OWL: Region bei Touristen weiter hoch im Kurs

Von Matthias Bungeroth

Aber: Experte Tobias Valentien fordert Region zu Qualitätsoffensive auf

Ostwestfalen ist die beliebteste Tourismus-Region in NRW. Dieses Bild zeigt die Externsteine. - © Foto: MT-Archiv
Ostwestfalen ist die beliebteste Tourismus-Region in NRW. Dieses Bild zeigt die Externsteine. (© Foto: MT-Archiv)

Bielefeld (nw). Der Teutoburger Wald bleibt die beliebteste Tourismusregion in Nordrhein-Westfalen. Das ist die positive Nachricht für die Branche, wenn man nach Übernachtungszahlen des Statistikbetriebs IT NRW geht. 6,43 Millionen Übernachtungen verzeichnete die Tourismusregion im Vorjahr, ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber 2010. Allerdings wuchsen andere Regionen kräftiger, teils um gut 8 Prozent, wie der Raum Köln/Bonn.

"Ich bin recht zufrieden", sagt Tobias Valentien, Fachbereichsleiter Teutoburger-Wald-Tourismus bei OWL Marketing. Es freue ihn, "dass wir bei allen Daten im Plus sind". Der Experte sieht allerdings auch, dass die Konkurrenz im Land stark ist. "Wenn die anderen dynamischer wachsen, ist der Abstand natürlich geringer geworden", analysiert Valentien. Wenn man die übernachtungssärkste Region des Landes sei, sei es natürlich schwieriger, "Sprünge nach vorne zu machen".

Die Gründe, weshalb das Wachstum bei Gästeankünften und Übernachtungen in OWL nicht ganz so kräftig ausgefallen ist, wie in manch anderen Teilen von NRW, kennt der Tourismusexperte. Rund 40 Prozent der Übernachtungen entfielen auf den Bereich Kur und Reha. Doch, so Valentien: "Dort bröckelt es strukturell." Denn die die Zahl der sozialkassenfinanzierten Kuren sei rückläufig. Doch der Teutoburger Wald zieht bei den Übernachtungsgästen in anderen Bereichen. Geschäftsreisen und das Tagungsgeschäft entwickelten sich positiv, so Valentien. Auch der Kurzurlaub mit Angeboten wie Wandern, Wellness oder Radtouristik laufe gut.

Valentien gibt darüber hinaus zu bedenken, dass die jetzt veröffentlichte Statistik nur Betriebe mit mehr als acht Betten erfasse. Doch in der Region gibt es nach seiner Schätzung rund 300 Betriebe, die kleiner sind. Auch seien in den aktuellen Zahlen die Tagesgäste nicht erfasst. Die seien aber enorm wichtig. Valentien: "Zwei Drittel der Wertschöpfung finden im Tagestourismus statt". Die Branche erzielte 2009 im Regierungsbezirk Detmold nach Valentiens Angaben einen Gesamtsatz von 2,59 Milliarden Euro.

Schaut man auf die Übernachtungszahlen der Kreise und der Stadt Bielefeld, so fallen die Ergebnisse durchaus unterschiedlich aus. So zählt die Stadt Bielefeld erstmals mehr als 500.000 Gästeübernachtungen (plus 4,7 Prozent), die Zahl der Gästeankünfte stieg um 1,5 Prozent auf gut 280.000. Die weiteren Zahlen für den Regierungsbezirk Detmold: Kreis Gütersloh: 496.046 Gästeübernachtungen (+ 12,3 Prozent), 267.697 Gästeankünfte (+ 11,2 Prozent), Kreis Herford: 418.637 (-5,8), 107.121 (-2,7), Kreis Höxter: 1.136.390 (+0,7), 246.644 (+1,9), Kreis Lippe: 1.577.158 (-0,5), 373.672 (-2,6), Kreis Minden-Lübbecke: 1.447.096 (-1,6), 289.285 (+1,6), Kreis Paderborn: 846.576 (+0,8), 302.891 (+3,3).
Diese Zahlen sieht Tobias Valentien auch als Herausforderung an. "Wir müssen schauen, dass die Grundqualität besser wird." Man müsse zudem sehen, wie Investitionsstaus aufgelöst werden könnten. Seine Prognose: "Es wird in den nächsten Jahren eine gewisse Marktbereinigung geben."

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