Das „White House“ wird versteigert

Jörg Stuke

Villa mit Park: Das „White House“steht auf einem 4700 Quadratmeter großen Grundstück. Zur Immobilie gehört auch eine Doppelgarage, über der sich früher eine Personalwohnungen befand. Die Nachbarschaft an der Schützenstraße ist von schmucken Villen geprägt. Foto: WDGA-AG - © Jörg Stuke
Villa mit Park: Das „White House“steht auf einem 4700 Quadratmeter großen Grundstück. Zur Immobilie gehört auch eine Doppelgarage, über der sich früher eine Personalwohnungen befand. Die Nachbarschaft an der Schützenstraße ist von schmucken Villen geprägt. Foto: WDGA-AG (© Jörg Stuke)

Bad Oeynhausen (nw). Das Beste kommt zum Schluss. 39 Objekte will die Westdeutsche Grundstücksauktionen AG (WDGA) am Freitag versteigern. An Stelle 39 steht eine Immobilie aus Bad Oeynhausen: Das „White House“, die ehemalige Kommandeursvilla der britischen Streitkräfte, soll als letztes Objekt unter den Hammer kommen. Die Reihenfolge ist kein Zufall, sondern Dramaturgie, wie Auktionator Gabor Kaufhold versichert. „Denn das ,White House' ist schon etwas Besonderes.“

Dass die Villa am Freitag verkauft wird, daran hat Kaufhold keinerlei Zweifel. Zum Startpreis von 350 000 Euro steht das „Weiße Haus“ von Bad Oeynhausen im Katalog. „Die sind auch bereits geboten“, sagt der Auktionator, der ein reges Interesse an der Britenvilla registriert hat. „Es gab rund 70 konkrete Anfragen für das Objekt und mehrere Besichtigungstermine“, berichtet Kaufhold. Die Vorstellungen, was die Interessenten mit dem Gebäude vorhaben, seien sehr unterschiedlich. „Das ist ein bunt gemischtes Spektrum vom privaten Wohnen bis zur gewerblichen Nutzung“, sagt Kaufhold.

Dass das Interesse nun so groß sei, sei auch auf den attraktiven Startpreis zurückzuführen, vermutet er. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) hatte bereits zwei Bieterverfahren für die Villa durchgeführt – beide ohne Verkaufserfolg. Die BIMA hatte aber auch einen Verkaufspreis von 900 000 Euro für das Gebäude mit 715 Quadratmetern Wohnfläche und einem 4710 Quadratmeter großen Grundstück angesetzt. Das von der WDAG nun festgesetzte Mindestgebot von 350 000 Euro sei mit der BIMA abgestimmt, versichert Kaufhold. Denn schließlich ist es ja möglich, dass das Gebäude auch zu diesem Preis weggeht. Kaufhold hofft natürlich, dass das „Weiße Haus“ mehr bringt. „Aber das wissen wir erst am Freitagnachmittag“, sagt der Auktionator.

Besonders ist die Villa für ihn aus zwei Gründen: „Es ist ein architektonischer Rohdiamant“, findet der Auktionator. Dazu komme die historische Bedeutung des Gebäudes. Die etwa 1950 errichtete Villa war Wohnsitz der Kommandeure der britischen Garnison in Herford. Letzter Bewohner war der Brigadegeneral Simon Humphrey, der das „White House“ im Sommer 2014 verließ, da die britischen Streitkräfte aus Deutschland abzogen. Seitdem liegt die Immobilie, die seit Februar 2015 in weiten Teilen unter Denkmalschutz steht, in der Hand der BIMA.

Die Auktion der WDAG beginnt am Freitag, 8. Dezember, um 11 Uhr im Hilton Cologne Hotel in Köln. Voraussichtlich drei Auktionatoren werden dabei zum Einsatz kommen. Gabor Kaufhold rechnet damit, dass die Auktion bis etwa 17 Uhr dauert. Dann müsste feststehen, wer neuer Eigentümer des „White House“ wird.

Näheres zur Auktion in Köln und zum „Weißen Haus“ gibt es im Internet unter www.wdga-ag.de.

Copyright © Mindener Tageblatt 2017
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Das „White House“ wird versteigertJörg StukeBad Oeynhausen (nw). Das Beste kommt zum Schluss. 39 Objekte will die Westdeutsche Grundstücksauktionen AG (WDGA) am Freitag versteigern. An Stelle 39 steht eine Immobilie aus Bad Oeynhausen: Das „White House“, die ehemalige Kommandeursvilla der britischen Streitkräfte, soll als letztes Objekt unter den Hammer kommen. Die Reihenfolge ist kein Zufall, sondern Dramaturgie, wie Auktionator Gabor Kaufhold versichert. „Denn das ,White House' ist schon etwas Besonderes.“ Dass die Villa am Freitag verkauft wird, daran hat Kaufhold keinerlei Zweifel. Zum Startpreis von 350 000 Euro steht das „Weiße Haus“ von Bad Oeynhausen im Katalog. „Die sind auch bereits geboten“, sagt der Auktionator, der ein reges Interesse an der Britenvilla registriert hat. „Es gab rund 70 konkrete Anfragen für das Objekt und mehrere Besichtigungstermine“, berichtet Kaufhold. Die Vorstellungen, was die Interessenten mit dem Gebäude vorhaben, seien sehr unterschiedlich. „Das ist ein bunt gemischtes Spektrum vom privaten Wohnen bis zur gewerblichen Nutzung“, sagt Kaufhold. Dass das Interesse nun so groß sei, sei auch auf den attraktiven Startpreis zurückzuführen, vermutet er. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) hatte bereits zwei Bieterverfahren für die Villa durchgeführt – beide ohne Verkaufserfolg. Die BIMA hatte aber auch einen Verkaufspreis von 900 000 Euro für das Gebäude mit 715 Quadratmetern Wohnfläche und einem 4710 Quadratmeter großen Grundstück angesetzt. Das von der WDAG nun festgesetzte Mindestgebot von 350 000 Euro sei mit der BIMA abgestimmt, versichert Kaufhold. Denn schließlich ist es ja möglich, dass das Gebäude auch zu diesem Preis weggeht. Kaufhold hofft natürlich, dass das „Weiße Haus“ mehr bringt. „Aber das wissen wir erst am Freitagnachmittag“, sagt der Auktionator. Besonders ist die Villa für ihn aus zwei Gründen: „Es ist ein architektonischer Rohdiamant“, findet der Auktionator. Dazu komme die historische Bedeutung des Gebäudes. Die etwa 1950 errichtete Villa war Wohnsitz der Kommandeure der britischen Garnison in Herford. Letzter Bewohner war der Brigadegeneral Simon Humphrey, der das „White House“ im Sommer 2014 verließ, da die britischen Streitkräfte aus Deutschland abzogen. Seitdem liegt die Immobilie, die seit Februar 2015 in weiten Teilen unter Denkmalschutz steht, in der Hand der BIMA. Die Auktion der WDAG beginnt am Freitag, 8. Dezember, um 11 Uhr im Hilton Cologne Hotel in Köln. Voraussichtlich drei Auktionatoren werden dabei zum Einsatz kommen. Gabor Kaufhold rechnet damit, dass die Auktion bis etwa 17 Uhr dauert. Dann müsste feststehen, wer neuer Eigentümer des „White House“ wird. Näheres zur Auktion in Köln und zum „Weißen Haus“ gibt es im Internet unter www.wdga-ag.de.