COPD : Die Lunge will nicht so wie der Kopf

Von Ulrike Mißbach

Frank Kühne leidet seit 14 Jahren an einer chronisch obstruktiven Lungenentzündung (COPD)

Minden (mt). Er fühlt sich wie ein Gefangener im eigenen Körper: Sein Kopf möchte zwar etwas tun, doch seine Lunge spielt nicht mit. Jede noch so kleine Belastung wird für den 45-Jährigen zu einer Herausforderung.

Frank Kühne leidet seit rund 14 Jahren an COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und ist ständig auf einen Sauerstoffkonzentrator angewiesen. - © Foto: Alex Lehn
Frank Kühne leidet seit rund 14 Jahren an COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und ist ständig auf einen Sauerstoffkonzentrator angewiesen. (© Foto: Alex Lehn)

Seit rund 14 Jahren leidet Frank Kühne an COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung). "Es ist, als ob man den ganzen Tag durch einen Strohhalm atmen muss", erläutert der Mindener. Einfach mal frei durchatmen, davon kann er nur träumen. 18 Stunden pro Tag ist der 45-Jährige an einen Sauerstoffkonzentrator angeschlossen. Gleich, ob er in seinen eigenen vier Wänden, im Supermarkt oder im Glacis unterwegs ist - ohne Konzentrator geht gar nichts. Doch auch mit der Hilfe des lebensrettenden Gerätes kann der 45-Jährige keine weiten Strecken zurücklegen. "Für 300 Meter benötige ich rund sechs Minuten."

Da wird dann bereits der ganz normale Besuch im Supermarkt zur Anstrengung. "Ich habe zwar einen Behindertenausweis, darf meinen Wagen aber nicht auf den Behindertenparkplätzen abstellen", berichtet Frank Kühne, der seit rund einem Jahr Frührentner ist. Die Behörden sähen nur, dass er ja zwei ganz normale Beine habe. "Dass mir aber die Luft für weite Wege fehlt, wird dabei leider nicht berücksichtigt."

Da er nie wisse, wie es ihm gehe, könne er nichts planen. Sein Leben richtet sich einzig und allein nach der Krankheit. "Das heißt aber nicht, dass ich nicht weiterhin am ganz normalen Leben teilnehmen möchte, wenn es mir möglich ist", berichtet Kühne. In seinem Inneren sei er noch immer der gleiche Mensch wie vor seiner Krankheit. "Ich lache gerne, bin immer noch gerne unter Menschen und gehe auch gerne mal aus." Das Fatale sei zudem, dass ihm niemand seine Krankheit ansehe. "Ich sehe nicht so krank aus, wie jemand mit Krebs oder einer anderen Erkrankung".

Auslöser von COPD ist in über 80 Prozent das Rauchen. "Ich habe täglich etwa 20 Zigaretten geraucht", gesteht Frank Kühne. In Deutschland sind zwischen zehn und 15 Prozent der Erwachsenen (rund fünf Millionen Menschen) an COPD erkrankt. "Weltweit stellt die Krankheit inzwischen die vierthäufigste Todesursache dar", sagt der 45-Jährige. "Mediziner rechnen sogar damit, dass sie im Jahr 2020 bereits an dritter Stelle stehen wird."

Sport treiben und Selbsthilfegruppe wichtig
Wichtig sei, so Frank Kühne, dass COPD-Kranke trotz ihrer Krankheit an Sportangeboten teilnehmen, damit nicht auch noch ihr Herz-Kreislauf-System in Mitleidenschaft gezogen werde. Ansprechpartner ist hier unter anderem der Reha- und Gesundheitssportverein am Wiehen in Lübbecke.

Trost und Zuwendungen findet der 45-Jährige in der Selbsthilfegruppe COPD vor Ort Minden, die sich an jedem vierten Freitag im Monat um 16 Uhr in den Räumen der Paritätischen Begegnungsstätte Küster-Kümpers an der Bismarckstraße 51 trifft. Interessenten können sich bei Frank Kühne, Telefon: (0571) 40512190, Handy: 0176-57104136, melden.

Wie bereits im vergangenen Jahr wird es auch 2012 wieder einen Atemwegstag, besser gesagt: Atemwegstage geben. Unter anderem wird es verschiedene Workshops geben. Für den Workshop "Kochen" am 21. September nimmt Frank Kühne bereits ab sofort Anmeldungen an. Geplant ist zudem ein Nichtraucher-Workshop.

Darüber hinaus startet am Mittwoch, 24. Oktober, eine Vortragsreihe im Hörsaal des medizinischen Zentrums am Klinikum, Flurweg 13. copd-vor-ort-minden.de

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COPD : Die Lunge will nicht so wie der KopfFrank Kühne leidet seit 14 Jahren an einer chronisch obstruktiven Lungenentzündung (COPD)Von Ulrike MißbachMinden (mt). Er fühlt sich wie ein Gefangener im eigenen Körper: Sein Kopf möchte zwar etwas tun, doch seine Lunge spielt nicht mit. Jede noch so kleine Belastung wird für den 45-Jährigen zu einer Herausforderung.Seit rund 14 Jahren leidet Frank Kühne an COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung). "Es ist, als ob man den ganzen Tag durch einen Strohhalm atmen muss", erläutert der Mindener. Einfach mal frei durchatmen, davon kann er nur träumen. 18 Stunden pro Tag ist der 45-Jährige an einen Sauerstoffkonzentrator angeschlossen. Gleich, ob er in seinen eigenen vier Wänden, im Supermarkt oder im Glacis unterwegs ist - ohne Konzentrator geht gar nichts. Doch auch mit der Hilfe des lebensrettenden Gerätes kann der 45-Jährige keine weiten Strecken zurücklegen. "Für 300 Meter benötige ich rund sechs Minuten."Da wird dann bereits der ganz normale Besuch im Supermarkt zur Anstrengung. "Ich habe zwar einen Behindertenausweis, darf meinen Wagen aber nicht auf den Behindertenparkplätzen abstellen", berichtet Frank Kühne, der seit rund einem Jahr Frührentner ist. Die Behörden sähen nur, dass er ja zwei ganz normale Beine habe. "Dass mir aber die Luft für weite Wege fehlt, wird dabei leider nicht berücksichtigt."Da er nie wisse, wie es ihm gehe, könne er nichts planen. Sein Leben richtet sich einzig und allein nach der Krankheit. "Das heißt aber nicht, dass ich nicht weiterhin am ganz normalen Leben teilnehmen möchte, wenn es mir möglich ist", berichtet Kühne. In seinem Inneren sei er noch immer der gleiche Mensch wie vor seiner Krankheit. "Ich lache gerne, bin immer noch gerne unter Menschen und gehe auch gerne mal aus." Das Fatale sei zudem, dass ihm niemand seine Krankheit ansehe. "Ich sehe nicht so krank aus, wie jemand mit Krebs oder einer anderen Erkrankung".Auslöser von COPD ist in über 80 Prozent das Rauchen. "Ich habe täglich etwa 20 Zigaretten geraucht", gesteht Frank Kühne. In Deutschland sind zwischen zehn und 15 Prozent der Erwachsenen (rund fünf Millionen Menschen) an COPD erkrankt. "Weltweit stellt die Krankheit inzwischen die vierthäufigste Todesursache dar", sagt der 45-Jährige. "Mediziner rechnen sogar damit, dass sie im Jahr 2020 bereits an dritter Stelle stehen wird."Sport treiben und Selbsthilfegruppe wichtigWichtig sei, so Frank Kühne, dass COPD-Kranke trotz ihrer Krankheit an Sportangeboten teilnehmen, damit nicht auch noch ihr Herz-Kreislauf-System in Mitleidenschaft gezogen werde. Ansprechpartner ist hier unter anderem der Reha- und Gesundheitssportverein am Wiehen in Lübbecke.Trost und Zuwendungen findet der 45-Jährige in der Selbsthilfegruppe COPD vor Ort Minden, die sich an jedem vierten Freitag im Monat um 16 Uhr in den Räumen der Paritätischen Begegnungsstätte Küster-Kümpers an der Bismarckstraße 51 trifft. Interessenten können sich bei Frank Kühne, Telefon: (0571) 40512190, Handy: 0176-57104136, melden.Wie bereits im vergangenen Jahr wird es auch 2012 wieder einen Atemwegstag, besser gesagt: Atemwegstage geben. Unter anderem wird es verschiedene Workshops geben. Für den Workshop "Kochen" am 21. September nimmt Frank Kühne bereits ab sofort Anmeldungen an. Geplant ist zudem ein Nichtraucher-Workshop.Darüber hinaus startet am Mittwoch, 24. Oktober, eine Vortragsreihe im Hörsaal des medizinischen Zentrums am Klinikum, Flurweg 13. copd-vor-ort-minden.de