Ausbildungsmarkt: Noch viele freie Stellen

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Zwei Wochen vor dem Beginn des Ausbildungsjahres sind in Nordrhein-Westfalen noch viele Lehrstellen unbesetzt. - © Symbolfoto:: Bernd von Jutrczenka/dpa
Zwei Wochen vor dem Beginn des Ausbildungsjahres sind in Nordrhein-Westfalen noch viele Lehrstellen unbesetzt. (© Symbolfoto:: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Düsseldorf (dpa/lnw) - Zwei Wochen vor dem Beginn des Ausbildungsjahres sind in Nordrhein-Westfalen noch viele Lehrstellen unbesetzt. Im Juni waren laut Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur noch rund 40 241 Plätze frei. „Mit Stand heute ist abzusehen, dass in diesem Ausbildungsjahr erneut viele Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben“, sagt Sophia Tiemann von der Industrie- und Handelskammer NRW. Vor allem in Städten wie Düsseldorf, Köln und Münster gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur deutlich mehr Lehrstellen als Bewerber.

Ein Trend, den auch die IHK in Düsseldorf bestätigt: „Unternehmen finden extrem schwierig Auszubildende“, sagt Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen. Engpässe gebe es vor allem in technischen Berufen und in der Dienstleistungsbranche. Beliebt seien hingegen Stellen im kaufmännischen Bereich und in der Medienbranche.

Auch die Handwerksbetriebe in NRW suchen noch händeringend nach Nachwuchskräften. „Auszubildende fehlen in nahezu allen Berufen, insbesondere im Bereich Sanitär, Heizung und Klima. Aber auch in den Elektro-, Bau-, Maler-, Friseur- und Lebensmittelhandwerken“, sagt Andreas Oehme, Geschäftsführer des Westdeutschen Handwerkkammertages.

In den ländlichen Regionen und im Ruhrgebiet sieht die Lage hingegen ganz anders aus. In Oberhausen etwa stehen nach Angaben der Arbeitsagentur aktuell 922 Bewerbern gerade einmal 423 Lehrstellen gegenüber. Ähnlich sieht es in den Regionen Lippe, Hamm und Herne aus.

Der Lehrplätze-Mangel in diesen Regionen wirkt sich auch auf die Gesamtstatistik für NRW aus. Mit rund 45 500 Jugendlichen gab es im Juni rechnerisch zwar mehr Bewerber als Lehrstellen. Oft mangele es den Bewerbern aber an der nötigen Flexibilität, was den Arbeitsort und die Berufswahl anbelangt, beklagt die IHK NRW.

Noch ist die heiße Phase der Bewerbungen aber nicht vorbei. Eine Vielzahl von Ausbildungsverträge werden noch bis Mitte Oktober geschlossen. Und im Schnitt würden 20 Prozent der Jugendlichen ihre Ausbildungstelle gar nicht erst angetreten, erklärt Berghausen: „Die Zahl der zurückgegebenen Plätze nimmt von Jahr zu Jahr zu.“ Dadurch sei die Chance, auch „Last-Minute“ noch einen Ausbildungsplatz zu ergattern, sehr hoch.

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Ausbildungsmarkt: Noch viele freie StellenDüsseldorf (dpa/lnw) - Zwei Wochen vor dem Beginn des Ausbildungsjahres sind in Nordrhein-Westfalen noch viele Lehrstellen unbesetzt. Im Juni waren laut Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur noch rund 40 241 Plätze frei. „Mit Stand heute ist abzusehen, dass in diesem Ausbildungsjahr erneut viele Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben“, sagt Sophia Tiemann von der Industrie- und Handelskammer NRW. Vor allem in Städten wie Düsseldorf, Köln und Münster gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur deutlich mehr Lehrstellen als Bewerber. Ein Trend, den auch die IHK in Düsseldorf bestätigt: „Unternehmen finden extrem schwierig Auszubildende“, sagt Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen. Engpässe gebe es vor allem in technischen Berufen und in der Dienstleistungsbranche. Beliebt seien hingegen Stellen im kaufmännischen Bereich und in der Medienbranche. Auch die Handwerksbetriebe in NRW suchen noch händeringend nach Nachwuchskräften. „Auszubildende fehlen in nahezu allen Berufen, insbesondere im Bereich Sanitär, Heizung und Klima. Aber auch in den Elektro-, Bau-, Maler-, Friseur- und Lebensmittelhandwerken“, sagt Andreas Oehme, Geschäftsführer des Westdeutschen Handwerkkammertages. In den ländlichen Regionen und im Ruhrgebiet sieht die Lage hingegen ganz anders aus. In Oberhausen etwa stehen nach Angaben der Arbeitsagentur aktuell 922 Bewerbern gerade einmal 423 Lehrstellen gegenüber. Ähnlich sieht es in den Regionen Lippe, Hamm und Herne aus. Der Lehrplätze-Mangel in diesen Regionen wirkt sich auch auf die Gesamtstatistik für NRW aus. Mit rund 45 500 Jugendlichen gab es im Juni rechnerisch zwar mehr Bewerber als Lehrstellen. Oft mangele es den Bewerbern aber an der nötigen Flexibilität, was den Arbeitsort und die Berufswahl anbelangt, beklagt die IHK NRW. Noch ist die heiße Phase der Bewerbungen aber nicht vorbei. Eine Vielzahl von Ausbildungsverträge werden noch bis Mitte Oktober geschlossen. Und im Schnitt würden 20 Prozent der Jugendlichen ihre Ausbildungstelle gar nicht erst angetreten, erklärt Berghausen: „Die Zahl der zurückgegebenen Plätze nimmt von Jahr zu Jahr zu.“ Dadurch sei die Chance, auch „Last-Minute“ noch einen Ausbildungsplatz zu ergattern, sehr hoch.