Medizinische Innovation in der Prostata-Behandlung am Mindener Klinikum

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Auf den Punkt genau

Minden (mt/hn). Der Experte ist begeistert: "Es ist ein echter Quantensprung in der Diagnostik des Prostatakarzinoms", erklärt Prof. Dr. Hansjürgen Piechota, Chefarzt der Klinik für Urologie am Johannes Wesling Klinikum Minden (JWK).

Mit dem neuen Biopsee-Gerät könne die Urologen am Johannes Wesling Klinikum millimetergenau Gewebeproben aus der erkrankten Prostata entnehmen. - © Foto: pr/ MKK
Mit dem neuen Biopsee-Gerät könne die Urologen am Johannes Wesling Klinikum millimetergenau Gewebeproben aus der erkrankten Prostata entnehmen. (© Foto: pr/ MKK)

Um die Tumor-Art und die individuelle Gefährlichkeit diagnostizieren zu können gibt es in der Klinik seit kurzem ein modernes Prostata Biopsee-Gerät, mit dem die Mediziner Untersuchungen in einer bisher ungeahnten Genauigkeit durchführen können.

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankungen bei Männern. Wird er früh erkannt gibt es kombinierbare Therapieangebote, die eine hohe Heilungschance bieten.

"Mit dem neuen Gerät können wir unterschiedliche bildgebende Verfahren, wie MRT und Ultraschall miteinander kombinieren und die Bilder übereinanderlegen. Das erlaubt uns, bis auf den Millimeter genau, Gewebeproben aus den verdächtigen Prostataregionen zu entnehmen", erklärt Piechota. Die Proben werden mit einer extrem feinen Nadel gezogen und im Institut für Pathologie untersucht. "Das Bahnbrechende ist, dass wir so sehr genau einschätzen können, welche Therapie im weiteren Verlauf die richtige für den Patienten ist", schwärmt der Chefarzt.

Anschaffung nur durch Spende möglich
Möglich geworden ist die Anschaffung des neuen Geräts durch eine Spende vom Förderverein operative Kliniken am Johannes Wesling Klinikum. Robert Möller, JWK-Geschäftsführer: "Allein aus den Vergütungen für die Patientenbehandlung wären wir heute nicht in der Lage, die Anschaffungskosten dieses Gerätes aufzubringen." 250000 Euro hat das Gerät gekostet. Die haben mehrere Großspender aufgebracht. Zu ihnen gehören Birgit Gärtner von der Firma porta Möbel, Dr. Thomas Bentz von der Melitta Unternehmensgruppe, Paul Gauselmann von der Gauselmann AG, Jürgen Tönsmeier von der Firma Tönsmeier, die Sparkasse Minden-Lübbecke, Helmut Dennig von der Denios AG, Dr. Ralf Jacob von der Firma Jacob und Rüdiger Bethke von der Firma Meyer-Holsen.

Bundesweit ist das Johannes Wesling Klinikum Minden die vierte Klinik, die diese patientenschonende und fortschrittliche Methode der Prostata-Biopsie einsetzt. Die Möglichkeiten der neuen Technik, da ist sich der Chefarzt der Klinik für Urologie ganz sicher, sind noch lange nicht ausgereizt.

"Es ist ein selbstlernendes System. Wir können so im Lauf der Jahre sehr exakte Daten über unterschiedliche Tumore sammeln und die Untersuchungen werden schonender und noch genauer werden. Das Verfahren bildet auch die Grundlage für eine künftig ganz gezielte und nebenwirkungsarme lokale Behandlung des Prostatakarzinoms, bei der möglicherweise nicht mehr die komplette Prostata bestrahlt oder operativ entfernt werden muss."

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Medizinische Innovation in der Prostata-Behandlung am Mindener KlinikumAuf den Punkt genauMinden (mt/hn). Der Experte ist begeistert: "Es ist ein echter Quantensprung in der Diagnostik des Prostatakarzinoms", erklärt Prof. Dr. Hansjürgen Piechota, Chefarzt der Klinik für Urologie am Johannes Wesling Klinikum Minden (JWK).Um die Tumor-Art und die individuelle Gefährlichkeit diagnostizieren zu können gibt es in der Klinik seit kurzem ein modernes Prostata Biopsee-Gerät, mit dem die Mediziner Untersuchungen in einer bisher ungeahnten Genauigkeit durchführen können.Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankungen bei Männern. Wird er früh erkannt gibt es kombinierbare Therapieangebote, die eine hohe Heilungschance bieten."Mit dem neuen Gerät können wir unterschiedliche bildgebende Verfahren, wie MRT und Ultraschall miteinander kombinieren und die Bilder übereinanderlegen. Das erlaubt uns, bis auf den Millimeter genau, Gewebeproben aus den verdächtigen Prostataregionen zu entnehmen", erklärt Piechota. Die Proben werden mit einer extrem feinen Nadel gezogen und im Institut für Pathologie untersucht. "Das Bahnbrechende ist, dass wir so sehr genau einschätzen können, welche Therapie im weiteren Verlauf die richtige für den Patienten ist", schwärmt der Chefarzt.Anschaffung nur durch Spende möglichMöglich geworden ist die Anschaffung des neuen Geräts durch eine Spende vom Förderverein operative Kliniken am Johannes Wesling Klinikum. Robert Möller, JWK-Geschäftsführer: "Allein aus den Vergütungen für die Patientenbehandlung wären wir heute nicht in der Lage, die Anschaffungskosten dieses Gerätes aufzubringen." 250000 Euro hat das Gerät gekostet. Die haben mehrere Großspender aufgebracht. Zu ihnen gehören Birgit Gärtner von der Firma porta Möbel, Dr. Thomas Bentz von der Melitta Unternehmensgruppe, Paul Gauselmann von der Gauselmann AG, Jürgen Tönsmeier von der Firma Tönsmeier, die Sparkasse Minden-Lübbecke, Helmut Dennig von der Denios AG, Dr. Ralf Jacob von der Firma Jacob und Rüdiger Bethke von der Firma Meyer-Holsen.Bundesweit ist das Johannes Wesling Klinikum Minden die vierte Klinik, die diese patientenschonende und fortschrittliche Methode der Prostata-Biopsie einsetzt. Die Möglichkeiten der neuen Technik, da ist sich der Chefarzt der Klinik für Urologie ganz sicher, sind noch lange nicht ausgereizt."Es ist ein selbstlernendes System. Wir können so im Lauf der Jahre sehr exakte Daten über unterschiedliche Tumore sammeln und die Untersuchungen werden schonender und noch genauer werden. Das Verfahren bildet auch die Grundlage für eine künftig ganz gezielte und nebenwirkungsarme lokale Behandlung des Prostatakarzinoms, bei der möglicherweise nicht mehr die komplette Prostata bestrahlt oder operativ entfernt werden muss."