American Way of Life beim Wilden Schmied

Von Christine Schlüter

Das Rezept im Oktober kocht Stefanie Hempelmann-Schnittger. Die Inhaberin des Waldgasthauses "Zum Wilden Schmied" bereitet einen Caesar Salat zu.

Video

Zum Waldgasthaus "Zum Wilden Schmied" im Wiehengebirge führen viele Wege. Wanderer können zum Beispiel über den Kammweg vom Kaiser Wilhelm Denkmal über die Wittekindsburg gehen oder etwas kürzer vom Rehgehege in Häverstädt aus starten. Auch von der anderen Bergseite, von Dehme kommend, gibt es einen Fußweg zu dem Waldgasthaus. Mit dem Auto erreicht man den "Wilden Schmied" vom Parkplatz "Zur Krausebuche" über einen schottrigen Waldweg mit vielen Schlaglöchern. Fest steht, egal wie man gekommen ist, ob anstrengend zu Fuß oder abenteuerlich mit dem Auto, oben angekommen hat man sich eine Mahlzeit redlich verdient.

Passend also, dass Familie Hempelmann, die das Traditionsgasthaus seit 2006 bewirtet, viele deftige Gerichte auf der Speisekarte stehen hat. Rippchen, Kotelett, Spanferkel, Bratkartoffeln oder Grünkohl: "Wir bieten eine rustikale Küche", sagt Stefanie Hempelmann-Schnittger, die die meiste Zeit in der Küche des "Wilden Schmieds" steht und kocht. Allerdings bietet die Köchin auch Salate an. Und ganz neu auf der Speisekarte steht der Caesar Salat, ein international bekannter Salat der US-amerikanischen Küche, der dem Italoamerikaner Cesare Cardini zugeschrieben wird. "Die Rezepte bekomme ich alle von meinem Mann, der als Fleischer arbeitet und viel im Ausland unterwegs ist", erklärt Stefanie Hempelmann-Schnittger, die im "Wilden Schmied" eigentlich nur mit ihrer Familie wohnen wollte.

"Wir haben uns in die Lage verliebt", erzählt sie davon, wie sie und ihr Mann zur Gastronomie kamen. Irgendwann kam dann der Gedanke, das bisschen Gaststätte könne man doch nebenbei machen. Längst ist aus dem Hobby ein Full-Time-Job geworden. Der Wilde Schmied ist die einzige Gaststätte am Kammweg mit warmer Küche und somit ein beliebtes Ausflugslokal. "Mit dem Oktoberfest beginnt unsere Hauptsaison", berichtet Stefanie Hempelmann-Schnittger.

Spaziergang durch das bunte Laub

Im Herbst und Winter zieht es viele Mindener und Bad Oeynhausener in das Wiehengebirge – entweder zum Spaziergang durchs bunte Laub oder mit dem Schlitten durch den tiefen Schnee.
Den Hempelmanns gefällt das Leben ohne Nachbarschaft oben im Wald. Denn von wirklicher Ruhe kann auch an den beiden Ruhetagen (Montag und Dienstag) keine Rede sein. "Sobald wir draußen sitzen und unseren freien Tag genießen, kommen Wanderer und möchten Getränke oder Essen haben", erzählt die Inhaberin lachend. Und durstige Wanderer fort zu schicken, würde ihnen natürlich schwer fallen. So hat sich die Familie überlegt, einen Getränkeautomaten an den Wegesrand vor den "Wilden Schmied" zu stellen. "So muss wenigstens niemand im Wiehengebirge verdursten", scherzt Stefanie Hempelmann-Schnittger, die während sie erzählt mit der Zubereitung des Salates beginnt.

Der Clou des Caesar Salates sind die selbst gemachten Croutons. Dafür toastet die Köchin Toast, bestreut ihn mit frisch geriebenem Parmesan und überbackt den Toast für zehn Minuten bei etwa 160 Grad im Ofen. Währenddessen bereitet sie das Dressing zu. Dafür verrührt sie Sahne mit Miracle Whip, Schmelzkäse, Zitronensaft, Essig, Salz und Zucker und gibt als würzige Note ein paar Kräuter in das Gemisch. "Ich verwende Basilikum, Petersilie und Thymian – man kann aber nehmen, was man mag", sagt die Köchin.

Nun schneidet sie das Hähnchenbrustfilet in Streifen, würzt es mit Salz, Pfeffer und Curry und brät es in der Pfanne knusprig an. Als nächstes halbiert Stefanie Hempelmann-Schnittger Kirschtomaten, drapiert verschiedene Blattsalate (Raddicchio, Romasalat, Rucola und Feldsalat) in einem tiefen, großen Teller, verteilt darauf die Tomaten, gibt das Dressing in die Mitte des Salatbeetes, streut die Croutons und frisch geriebenen Parmesan darüber und legt die Geflügelstreifen auf den Salat. "Fertig", sagt die Köchin und präsentiert einen köstlichen Salat, der dank des mächtigen Dressings ein echter Sattmacher ist – genau das richtige, wenn man zu Fuß das Wiehengebirge erklommen hat.

Und geschmeckt hätte der Caesar Salat mit Sicherheit auch dem wilden Schmied, der der Sage nach 1881 in Volmerdingsen geboren wurde, sich irgendwann von seiner Frau hat scheiden lassen und daraufhin in eine Hütte in das Wiehengebirge gezogen ist. Dort (heute steht genau hier das Waldgasthaus "Wilder Schmied", erbaut 1905) hat er als Schmied gearbeitet und die Bauern in der Umgebung beliefert. Da er sich seinen Bart nicht mehr rasiert hat, sah er schnell ziemlich wild aus und hat so seinen Namen bekommen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2016
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

2 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

American Way of Life beim Wilden SchmiedDas Rezept im Oktober kocht Stefanie Hempelmann-Schnittger. Die Inhaberin des Waldgasthauses "Zum Wilden Schmied" bereitet einen Caesar Salat zu.Von Christine SchlüterZum Waldgasthaus "Zum Wilden Schmied" im Wiehengebirge führen viele Wege. Wanderer können zum Beispiel über den Kammweg vom Kaiser Wilhelm Denkmal über die Wittekindsburg gehen oder etwas kürzer vom Rehgehege in Häverstädt aus starten. Auch von der anderen Bergseite, von Dehme kommend, gibt es einen Fußweg zu dem Waldgasthaus. Mit dem Auto erreicht man den "Wilden Schmied" vom Parkplatz "Zur Krausebuche" über einen schottrigen Waldweg mit vielen Schlaglöchern. Fest steht, egal wie man gekommen ist, ob anstrengend zu Fuß oder abenteuerlich mit dem Auto, oben angekommen hat man sich eine Mahlzeit redlich verdient.Passend also, dass Familie Hempelmann, die das Traditionsgasthaus seit 2006 bewirtet, viele deftige Gerichte auf der Speisekarte stehen hat. Rippchen, Kotelett, Spanferkel, Bratkartoffeln oder Grünkohl: "Wir bieten eine rustikale Küche", sagt Stefanie Hempelmann-Schnittger, die die meiste Zeit in der Küche des "Wilden Schmieds" steht und kocht. Allerdings bietet die Köchin auch Salate an. Und ganz neu auf der Speisekarte steht der Caesar Salat, ein international bekannter Salat der US-amerikanischen Küche, der dem Italoamerikaner Cesare Cardini zugeschrieben wird. "Die Rezepte bekomme ich alle von meinem Mann, der als Fleischer arbeitet und viel im Ausland unterwegs ist", erklärt Stefanie Hempelmann-Schnittger, die im "Wilden Schmied" eigentlich nur mit ihrer Familie wohnen wollte."Wir haben uns in die Lage verliebt", erzählt sie davon, wie sie und ihr Mann zur Gastronomie kamen. Irgendwann kam dann der Gedanke, das bisschen Gaststätte könne man doch nebenbei machen. Längst ist aus dem Hobby ein Full-Time-Job geworden. Der Wilde Schmied ist die einzige Gaststätte am Kammweg mit warmer Küche und somit ein beliebtes Ausflugslokal. "Mit dem Oktoberfest beginnt unsere Hauptsaison", berichtet Stefanie Hempelmann-Schnittger.Spaziergang durch das bunte LaubIm Herbst und Winter zieht es viele Mindener und Bad Oeynhausener in das Wiehengebirge – entweder zum Spaziergang durchs bunte Laub oder mit dem Schlitten durch den tiefen Schnee.Den Hempelmanns gefällt das Leben ohne Nachbarschaft oben im Wald. Denn von wirklicher Ruhe kann auch an den beiden Ruhetagen (Montag und Dienstag) keine Rede sein. "Sobald wir draußen sitzen und unseren freien Tag genießen, kommen Wanderer und möchten Getränke oder Essen haben", erzählt die Inhaberin lachend. Und durstige Wanderer fort zu schicken, würde ihnen natürlich schwer fallen. So hat sich die Familie überlegt, einen Getränkeautomaten an den Wegesrand vor den "Wilden Schmied" zu stellen. "So muss wenigstens niemand im Wiehengebirge verdursten", scherzt Stefanie Hempelmann-Schnittger, die während sie erzählt mit der Zubereitung des Salates beginnt.Der Clou des Caesar Salates sind die selbst gemachten Croutons. Dafür toastet die Köchin Toast, bestreut ihn mit frisch geriebenem Parmesan und überbackt den Toast für zehn Minuten bei etwa 160 Grad im Ofen. Währenddessen bereitet sie das Dressing zu. Dafür verrührt sie Sahne mit Miracle Whip, Schmelzkäse, Zitronensaft, Essig, Salz und Zucker und gibt als würzige Note ein paar Kräuter in das Gemisch. "Ich verwende Basilikum, Petersilie und Thymian – man kann aber nehmen, was man mag", sagt die Köchin. Nun schneidet sie das Hähnchenbrustfilet in Streifen, würzt es mit Salz, Pfeffer und Curry und brät es in der Pfanne knusprig an. Als nächstes halbiert Stefanie Hempelmann-Schnittger Kirschtomaten, drapiert verschiedene Blattsalate (Raddicchio, Romasalat, Rucola und Feldsalat) in einem tiefen, großen Teller, verteilt darauf die Tomaten, gibt das Dressing in die Mitte des Salatbeetes, streut die Croutons und frisch geriebenen Parmesan darüber und legt die Geflügelstreifen auf den Salat. "Fertig", sagt die Köchin und präsentiert einen köstlichen Salat, der dank des mächtigen Dressings ein echter Sattmacher ist – genau das richtige, wenn man zu Fuß das Wiehengebirge erklommen hat.Und geschmeckt hätte der Caesar Salat mit Sicherheit auch dem wilden Schmied, der der Sage nach 1881 in Volmerdingsen geboren wurde, sich irgendwann von seiner Frau hat scheiden lassen und daraufhin in eine Hütte in das Wiehengebirge gezogen ist. Dort (heute steht genau hier das Waldgasthaus "Wilder Schmied", erbaut 1905) hat er als Schmied gearbeitet und die Bauern in der Umgebung beliefert. Da er sich seinen Bart nicht mehr rasiert hat, sah er schnell ziemlich wild aus und hat so seinen Namen bekommen.