Anzeige

Soll Mindener Gründerzeitvilla umgebaut werden?

veröffentlicht

Repräsentatives Grundstück umzäunt

Trübe Aussichten: Die alte Villa in der Marienstraße 37 ist verkauft worden. Ihre Zukunft scheint ungewiss. - © MT-Foto: Otto
Trübe Aussichten: Die alte Villa in der Marienstraße 37 ist verkauft worden. Ihre Zukunft scheint ungewiss. (© MT-Foto: Otto)

Minden (lkp). Große Sorge um die repräsentative Villa Marienstraße 37 hat der Aufbau eines Bauzauns ausgelöst. Anwohner befürchten den Abriss des nach der Entfestung Mindens in den 1870er-Jahren gebauten Hauses - umso mehr als Mitarbeiter einer Firma tätig geworden sind, auf deren Fahrzeugen die Bezeichnung "Abbruch" zu lesen ist.

Das am Ende der Gründerzeit 1875 errichtete Wohnhaus gehörte fast 100 Jahre lang den Familien Hagemeyer und Drabert. Vor einem Jahr sei es verkauft worden, berichtete Fritz Drabert am Dienstag. Dabei habe er Wert darauf gelegt, dass das Haus erhalten bleibe, obwohl mehrere Interessenten Abrissabsichten bekundet hätten.

Wie die genauen Zukunftspläne für das Haus und das Grundstück zwischen Marienstraße und Steinstraße aussehen, war gestern auch vonseiten der Stadt nicht zu erfahren. Das Haus, dessen Geschichte in den Bau- und Kunstdenkmälern beschrieben ist, stehe nicht unter Denkmalschutz, teilte Leonie Bartsch von der Pressestelle der Stadt mit.

Für die Nachwelt gesichert wurde auf jeden Fall ein historischer Kaminsturz von 1595, der ursprünglich als Türsturz an dem Weserrenaissance-Kaufmannshaus Hohnstraße 29 (heute Haus Hagemeyer) diente. Er sei beim Verkauf der Villa ausgebaut worden, obwohl der Käufer ihn gern behalten hätte, wie Fritz Drabert mitteilte. Der Sturz befindet sich seit einem Jahr mit ausführlicher Beschreibung und Erläuterung seiner Geschichte im Restaurant "Hermann´s".

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmäler_in_Minden

Copyright © Mindener Tageblatt 2014
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.