA-Fotos: Michaela Podschun / pr
Schunkeln an langen Tischen: Die Besucher des städtischen Seniorentreffs kamen nach Kaffee und Kuchen in Schwung. Kl. Bilder rechts: Stieber-Max mit Akkordeon. Die Perücke sitzt: ein Punker im Seniorentreff VA-Fotos: Michaela Podschun / pr

Rund 100 Senioren waren gestern zur Rosenmontagsfeier im Gemeindehaus St. Stephan gekommen. Stieber-Max aus Kalldorf spielte bekannte Lieder, und so mancher Besucher wagte ein Tänzchen. Die DRK-Damen servierten Kaffee satt, Berliner und Muffins - passend zum Rosenmontag hatten sie sich eine jecke Kopfbedeckung aufgesetzt.



"Das ist wirklich eine tolle Truppe", lobte Margret Krimitsas, Sozialbetreuerin für Vlotho, den ehrenamtlichen Einsatz der Frauen. Ohne die vielen Helfer und Helferinnen - und damit dachte sie auch an den ehemaligen Hausfrauenbund und weitere Aktive - sei der Seniorentreff wohl in dieser Form nicht möglich. Hinter den Kulissen werde schon am Sommerprogramm gebastelt. Im März enden die Winternachmittage im Gemeindehaus St. Stephan.



Aber bis dahin wurde gestern noch einmal ordentlich geschunkelt. Seniorinnen und Senioren, darunter Bewohner aus dem Burgstift und aus dem Simeonsstift, hatten sich verkleidet: ein rosa Kaninchen, das "Fräulein von der Heilsarmee", ein Punker mit wilder Frisur und weitere illustre Gestalten gaben sich ein Stelldichein.

Feiern bis der Arzt kommt hieß es auf der Ebenöde. Warum wird aus einer blonden Betreuungskraft eine schwarzhaarige Glitzermotte, aus einer treusorgenden Mitarbeiterin eine fetzige Piratenbraut und warum erhält die Ergotherapeutin einen Doktor-Titel? Die Antwort ist einfach: Weil im Burgstift zur Weiberfastnacht fröhlich Karneval gefeiert wurde. Die beiden Betreuungskräfte Beate Vogt und Sandra Focken hatten zusammen mit der Ergotherapeutin Anna Freise ein buntes Programm auf die Beine gestellt. "In Sketchen wurden nicht ganz alltägliche Krankheiten und Wehwehchen humorvoll behandelt", berichtet Burgstift-Mitarbeiterin Cornelia Aistermann.

Unterstützt vom Praktikanten Max Michels aus Vlotho präsentierten die drei Mitarbeiterinnen des Sozialen Dienstes bekannte Hits. Sie performten mit Deoroller-Mikrofonen das Lied "Mief", und bei den Schlagern "Mit 66 Jahren" und "Anita" sang das Publikum begeistert mit.

Die Tischdekoration und die an alle Teilnehmer verliehenen "Rote-Herz-Orden am Band" hatten die Bewohner vorab in gemeinsamen Runden selbst gebastelt. Diese wurden zur Feier des Tages stolz zur Schau gestellt. Schlips-Träger hatten keine Chance, die gesichteten Krawatten wurden traditionsgemäß abgeschnitten. Nach einer Stärkung mit Gebäck und Bowle wurde die Musik weiter aufgedreht, und es wurde geschunkelt und getanzt. Eine gemeinsame Polonaise durfte nicht fehlen, natürlich zum Klassiker "Polonaise Blankenese" von Gottlieb Wendehals.

Die Rosenmontagsparty in der Krabbelgruppe Vlotho-Uffeln war ebenso ein voller Erfolg, sagt Sandra Kretzschmar. Wolf, Fledermaus, Teufel, Elfe, Flower-Power-Lady und Prinzessin haben Karneval gefeiert, es war wieder richtig was los. Berliner, Muffins, Kuchen und Kekse gab es für die kleinen Krabbler, wovon jetzt schon einige laufen können.

Die Gruppe ist für Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren sowie ihre Eltern. Zurzeit ist das jüngste Kind elf Monate und das älteste 26 Monate. "Wir freuen uns immer über Zuwachs, einfach mal zum Gucken vorbei kommen. die Gruppe ist kostenlos", so Sandra Kretzschmar.

Die Krabbelgruppe der Kirchengemeinde Uffeln trifft sich montags, 9.30 bis 11.30 Uhr, im Gemeindehaus Uffeln am Harksiek. Ansprechpartnerinnen: Sandra Rasche, Tel. 871969, und Sandra Kretzschmar, Tel. 963138.

Karneval auch bei der SGEE: Die Kinder durften maskiert zum "Sport für Mädchen und Jungen" kommen. Und so freuten sich 21 junge Turner zwischen sieben und neun Jahren über die Spiele, die die Übungsleiter auf Lager hatten. Jeweils mittwochs um 15.30 Uhr trifft sich eine Horde munterer Kinder, um am Boden oder an kleinen Geräten zu turnen oder Mannschaftsspiele zu machen. Die Leitung haben Bettina Schumacher, Isabel Kreimeier und Simone Kreimeier.

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