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Gefahrgutunfall in Vennebeck - ätzende Flüssigkeit verletzt vier Menschen

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Porta Westfalica-Vennebeck (mt/nas). Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica musste am späten Montagabend gegen 23 Uhr zu einem Gefahrgutunfall ausrücken. In einer Lagerhalle einer Spedition in Vennebeck waren bei Verladearbeiten Kanister mit Formaldehydlösung beschädigt worden. Vier Menschen wurden durch die ätzende Flüssigkeit verletzt, fünf weitere Betroffene wurden ebenfalls vom Rettungsdienst versorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht, teilt die Feuerwehr mit. Die Einsatzkräfte mussten das Gefahrgut mit Spezialanzügen bergen.

Offenbar beschädigte ein Gabelstapler beim Be- und Entladen eine Palette mit zehn Kanister mit jeweils 30 Litern der farblosen Flüssigkeit. Kurz drauf klagten mehrere Personen über Atemwegsbeschwerden, Schwindel und Hustenreiz. Als die Feuerwehr eintraf, hatten bereits alle Mitarbeiter die Halle verlassen.

Sie wurden anschließend rettungsdienstlich und notärztlich versorgt. Dazu waren vier Rettungswagen und zwei Notärzte vor Ort, so die Feuerwehr. Vier der Betroffenen wurden als verletzt eingestuft, da sie mit dem Gefahrgut in Kontakt gekommen waren. Fünf weitere Personen wurden als Betroffene eingestuft, da sie keine unmittelbaren Symptome zeigten. Alle Personen wurden zur weiteren Behandlung oder Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser Minden, Lübbecke und Bad Oeynhausen transportiert.

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Die Feuerwehr sicherte die Halle und baute vorsorglich einen Löschangriff auf. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt bereits belüftet, alle Tore waren geöffnet. Vor der Halle wurde ein Dekontaminationsplatz aufgebaut, ein Trupp rüstete sich zur Erkundung der Lage mit umluftunabhängigen Atemschutz und Chemikalienschutzanzügen aus. In der Halle konnten die Einsatzkräfte die Unfallstelle schnell ausfindig machen. An der Palette befanden sich noch die Transportpapiere. Der ausgetretene Gefahrstoff hat die UN-Nummer 2209, es handelte sich um Formaldehydlösung mit mindestens 25 % Formaldehyd.

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Der Stoff wirkt ätzend und kann Haut, Augen und Atemwege schädigen, so die Feuerwehr. Bei Austritt des Stoffes entwickelt er ätzende und reizende Dämpfe, welche unsichtbar sein können. Formaldehydlösung kann Metalle angreifen und dabei Wasserstoffgas entwickeln, welches mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bildet. Beim Unfall waren zwei Kanister beschädigt worden, etwa 15 bis 20 Liter waren bereits ausgetreten. Metalle befanden sich nicht im Bereich des Gefahrguts.

Die Informationen zum Gefahrstoff wurden an den Rettungsdienst weitergegeben, um die weitere Behandlung danach auszurichten. Die Feuerwehr bereitete daraufhin die Bergung des Gefahrguts vor. Weitere Trupps rüsteten sich mit der Spezialkleidung aus. Die beiden beschädigten Kanister wurden von einen Trupp unter Vollschutz geborgen und in ein geeignetes Gefäß umgeladen. Die ausgelaufene Flüssigkeit wurde mit Bindemittel abgestreut und aufgenommen. Der Gefahrstoff werden nun von einer Fachfirma entsorgt, so die Feuerwehr. Mit der Messtechnik des CBRN-Erkunders wurden vor Ort Wisch- und Umluftproben genommen. Gegen 1.15 Uhr war die Bergung des Gefahrguts abgeschlossen.

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Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Trupps unter Vollschutz am Dekontaminationsplatz gereinigt und konnten danach die Ausrüstung ablegen. Gegen 1.40 Uhr war der Einsatz beendet. Einsatzleiterwar Detlef Bake. Eingesetzte wurden außerdem die hauptamtliche Feuer- und Rettungswache, die ehrenamtlichen Löschgruppen Holzhausen, Holtrup-Vennebeck-Costedt, die Fachgruppe ABC Messen mit CBRN-Erkunder, das Tanklöschfahrzeug 4000 (Veltheim-Möllbergen), der Gerätewagen Atemschutz (Neesen-Lerbeck), die Einsatzdokumentation, der Einsatzführungsdienst sowie vier Rettungswagen und zwei Notärzte.



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Gefahrgutunfall in Vennebeck - ätzende Flüssigkeit verletzt vier MenschenPorta Westfalica-Vennebeck (mt/nas). Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica musste am späten Montagabend gegen 23 Uhr zu einem Gefahrgutunfall ausrücken. In einer Lagerhalle einer Spedition in Vennebeck waren bei Verladearbeiten Kanister mit Formaldehydlösung beschädigt worden. Vier Menschen wurden durch die ätzende Flüssigkeit verletzt, fünf weitere Betroffene wurden ebenfalls vom Rettungsdienst versorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht, teilt die Feuerwehr mit. Die Einsatzkräfte mussten das Gefahrgut mit Spezialanzügen bergen. Offenbar beschädigte ein Gabelstapler beim Be- und Entladen eine Palette mit zehn Kanister mit jeweils 30 Litern der farblosen Flüssigkeit. Kurz drauf klagten mehrere Personen über Atemwegsbeschwerden, Schwindel und Hustenreiz. Als die Feuerwehr eintraf, hatten bereits alle Mitarbeiter die Halle verlassen. Sie wurden anschließend rettungsdienstlich und notärztlich versorgt. Dazu waren vier Rettungswagen und zwei Notärzte vor Ort, so die Feuerwehr. Vier der Betroffenen wurden als verletzt eingestuft, da sie mit dem Gefahrgut in Kontakt gekommen waren. Fünf weitere Personen wurden als Betroffene eingestuft, da sie keine unmittelbaren Symptome zeigten. Alle Personen wurden zur weiteren Behandlung oder Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser Minden, Lübbecke und Bad Oeynhausen transportiert. Die Feuerwehr sicherte die Halle und baute vorsorglich einen Löschangriff auf. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt bereits belüftet, alle Tore waren geöffnet. Vor der Halle wurde ein Dekontaminationsplatz aufgebaut, ein Trupp rüstete sich zur Erkundung der Lage mit umluftunabhängigen Atemschutz und Chemikalienschutzanzügen aus. In der Halle konnten die Einsatzkräfte die Unfallstelle schnell ausfindig machen. An der Palette befanden sich noch die Transportpapiere. Der ausgetretene Gefahrstoff hat die UN-Nummer 2209, es handelte sich um Formaldehydlösung mit mindestens 25 % Formaldehyd. Der Stoff wirkt ätzend und kann Haut, Augen und Atemwege schädigen, so die Feuerwehr. Bei Austritt des Stoffes entwickelt er ätzende und reizende Dämpfe, welche unsichtbar sein können. Formaldehydlösung kann Metalle angreifen und dabei Wasserstoffgas entwickeln, welches mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bildet. Beim Unfall waren zwei Kanister beschädigt worden, etwa 15 bis 20 Liter waren bereits ausgetreten. Metalle befanden sich nicht im Bereich des Gefahrguts. Die Informationen zum Gefahrstoff wurden an den Rettungsdienst weitergegeben, um die weitere Behandlung danach auszurichten. Die Feuerwehr bereitete daraufhin die Bergung des Gefahrguts vor. Weitere Trupps rüsteten sich mit der Spezialkleidung aus. Die beiden beschädigten Kanister wurden von einen Trupp unter Vollschutz geborgen und in ein geeignetes Gefäß umgeladen. Die ausgelaufene Flüssigkeit wurde mit Bindemittel abgestreut und aufgenommen. Der Gefahrstoff werden nun von einer Fachfirma entsorgt, so die Feuerwehr. Mit der Messtechnik des CBRN-Erkunders wurden vor Ort Wisch- und Umluftproben genommen. Gegen 1.15 Uhr war die Bergung des Gefahrguts abgeschlossen. Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Trupps unter Vollschutz am Dekontaminationsplatz gereinigt und konnten danach die Ausrüstung ablegen. Gegen 1.40 Uhr war der Einsatz beendet. Einsatzleiterwar Detlef Bake. Eingesetzte wurden außerdem die hauptamtliche Feuer- und Rettungswache, die ehrenamtlichen Löschgruppen Holzhausen, Holtrup-Vennebeck-Costedt, die Fachgruppe ABC Messen mit CBRN-Erkunder, das Tanklöschfahrzeug 4000 (Veltheim-Möllbergen), der Gerätewagen Atemschutz (Neesen-Lerbeck), die Einsatzdokumentation, der Einsatzführungsdienst sowie vier Rettungswagen und zwei Notärzte.