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Trennung des Mülls eine kleine Wissenschaft - Keine Probleme in Petershagen

Von Uwe Vinke

Plastik kann auch Bioabfall sein / Nicht alle Wertstoffe in den gelben Sack / Vorsätzliche Falschentsorgung kostet Geld

Petershagen (mt). Mülltrennung ist heute eine Wissenschaft für sich. Nicht in jeder Tonne oder gelbem Sack landet der Stoff, der dort hineingehört. Manchmal wird aber auch vorsätzlich geschummelt.

Wer seinen Abfall nicht richtig trennt, kann Probleme bei der Müllabfuhr und mit der Stadt bekommen. Hilfreich ist eine solche Trennbox im Haushalt. MT-Archiv - © foto: dpa
Wer seinen Abfall nicht richtig trennt, kann Probleme bei der Müllabfuhr und mit der Stadt bekommen. Hilfreich ist eine solche Trennbox im Haushalt. MT-Archiv (© foto: dpa)
Mülltrennung eine kleine Wissenschaft - © PETERSHAGEN
Mülltrennung eine kleine Wissenschaft (© PETERSHAGEN)

"In der Stadt Petershagen ist das kein großes Problem", stellt Ralf Niemann fest. Der Leiter des städtischen Bauhofes muss es wissen, denn seine Mitarbeiter werden gerufen, wenn der Müll nicht in der richtigen Tonne landet. Meist fällt es den Nachbarn auf oder dem Müllwagenfahrer.

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Es gebe immer mal wieder Einzelfälle, verweist Niemann auf einen aktuellen Fall. Hier habe es den Hinweis gegeben, dass Restmüll in der Papiertonne und auch im Biomüll entsorgt worden sei. "Mitarbeiter haben die Tonnen kontrolliert und nichts gefunden", berichtet der Bauhofleiter und ergänzt: "Wir wühlen aber nicht die ganze Tonne durch."

Im Einsatz ist der Bauhof auch, wenn mal wieder Müll in der Landschaft "wild entsorgt" wurde. Dies passiert meist nachts und an abgelegenen Stellen (das MT berichtete). "Dann werden auch das Ordnungsamt der Stadt und das Kreisumweltamt eingeschaltet", erklärt Niemann.

Die Ordnungsbehörde schreitet auch ein, wenn Müll auf einem Grundstück gelagert wird. "Wenn Müllsäcke etwa Ratten anziehen und Gefahr für die Umgebung davon ausgeht, wird das zuständige Amt des Kreises eingeschaltet", erklärt Markus Rubin vom Ordnungsamt der Stadt. Derzeit wird ein solcher Fall geprüft.

Wird der Unrat nicht vom Verursacher entfernt, muss der Bauhof zum Abtransport eingesetzt werden. "Nach dem Ordnungsgeld der Stadt gibt es dann auch noch eine Rechnung des Bauhofes", beschreibt Ralf Niemann den Kostenrahmen.

Solche Einzelfälle sind in der Stadt Petershagen eher selten. Nicht so selten komme es vor, dass in der Biotonne auch Plastik lande, weiß Klaus-Günter Behrmann, Leiter des Baubetriebes und zuständig für die Abfallentsorgung.

Derzeit werde im Kompostwerk auf der Pohlschen Heide der Inhalt der Biotonnen genauer begutachtet. "Dabei hat sich gezeigt, dass auch viele gelbe Säcke im Biomüll landen", berichtet Behrmann. In den Säcken werde der Bioabfall in den Haushalten gesammelt.

Die gelben Säcke sind zwar für die Abfallentsorgung vorgesehen, jedoch nicht so. Für Biomüll gebe es spezielle Plastikbeutel, die biologisch abbaubar seien und in der Biotonne entsorgt werden dürften, weiß Behrmann.

Das erfuhr auch eine Frau, die den Bauhof der Stadt darüber informierte, dass in der Biotonne der Lahder Paintballhalle Plastik liege. "Die Plastikummantelung der Farbkugeln darf in die Biotonne. Das Material wird biologisch abgebaut", erklärte Bauhofleiter Ralf Niemann hierzu.

Sind Restmüll und Biomüll sowie Papier im Normalfall noch gut zu trennen, gibt es doch viel Unwissenheit beim Inhalt des gelben Sackes. In ihm dürfen nur die Wertstoffe entsorgt werden, die den "Grünen Punkt (Pfeil)" des Dualen Systems Deutschland (DSD) haben.

Das DSD organisiert Einsammlung und Wiederverwertung der markierten Verpackungen. Finanziert wird es von den Firmen, die diese Verpackung herstellen.

Es gibt aber auch andere Verpackungen, für die nicht gezahlt wird. "Dazu gehört auch Styropor", weiß Klaus-Günter Behrmann. Dieses Material müsse vom Lieferanten zurückgenommen werden. Styropor gehöre nicht in den gelben Sack, auch wenn es ein Wertstoff sei, so Behrmann. "Gelbe Säcke mit Styropor können von der Müllabfuhr liegen gelassen werden".

Abhilfe wäre die Wertstofftonne, in der alle Wertstoffe gesammelt werden könnten. Die gibt es in Petershagen aber nicht - noch nicht. Solange ist in den Haushalten die Mülltrennung eine Wissenschaft für sich. "Hilfestellung geben wir mit dem Abfallkalender, der auch eine Auflistung der Abfallarten und ihrer Entsorgung enthält", verweist Klaus-Günter Behrmann auf die jährliche Information der Stadt.

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