"Druck steigt von Stufe zu Stufe"

veröffentlicht

Auch gute Schüler melden sich verstärkt zur Nachhilfe an

Hannover (dpa/lni). Mathe, Chemie, Physik - was vormittags nicht in den Kopf hineingeht, das müssen Schüler nachmittags aufholen.

Oft mit professioneller Nachhilfe, für die Eltern viel Geld bezahlen. Auffällig: Auch gute Schüler melden sich in Niedersachsen verstärkt zum Extra-Pauken an.

Das geht aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei Kursanbietern, beim Landesschülerrat und beim Kultusministerium hervor. Zunehmend melden sich aber auch gute Schüler für Nachhilfe an, hieß es vom Unternehmen Schülerhilfe, das mit den Kindern gegen Bezahlung nachmittags den Stoff aus dem Unterricht wiederholt.

Der Landesschülerrat forderte in diesem Zusammenhang ein stärkeres Engagement von Schulen und vom Land. Das Kultusministerium setzt dabei auf das Ganztagsschulprogramm, das die Förderung von Schülern verbessern könne, sagte eine Sprecherin.

Einen Nachhilfe-Boom gibt es aber in Niedersachsen nicht, hieß es vom Anbieter Studienkreis. "Die Nachfrage ist allgemein schon seit vielen Jahren auf relativ hohem Niveau konstant", erklärte Claudia Hofeldt vom Studienkreis. Das Unternehmen hilft etwa 8000 Schülerinnen und Schülern, die meisten sind zwischen 11 und 15 Jahren alt. Fast die Hälfte aller Nachhilfeschüler besucht das Gymnasium.

Der Vorsitzende des Landesschülerrats, Helge Feußahrens, sagte, bereits Viertklässler, die auf das Gymnasium wechseln sollten, würden zur Nachhilfe geschickt. "Der Druck am Gymnasium steigert sich dann von Klassenstufe zu Klassenstufe. Viele Eltern drücken ihren Kindern dann Nachhilfe auf", sagte Feußahrens. Den Kindern bleibe so weniger Zeit für Entspannung und Freizeit. Eltern seien oft auch nicht in der Lage, fachgerecht bei Hausaufgaben oder Lernproblemen zu helfen.

Der Anbieter Schülerhilfe will eigene Zahlen nicht preisgeben, weist aber darauf hin, dass gestiegener Leistungsdruck, Konkurrenz und der veränderte Arbeitsmarkt Folgen hätten. "Wir stellen fest, dass immer häufiger auch gute Schüler Nachhilfe in Anspruch nehmen, um auf einen bestmöglichen Schulabschluss hinzuarbeiten", sagte Pressesprecherin Sabine Angelkorte.

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"Druck steigt von Stufe zu Stufe"Auch gute Schüler melden sich verstärkt zur Nachhilfe anHannover (dpa/lni). Mathe, Chemie, Physik - was vormittags nicht in den Kopf hineingeht, das müssen Schüler nachmittags aufholen.Oft mit professioneller Nachhilfe, für die Eltern viel Geld bezahlen. Auffällig: Auch gute Schüler melden sich in Niedersachsen verstärkt zum Extra-Pauken an.Das geht aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei Kursanbietern, beim Landesschülerrat und beim Kultusministerium hervor. Zunehmend melden sich aber auch gute Schüler für Nachhilfe an, hieß es vom Unternehmen Schülerhilfe, das mit den Kindern gegen Bezahlung nachmittags den Stoff aus dem Unterricht wiederholt.Der Landesschülerrat forderte in diesem Zusammenhang ein stärkeres Engagement von Schulen und vom Land. Das Kultusministerium setzt dabei auf das Ganztagsschulprogramm, das die Förderung von Schülern verbessern könne, sagte eine Sprecherin.Einen Nachhilfe-Boom gibt es aber in Niedersachsen nicht, hieß es vom Anbieter Studienkreis. "Die Nachfrage ist allgemein schon seit vielen Jahren auf relativ hohem Niveau konstant", erklärte Claudia Hofeldt vom Studienkreis. Das Unternehmen hilft etwa 8000 Schülerinnen und Schülern, die meisten sind zwischen 11 und 15 Jahren alt. Fast die Hälfte aller Nachhilfeschüler besucht das Gymnasium.Der Vorsitzende des Landesschülerrats, Helge Feußahrens, sagte, bereits Viertklässler, die auf das Gymnasium wechseln sollten, würden zur Nachhilfe geschickt. "Der Druck am Gymnasium steigert sich dann von Klassenstufe zu Klassenstufe. Viele Eltern drücken ihren Kindern dann Nachhilfe auf", sagte Feußahrens. Den Kindern bleibe so weniger Zeit für Entspannung und Freizeit. Eltern seien oft auch nicht in der Lage, fachgerecht bei Hausaufgaben oder Lernproblemen zu helfen.Der Anbieter Schülerhilfe will eigene Zahlen nicht preisgeben, weist aber darauf hin, dass gestiegener Leistungsdruck, Konkurrenz und der veränderte Arbeitsmarkt Folgen hätten. "Wir stellen fest, dass immer häufiger auch gute Schüler Nachhilfe in Anspruch nehmen, um auf einen bestmöglichen Schulabschluss hinzuarbeiten", sagte Pressesprecherin Sabine Angelkorte.