Betrügerbande zerschlagen: Senior aus Bad Oeynhausen um mehrere tausend Euro erleichtert

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Die Polizeibehörden im Kreis Minden-Lübbecke, Hannover und Ludwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz) haben eine Bande von mutmaßlichen Betrügern zerschlagen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa - © Daniel Reinhardt
Die Polizeibehörden im Kreis Minden-Lübbecke, Hannover und Ludwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz) haben eine Bande von mutmaßlichen Betrügern zerschlagen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa (© Daniel Reinhardt)

Bad Oeynhausen/Hannover/Ludwigshafen am Rhein (mt/mei). Die Polizeibehörden im Kreis Minden-Lübbecke, Hannover und Ludwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz) haben eine Bande von mutmaßlichen Betrügern zerschlagen. Der Kopf der Kriminellen, eine 31-jährige Frau aus Hannover, hat sich vor kurzem der Justiz gestellt. Nach ihr wurde seit längerem bundesweit per Haftbefehl gefahndet. Die Bande hatte über einen Zeitraum von gut eineinhalb Jahren einen älteren Mann aus Bad Oeynhausen um einen sechsstelligen Eurobetrag erleichtert, teilte die Polizei mit.

Im vergangenen Jahr meldete sich auf eine Verkaufsanzeige des verwitweten Bad Oeynhauseners die 31-Jährige bei ihrem späteren Opfer. Nach Erkenntnissen der Polizei gaukelte die Frau ihm unter Nennung eines falschen Namens und Herkunft vor, dass sie nicht nur an einer geschäftlichen Beziehung interessiert sei. Bei ersten persönlichen Kontakten erschlich sich die Frau das Vertrauen des gut situierten Seniors. Diese Treffen fanden offenbar schnell ein Ende. Danach tauschten sich beide nur noch am Telefon aus. Nach kurzer Zeit bat die 31-jährige Frau den Mann um Geld. Dabei ging es immer wieder um mehrere Tausend Euro, welche sie für verschiedenste Anschaffungen, wie Kleidung, Schmuck oder ein Auto, benötigen würde.

Der Bad Oeynhausener wollte das Geld allerdings nicht verschenken, sondern glaubte sich durch den Abschluss eines Art "Darlehnsvertrags" einschließlich einer Rückzahlungsverpflichtung abgesichert. Abgeholt wurden die Beträge an der Haustür des Seniors durch diverse Boten.

Als der Rentner sich bei der Polizei meldete, gelang es heimischen Zivilfahndern im Oktober eine Geldbotin festzunehmen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um die 14-jährige Tochter der 31-Jährigen. Durch weitere Ermittlungen konnte die echte Identität geklärt werden, gegen sie ihn Hannover ansässige Frau wurde ein Haftbefehl wegen des Vorwurfs des schweren Bandenbetrugs erlassen.

Vor einer Wohnungsdurchsuchung in Hannover tauchte sie 31-Jährige mit ihrem Ehemann unter. Die Ermittler verfolgten ihre Spur bis nach Ludwigshafen. Dort konnte sie sich laut Polizei bei einer Durchsuchungsaktion erneut einer Festnahme entziehen. Ermittlungen ergaben, dass sie nach Hannover zurückgekehrt war. Hier stellte sie sich schließlich in Begleitung ihrer Anwältin vor knapp zwei Wochen den niedersächsischen Behörden. Da die Frau ein Geständnis ablegte, wurde der Haftbefehl gegen sie unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Polizei und Justiz ist die Frau bereits einschlägig bekannt. Derzeit steht die 31-Jährige unter Bewährung, da sie mit der gleichen Betrugsmasche in Hannover ein Opfer um 75.000 Euro betrog. Ermittler und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die jüngste Tat nun eine mehrjährige Haftstrafe für die Frau nach sich ziehen wird.



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Betrügerbande zerschlagen: Senior aus Bad Oeynhausen um mehrere tausend Euro erleichtertBad Oeynhausen/Hannover/Ludwigshafen am Rhein (mt/mei). Die Polizeibehörden im Kreis Minden-Lübbecke, Hannover und Ludwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz) haben eine Bande von mutmaßlichen Betrügern zerschlagen. Der Kopf der Kriminellen, eine 31-jährige Frau aus Hannover, hat sich vor kurzem der Justiz gestellt. Nach ihr wurde seit längerem bundesweit per Haftbefehl gefahndet. Die Bande hatte über einen Zeitraum von gut eineinhalb Jahren einen älteren Mann aus Bad Oeynhausen um einen sechsstelligen Eurobetrag erleichtert, teilte die Polizei mit. Im vergangenen Jahr meldete sich auf eine Verkaufsanzeige des verwitweten Bad Oeynhauseners die 31-Jährige bei ihrem späteren Opfer. Nach Erkenntnissen der Polizei gaukelte die Frau ihm unter Nennung eines falschen Namens und Herkunft vor, dass sie nicht nur an einer geschäftlichen Beziehung interessiert sei. Bei ersten persönlichen Kontakten erschlich sich die Frau das Vertrauen des gut situierten Seniors. Diese Treffen fanden offenbar schnell ein Ende. Danach tauschten sich beide nur noch am Telefon aus. Nach kurzer Zeit bat die 31-jährige Frau den Mann um Geld. Dabei ging es immer wieder um mehrere Tausend Euro, welche sie für verschiedenste Anschaffungen, wie Kleidung, Schmuck oder ein Auto, benötigen würde. Der Bad Oeynhausener wollte das Geld allerdings nicht verschenken, sondern glaubte sich durch den Abschluss eines Art "Darlehnsvertrags" einschließlich einer Rückzahlungsverpflichtung abgesichert. Abgeholt wurden die Beträge an der Haustür des Seniors durch diverse Boten. Als der Rentner sich bei der Polizei meldete, gelang es heimischen Zivilfahndern im Oktober eine Geldbotin festzunehmen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um die 14-jährige Tochter der 31-Jährigen. Durch weitere Ermittlungen konnte die echte Identität geklärt werden, gegen sie ihn Hannover ansässige Frau wurde ein Haftbefehl wegen des Vorwurfs des schweren Bandenbetrugs erlassen. Vor einer Wohnungsdurchsuchung in Hannover tauchte sie 31-Jährige mit ihrem Ehemann unter. Die Ermittler verfolgten ihre Spur bis nach Ludwigshafen. Dort konnte sie sich laut Polizei bei einer Durchsuchungsaktion erneut einer Festnahme entziehen. Ermittlungen ergaben, dass sie nach Hannover zurückgekehrt war. Hier stellte sie sich schließlich in Begleitung ihrer Anwältin vor knapp zwei Wochen den niedersächsischen Behörden. Da die Frau ein Geständnis ablegte, wurde der Haftbefehl gegen sie unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Polizei und Justiz ist die Frau bereits einschlägig bekannt. Derzeit steht die 31-Jährige unter Bewährung, da sie mit der gleichen Betrugsmasche in Hannover ein Opfer um 75.000 Euro betrog. Ermittler und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die jüngste Tat nun eine mehrjährige Haftstrafe für die Frau nach sich ziehen wird.