Ex-Nationalspielerin Anika Ziercke erlebt bereits ihr drittes Comeback

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Wenn die alten Freunde um Hilfe bitten / Verdruss des Hahlers Henrik Thielking

Minden (mt). Die Winterzeit ist im Handball alljährlich die Zeit von spektakulären Personalentscheidungen. Jüngstes Beispiel ist das erneute Comeback von Ex-Nationalspielerin Anika Ziercke, die nun dem bedrohten Verbandsliga-Team von Eintracht Oberlübbe aus der Patsche helfen soll.

Anika Ziercke wird nach ihrem Erfolg mit Eintracht Oberlübbe von Sohn Jesper Mats abgeklatscht. Später gab es auch noch ein Küsschen von Ehemann Aaron. - © Foto: Julian Rüter
Anika Ziercke wird nach ihrem Erfolg mit Eintracht Oberlübbe von Sohn Jesper Mats abgeklatscht. Später gab es auch noch ein Küsschen von Ehemann Aaron. (© Foto: Julian Rüter)

Drittes Comeback: Anika Ziercke (39) erlebte am letzten Sonntag bereits das dritte Comeback ihrer Karriere. Eigentlich hatte die 105-malige Nationalspielerin ihre Karriere im Mai 2011 mit einem Abschiedsspiel in der Stemmeraner Sporthalle beendet. Doch an Ruhestand war danach nicht zu denken. Bereits im Oktober des gleichen Jahres sprang die Flügelflitzerin beim bedrohten Zweitligisten SC Greven ein. "Ein Freundschaftsdienst für Fanziska Heinz", half Anika Ziercke damals ihrer alten Nationalmannschafts-Freundin aus der Trainer-Patsche. Eine Saison später hatte dann ihr letzter Mindener Klub HSV Minden-Nord Not. Anika Ziercke erhörte die Hilferufe von HSV-Manager Jörg Schröder und Trainer Rainer Niemeyer. Die Mission klappte. Und jetzt rief wieder ein alter Freund an. Dieter Löffelmann, Zierckes Trainer in den gemeinsamen Bundesliga-Jahren bei Eintracht Minden, findet mit seiner verunsicherten Truppe von Eintracht Oberlübbe keinen Tritt in der Verbandsliga. Anika Ziercke sprang im Derby gegen HSG EURo ein. Bei sechs Versuchen erzielte sie sechs Tore. "Sie hat nichts von ihren alten Qualitäten verloren. Sie ist mit Freude dabei, hat unserer Mannschaft Selbstvertrauen gegeben", bedankte sich Löffelmann nach dem Erfolg. Ob das Ziercke-Comeback limitiert ist, steht noch nicht fest. "Zunächst einmal bis Weihnachten", sagt Dieter Löffelmann. "Wichtig ist, dass die Mannschaft erst einmal neu durchatmen kann", erklärte Löffelmann nach dem Wochenende. (kn)

Verweigert: Selten wirkte sich eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung so fatal für den Verbandsligisten TSV Hahlen aus. Im Heimspiel gegen die Sportfreunde Loxten waren die Hahler beim Stand von 30:30 in Ballbesitz. Nach einer von TSV-Trainer Stephan Böker genommenen Auszeit hatte Hahlen noch 35 Sekunden Zeit, um seinen letzten Angriff abzuschließen. Torjäger Henrik Thielking versuchte einen Durchbruch auf der linken Hahler Angriffsseite. Thielking bekam den Ball zwar auf das Rödinghauser Tor und traf den Pfosten, doch bei dieser Aktion wurde er heftig attackiert und auch am Trikot gezogen (siehe Foto). "Es hätte eindeutig Freiwurf geben müssen", erregten sich die Trainer Marc Pohlmann und Stephan Böker. Doch statt mit Freiwurf für Hahlen ging es mit Abwurf für Rödinghausen weiter. Zu allem Übel gelang den Gästen mit dem Schlusspfiff auch noch der 35:34-Siegtreffer. (kn)

Die strittige Szene in Hahlen: TSV-Torjäger Henrik Thielking wird geklammert und am Trikot gezogen. Den geforderten Freiwurf gab es nicht. - © MT-Foto: Jürgen Knicker
Die strittige Szene in Hahlen: TSV-Torjäger Henrik Thielking wird geklammert und am Trikot gezogen. Den geforderten Freiwurf gab es nicht. (© MT-Foto: Jürgen Knicker)

Goldener November: Eigentlich ist der November nicht für seine Strahlkraft bekannt. Die Verbandsliga-Handballerinnen vom Aufsteiger TuS Lahde/Quetzen erlebten aber einen wahrlich goldenen Monat. Alle vier Spiele gewann das Team von Trainer Willy Zithier. "Das ist wirklich fantastisch. Wir haben zuletzt gute Auftritte gezeigt. Das ist ganz wichtig für die weitere Saison", freut sich der Coach. (jru)

Geld, Geld, Geld: Wo kommt beim Frauen-Drittligisten aus Greven nur das Geld her? Vor dem Spiel gegen den TSV Hahlen engagierte das Team seine zweite Ungarin, Lilla Halasz. "In der Pressekonferenz haben sie dann gleich noch eine neue Kreisläuferin angekündigt", sagte TSV-Trainerin Andrea Leiding. Die Frage ist, wo der SC nur das Geld für die Spielerinnen findet. "Anscheinend finden sie immer noch irgendwo einen Sponsor, der die Spielerinnen finanziert", so Leiding etwas beeindruckt. Von solchen finanziellen Mitteln kann sie nur träumen. Aber "unser Konzept ist ja auch ein ganz anderes." (jru)

Göppinger Freunde: "Es war für mich nicht einfach, gegen diesen Gegner zu Spielen. Ich habe in Göppingen drei Jahre gespielt. Das ist in einem Handballer-Leben eine lange Zeit, und ich hab noch viele Freunde dort", sagte GWD-Mindens Abwehr-Spezialist Drasko Mrvaljevic nach GWD Mindens Sieg über seine alte Heimat. Den Sieg wollte er aber natürlich nicht herschenken. Dafür fühlt er sich in Minden viel zu wohl. (jru)

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Handball-BoxEx-Nationalspielerin Anika Ziercke erlebt bereits ihr drittes ComebackWenn die alten Freunde um Hilfe bitten / Verdruss des Hahlers Henrik ThielkingMinden (mt). Die Winterzeit ist im Handball alljährlich die Zeit von spektakulären Personalentscheidungen. Jüngstes Beispiel ist das erneute Comeback von Ex-Nationalspielerin Anika Ziercke, die nun dem bedrohten Verbandsliga-Team von Eintracht Oberlübbe aus der Patsche helfen soll.Drittes Comeback: Anika Ziercke (39) erlebte am letzten Sonntag bereits das dritte Comeback ihrer Karriere. Eigentlich hatte die 105-malige Nationalspielerin ihre Karriere im Mai 2011 mit einem Abschiedsspiel in der Stemmeraner Sporthalle beendet. Doch an Ruhestand war danach nicht zu denken. Bereits im Oktober des gleichen Jahres sprang die Flügelflitzerin beim bedrohten Zweitligisten SC Greven ein. "Ein Freundschaftsdienst für Fanziska Heinz", half Anika Ziercke damals ihrer alten Nationalmannschafts-Freundin aus der Trainer-Patsche. Eine Saison später hatte dann ihr letzter Mindener Klub HSV Minden-Nord Not. Anika Ziercke erhörte die Hilferufe von HSV-Manager Jörg Schröder und Trainer Rainer Niemeyer. Die Mission klappte. Und jetzt rief wieder ein alter Freund an. Dieter Löffelmann, Zierckes Trainer in den gemeinsamen Bundesliga-Jahren bei Eintracht Minden, findet mit seiner verunsicherten Truppe von Eintracht Oberlübbe keinen Tritt in der Verbandsliga. Anika Ziercke sprang im Derby gegen HSG EURo ein. Bei sechs Versuchen erzielte sie sechs Tore. "Sie hat nichts von ihren alten Qualitäten verloren. Sie ist mit Freude dabei, hat unserer Mannschaft Selbstvertrauen gegeben", bedankte sich Löffelmann nach dem Erfolg. Ob das Ziercke-Comeback limitiert ist, steht noch nicht fest. "Zunächst einmal bis Weihnachten", sagt Dieter Löffelmann. "Wichtig ist, dass die Mannschaft erst einmal neu durchatmen kann", erklärte Löffelmann nach dem Wochenende. (kn)Verweigert: Selten wirkte sich eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung so fatal für den Verbandsligisten TSV Hahlen aus. Im Heimspiel gegen die Sportfreunde Loxten waren die Hahler beim Stand von 30:30 in Ballbesitz. Nach einer von TSV-Trainer Stephan Böker genommenen Auszeit hatte Hahlen noch 35 Sekunden Zeit, um seinen letzten Angriff abzuschließen. Torjäger Henrik Thielking versuchte einen Durchbruch auf der linken Hahler Angriffsseite. Thielking bekam den Ball zwar auf das Rödinghauser Tor und traf den Pfosten, doch bei dieser Aktion wurde er heftig attackiert und auch am Trikot gezogen (siehe Foto). "Es hätte eindeutig Freiwurf geben müssen", erregten sich die Trainer Marc Pohlmann und Stephan Böker. Doch statt mit Freiwurf für Hahlen ging es mit Abwurf für Rödinghausen weiter. Zu allem Übel gelang den Gästen mit dem Schlusspfiff auch noch der 35:34-Siegtreffer. (kn)Goldener November: Eigentlich ist der November nicht für seine Strahlkraft bekannt. Die Verbandsliga-Handballerinnen vom Aufsteiger TuS Lahde/Quetzen erlebten aber einen wahrlich goldenen Monat. Alle vier Spiele gewann das Team von Trainer Willy Zithier. "Das ist wirklich fantastisch. Wir haben zuletzt gute Auftritte gezeigt. Das ist ganz wichtig für die weitere Saison", freut sich der Coach. (jru)Geld, Geld, Geld: Wo kommt beim Frauen-Drittligisten aus Greven nur das Geld her? Vor dem Spiel gegen den TSV Hahlen engagierte das Team seine zweite Ungarin, Lilla Halasz. "In der Pressekonferenz haben sie dann gleich noch eine neue Kreisläuferin angekündigt", sagte TSV-Trainerin Andrea Leiding. Die Frage ist, wo der SC nur das Geld für die Spielerinnen findet. "Anscheinend finden sie immer noch irgendwo einen Sponsor, der die Spielerinnen finanziert", so Leiding etwas beeindruckt. Von solchen finanziellen Mitteln kann sie nur träumen. Aber "unser Konzept ist ja auch ein ganz anderes." (jru)Göppinger Freunde: "Es war für mich nicht einfach, gegen diesen Gegner zu Spielen. Ich habe in Göppingen drei Jahre gespielt. Das ist in einem Handballer-Leben eine lange Zeit, und ich hab noch viele Freunde dort", sagte GWD-Mindens Abwehr-Spezialist Drasko Mrvaljevic nach GWD Mindens Sieg über seine alte Heimat. Den Sieg wollte er aber natürlich nicht herschenken. Dafür fühlt er sich in Minden viel zu wohl. (jru)