Lösungsmittel in der Klimaanlage: Alle OPs in Oeynhausen abgesagt

veröffentlicht

In Bad Oeynhausen wurden vorsorglich alle OPs abgesagt. - © Symbolfoto: MT-Archiv
In Bad Oeynhausen wurden vorsorglich alle OPs abgesagt. (© Symbolfoto: MT-Archiv)

Bad Oeynhausen (mt/nik). Lösungsmitteldämpfe in der Klimaanlage des Krankenhauses Bad Oeynhausen haben am Donnerstagmorgen zu einer Absage sämtlicher Operationen dort geführt. Wie die Presseabteilung der Mühlenkreiskliniken mitteilt, gelangten die Stoffe vermutlich durch eine bei Dacharbeiten aufgetragene Grundierung in die Lüftungsanlage des Krankenhauses und wurde in die OP-Säle geleitet. Dreizehn Mitarbeiter im OP-Bereich klagten daraufhin über Kopfschmerzen und Übelkeit. Vier von ihnen wurden zwischenzeitlich stationär aufgenommen, können aber nach Auskunft des Pressesprechers vermutlich noch heute wieder entlassen werden. Patienten seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen und würden wie gewohnt behandelt.

Die Operationen des Tages seien vorsorglich abgesagt worden. Notfälle würden in einem dem OP-Standard entsprechenden Kreißsaal durchgeführt. „Für den Bedarfsfall sind am Johannes Wesling Klinikum und am Krankenhaus Lübbecke-Rahden weitere Behandlungskapazitäten geschaffen worden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Warum das Lösungsmittel die starken Reaktionen auslöste, soll jetzt von Fachfirmen geklärt werden. Laut Auskunft des Krankenhauses handelte es sich bei der verwendeten Grundierung um ein Standardprodukt. „Es darf mit handelsüblichem Gesichtsschutz aufgetragen werden und gilt laut Sicherheitsdatenblatt des Herstellers als reizend für die Atemwege“, heißt es weiter. Als Behandlungsempfehlung bei Kontamination würden das „Entfernen aus dem Gefahrenbereich“ und das „Zuführen von Frischluft“ empfohlen.

In der Raumluft wurden kurze Zeit nach dem Vorfall keine Partikel des Lösungsmittels mehr nachgewiesen. Die Untersuchungsergebnisse der Klimaanlage und des verwendeten Lösungsmittels stehen noch aus, so der Pressesprecher. Nach Abschluss dieser Untersuchungen werde über das weitere Vorgehen und die Öffnung der OPs entschieden.

Copyright © Mindener Tageblatt 2017
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Lösungsmittel in der Klimaanlage: Alle OPs in Oeynhausen abgesagtBad Oeynhausen (mt/nik). Lösungsmitteldämpfe in der Klimaanlage des Krankenhauses Bad Oeynhausen haben am Donnerstagmorgen zu einer Absage sämtlicher Operationen dort geführt. Wie die Presseabteilung der Mühlenkreiskliniken mitteilt, gelangten die Stoffe vermutlich durch eine bei Dacharbeiten aufgetragene Grundierung in die Lüftungsanlage des Krankenhauses und wurde in die OP-Säle geleitet. Dreizehn Mitarbeiter im OP-Bereich klagten daraufhin über Kopfschmerzen und Übelkeit. Vier von ihnen wurden zwischenzeitlich stationär aufgenommen, können aber nach Auskunft des Pressesprechers vermutlich noch heute wieder entlassen werden. Patienten seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen und würden wie gewohnt behandelt.Die Operationen des Tages seien vorsorglich abgesagt worden. Notfälle würden in einem dem OP-Standard entsprechenden Kreißsaal durchgeführt. „Für den Bedarfsfall sind am Johannes Wesling Klinikum und am Krankenhaus Lübbecke-Rahden weitere Behandlungskapazitäten geschaffen worden“, heißt es in der Pressemitteilung. Warum das Lösungsmittel die starken Reaktionen auslöste, soll jetzt von Fachfirmen geklärt werden. Laut Auskunft des Krankenhauses handelte es sich bei der verwendeten Grundierung um ein Standardprodukt. „Es darf mit handelsüblichem Gesichtsschutz aufgetragen werden und gilt laut Sicherheitsdatenblatt des Herstellers als reizend für die Atemwege“, heißt es weiter. Als Behandlungsempfehlung bei Kontamination würden das „Entfernen aus dem Gefahrenbereich“ und das „Zuführen von Frischluft“ empfohlen. In der Raumluft wurden kurze Zeit nach dem Vorfall keine Partikel des Lösungsmittels mehr nachgewiesen. Die Untersuchungsergebnisse der Klimaanlage und des verwendeten Lösungsmittels stehen noch aus, so der Pressesprecher. Nach Abschluss dieser Untersuchungen werde über das weitere Vorgehen und die Öffnung der OPs entschieden.