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Erster Schultag trotz geschädigten Gehörs mit Gesunden

veröffentlicht

In Michael-Ende-Schule fünf kleine Vorreiter der Inklusion eingeschult / Modellprojekt für die nächsten vier Jahre

Minden-Hahlen (lwl). Vier i-Dötze und eine Zweitklässlerin sind Vorreiter der Inklusion in Minden. Gemeinsam mit nicht behinderten Gleichaltrigen besuchen sie seit Beginn des neuen Schuljahres eine allgemeine Grundschule.

Ihre versüßende Tüte zur Einschulung fasziniert Manuel, Pietje, Hanna, Jakob und Celina viel mehr als das ganze inklusions- und schulpolitische Drumherum. Sie sind die ersten Kinder mit Hörbehinderung, die jetzt die Michael-Ende-Schule in Hahlen besuchen und dort gleich gute Unterrichtsbedingungen vorfinden wie in einer herkömmlichen Förderschule für hörgeschädigte Kinder.

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Nahe ihrem Wohnort lernen die fünf Schulstarter künftig anstatt weit entfernt an einer Förderschule in Bielefeld. Schritt für Schritt soll in den kommenden Jahren an der städtischen Grundschule weiteren hörgehandicapten Schülern diese Art Lernen ermöglicht werden. Die Zielzahl 20 peilen die Verantwortlichen an.

Sechs Partner arbeiten zusammen, um in der neuen, sogenannten IN-Klasse (IN steht für Inklusion) der Michael-Ende Schule das Modellkonzept eines jahrgangsübergreifenden Unterrichts weiterzuentwickeln: Dem Kollegium der Mindener Grundschule stehen die sonderpädagogischen Fachleute der Bielefelder Westkampschule, Förderschule des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) für Hören und Kommunikation, mit Fortbildungen, Hospitationen, Beratung und Einzelfallhilfe zur Seite.

Die Schulaufsicht von Kreis Minden-Lübbecke und Bezirksregierung Detmold sichert die Personalausstattung. Die Stadt Minden und der LWL schließlich kümmern sich um technische Unterrichtsbedingungen wie zum Beispiel die spezielle Raumakustik und Hörsprechanlagen. LWL-Schuldezernent Hans Meyer: "Die Kooperation liefert ein gutes Beispiel für die Inklusion von gehandicapten Kindern in das allgemeine Schulsystem. Dies kann nur in enger Zusammenarbeit gelingen."

Zunächst vier Jahre lang, bis zum Schuljahr 2015/16 einschließlich, gilt für das Modellprojekt eine entsprechende Kooperationsvereinbarung, die die sechs Partner kurz vor den Sommerferien geschlossen haben. Darin steht als Ziel auch, dass der nunmehr im Grundschulbereich gestartete gemeinsame Unterricht von hörbehinderten Kindern mit Gleichaltrigen ohne Handicap auch im Sekundarbereich ab Klasse fünf fortgesetzt werden soll. Die i-Dötze von heute werdens morgen dann danken.

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