Minden/Porta Westfalica (nas/mob/dh/ani/um). Der anhaltende Regen lässt die Weser weiter steigen. Sie hat nun die Fünf-Meter-Marke überschritten. Um 10.15 Uhr lag der Stand nach Pegel Porta bei 5,35 Metern, in Minden bereits bei 5,52 Metern. Um 15 Uhr wurden am Pegel Porta 5,32 Meter gemessen, am Pegel Minden 5,50 Meter. Der Parkplatz Schlagde ist seit dem Mittwochnachmittag bereits gesperrt, Kanzlers Weide seit Mittwochabend, teilt die Stadt Minden mit. Veranlasst habe dies die Feuerwehr Minden in Absprache mit den Städtischen Betrieben Minden. Mitarbeiter der Ordnungsbehörde haben Kontakt zu den auf Kanzlers Weide parkenden Wohnmobilisten aufgenommen und empfohlen, alternative Stellplätze im nicht hochwassergefährdeten Bereich aufzusuchen, so die Stadt weiter.

Die beim Pegel-Porta-Stand von fünf Metern einzuberufene Fachgruppe Hochwasser tritt Donnerstagmittag zusammen, um weitere gegebenenfalls notwendige Maßnahmen, wenn der Stand weiter steigt, zu besprechen.

Information

Lesen Sie auch

Hochwasser-Bericht vom 4. Januar

Hochwasser-Bericht vom 14. Dezember

Der Bessel-Ruder-Club hat am Mittwochabend schon erste Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Wie Carsten Böhning, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands mitteilt, räumten 15 Helfer gegen 21 Uhr zwei Stunden lang die Keller im Bootshaus am Pumpwerk leer und brachten 25 Boote, Material und drei Bootsanhänger in Sicherheit. Das muss erfolgen, wenn der Pegel sich der 5,6 Meter-Marke nähert, erklärt Böhning. Der Mindener Ruderverein hätte laut Böhning bis zu einem Pegel von 6,4 Metern Zeit, die Lager zu räumen.

Emsige Betriebsamkeit herrscht Donnerstagmittag auch beim Vereinsheim der Kanusportgemeinschaft Minden. “Nachdem die Weser in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag rapide angestiegen ist, haben wir beschlossen einige Kanus, die in der Bootshalle lagern, in unsere Lagerhallen nach Bad Oeynhausen beziehungsweise Hahlen zu bringen”, berichtet Achim Riemekasten, Vorsitzender der KSG. Außerdem wollten einige Vereinsmitglieder vorsichtshalber
noch Sandsäcke füllen, die dann rund ums Haus verteilt werden. Bei einem Pegelstand von etwa 6.35 Metern laufe die Halle voll, so der Vorsitzende."Das haben wir alles schon gehabt.” Zu Spitzenzeiten gelangten die Mitglieder nur über eine Steganlage ins Gebäude. “Vor einigen Jahren war die Weser so hoch, dass nur mit Booten zum Gebäude gekommen sind”. Während der Neubau höher gebaut wurde und somit hochwassergeschützt ist, könnte der Altbau im Extremfall volllaufen.
“Zur Sicherheit haben wir deshalb Pumpschächte gelegt”, berichtet Achim Riemekasten. Auf diese Weise könne das Wasser zu jeder Zeit zurückgepumpt werden.

Auch der Verein Schiffmühle beobachtet das steigende Hochwasser genau. Aber Grund zur Sorge sieht Geschäftsführer Horst Grüner derzeit noch nicht. Grundsätzlich ist der Besuch der Schiffmühle ab einem Pegelstand von vier Metern nicht mehr möglich. Die Rampe zur Weserpromenade ist bereits überschwemmt. Für die Mühle selbst gibt es also kein Problem, weil sie immer auf dem Wasser schwimmt, egal wie hoch es steht. Dennoch ist Wachsamkeit angesagt: Der zum Mahlwerk gehörende Pavillon und der Biergarten sollen auch keinen Schaden nehmen. „Der Pavillon wurde damals so angelegt, dass ihn auch ein Jahrhunderthochwasser nicht erreichen sollte“, so Horst Grüner. Das letzte Jahrhunderthochwasser in Minden war im Jahr 1946. Bis heute gilt es als Maßstab.

Keinen Grund zur Beunruhigung gibt es im Altenpflegeheim Albert-Nisius-Haus an der Gustav-Adolf-Straße. “Bislang haben wir jedes Weserhochwasser trockenen Fußes überstanden”, berichtet Heimleiterin Petra Schlomann. Mitunter schwimmen bei Hochwasser einige Enten im Garten, das fänden die Bewohnerinnen und Bewohner dann aber sehr schön. Direkt bis ans Haus herangekommen sei das Wasser aber solange sie im Haus sei – und das seien bereits 26 Jahre – noch nie. Kleinere Probleme gab es 2011. Nachdem das Hochwasser mehrere Tage angehalten hatte, gelangte Grundwasser in den Keller des Gebäudes. “Das musste dann abgepumpt werden”, erläutert Petra Schlomann. Das sei aber zu keiner Zeit in irgendeiner Weise besorgniserregend gewesen.

In Porta Westfalica wurde um 10 Uhr die Stauklappe am Großen Weserbogen geöffnet. Diese sorgt für einen Ausgleich zwischen der Weser und der Teichanlage. Das Hochwasser hat in Porta Westfalica bereits zur Sperrung des Weseradwegs zwischen Barkhausen und Bad Oeynhausen geführt. Auch der Parkplatz am Barkhauser Schiffsanleger kann nicht mehr angefahren werden, teilt Donnerstagmittag Detlef Brand mit. Der Leiter des Sachgebiets für Sicherheit und Ordnung kündigt an, dass im Laufe des Nachmittags wahrscheinlich die Straße Kalte Hude in Neesen gesperrt wird. Möglicherweise ist auch die "Aue" in Eisbergen betroffen. "Diese Straße ist hochfrequentiert, deshalb möchten wir sie so lange offenhalten wie möglich", sagt Brand. Insgesamt sei die Situation in Porta noch relativ entspannt. Meldungen von vollgelaufenen Kellern lägen bislang nicht vor.

Bereits Mitte Dezember trat die Weser über das Ufer (wir berichteten: Hochwasser-Update: Kanzlers Weide bleibt offen - Stadt sperrt Schlagde).

Haben Sie Fotos vom Hochwasser für uns - gern auch aus Petershagen und Porta Westfalica? Dann senden Sie die Bilder mit dem Stichwort "Hochwasser" an leserfotos@mt.de. Bitte schreiben Sie dazu wo Sie das Bild gemacht haben sowie die Uhrzeit, wann es aufgenommen wurde.

Link zum Pegel Porta

Link zum Pegel der Weserfreunde aus Minden

Link zu den Wasserständen an den Pegeln im Wesergebiet vom WSA

Weitere Informationen folgen.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.