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Dr. Gisela Urban informiert Migrantinnen über Mammographie-Screening und Vorsorge

Von Doris Christoph

Brustkrebs entdecken und heilen

Minden (dc). Erst zuhören und schauen, dann fragen und selber fühlen: Beim Internationalen Frauengesprächskreis der Caritas am Montagabend informierte Dr. Gisela Urban vom Screeningzentrum Herford/Minden-Lübbecke über das Thema Brustkrebs.

Unter der Anleitung von Dr. Gisela Urban ertasteten die Teilnehmerinnen des Internationalen Gesprächskreises der Caritas Tumore in Brustmodellen. - © Foto: Doris Christoph
Unter der Anleitung von Dr. Gisela Urban ertasteten die Teilnehmerinnen des Internationalen Gesprächskreises der Caritas Tumore in Brustmodellen. (© Foto: Doris Christoph)

50- bis 69-Jährige werden in Deutschland regelmäßig zum Mammographie-Screening eingeladen, um die häufigste Krebserkrankung bei Frauen möglichst früh zu erkennen. Auch ein paar der rund 20 Zuhörerinnen des Internationalen Gesprächskreises hatten schon Erfahrungen bei der Vorsorgeuntersuchung gesammelt, andere zumindest davon gehört. Die Teilnehmerinnen waren zwischen 18 und 60 Jahre alt und stammten aus allen Teilen der Welt.

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Interessiert folgten sie dem Vortrag von Dr. Urban, der programmverantwortlichen Ärztin für das Mammographie-Screening in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke. Sie war von Christa Harms, Sozialarbeiterin im Caritas-Migrationsdienst, eingeladen worden.

Die Ärztin berichtete aus ihrer täglichen Arbeit, betonte die Wichtigkeit der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und der Teilnahme am Mammographie-Screening. Mit Bildern und später auch anhand eines Brustmodells mit verschieden großen Tumoren verdeutlichte sie die schwierige Suche nach den manchmal sehr kleinen Karzinomen. "Wir wollen Brustkrebs entdecken und heilen. Und wir wollen, dass die betroffenen Frauen lange leben", sagte Dr. Urban.

Die Expertin klärte auch über Risikofaktoren wie eine ungesunde Lebensweise mit Alkohol, Rauchen und Übergewicht auf. "Das Alter ist aber das größte Risiko, nur fünf Prozent der Brustkrebserkrankungen sind genetisch bedingt", meinte Dr. Urban.

"Brustkrebs ist wirklich Schicksal"
Eine der Zuhörerinnen erzählte, selber vor einiger Zeit an Brustkrebs erkrankt zu sein, obwohl sie in keine der Risikogruppen falle. Ob Stress die Ursache sein könne, verneinte Dr. Urban und fügte hinzu: "Vor Brustkrebs können Sie sich nicht schützen. Das ist wirklich Schicksal."

Betroffenheit lösten bei den Anwesenden Bilder brustamputierter Frauen aus. Die Medizinerin zeigte aber auch, wie bei einer Krebsdiagnose und einem kleinen Tumor heute möglichst brusterhaltend operiert werde. Und sie verdeutlichte noch einmal die hohe Verbreitung der Krankheit: "In dem Zeitraum, in dem wir uns unterhalten, sind bereits fünf Frauen an Brustkrebs erkrankt." Da waren seit Beginn der Veranstaltung etwa 50 Minuten vergangen.

In der anschließenden "Sprechstunde" klärte Dr. Gisela Urban einige Vorurteile auf: Die Anti-Baby-Pille spiele keine Rolle bei einer Brustkrebserkrankung und bei einer Biopsie werde Krebs nicht verstreut. Zur Entnahme einer Gewebeprobe wird hierbei mit einer Nadel in den Tumor gestochen.

Die Frauen nutzten die Möglichkeit, um auch Fragen zu anderen gynäkologischen Themen zu stellen, wie Hormonbehandlungen in den Wechseljahren oder Menstruationsbeschwerden.

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