Ursache für lauten Knall in Leteln gefunden - Jagdhütte gesprengt

Ilja Regier

- © Foto: Alex Lehn
(© Foto: Alex Lehn)

Minden (mt). Nicht nur in Leteln selbst, auch in Dankersen, Todtenhausen und in Ortsteilen von Porta Westfalica und Petershagen hören Anwohner laut Facebook in der Nacht von Montag auf Dienstag einen Knall. Ihre Häuser sollen sogar vibriert haben. Außerdem berichten Hundebesitzer im Umkreis, dass sich ihre Tiere nach dem Geräusch in Sicherheit gebracht hätten.

Anfangs vermutet die Polizei einen gesprengten Zigarrenautomaten als Auslöser. Im Laufe des gestrigen Tages findet sie dann die Ursache: Unbekannte haben einen Sprengsatz an einer Letelner Jagdhütte in der Fährstraße gezündet.

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Die Jagdhütte sieht von außen nur wenig beschädigt aus. Im Inneren soll die Detonation aber Spuren hinterlassen haben. Die Druckwelle zerstört eine Fensterscheibe. Zahlreiche Gegenstände, darunter Bilder und Geweihe, fallen von den Wänden, teilt die Polizei mit. Ein Verantwortlicher entdeckt bei Tageslicht die Beschädigungen und verständigt die Polizei.

Laut MT-Informationen steht die Hütte auf einem privaten Grundstück, das einem Landwirt gehört. Sie wird regelmäßig von der Jägerschaft Leteln genutzt. Michael Dey, einer der Revierpächter, will sich am Dienstag auf MT-Anfrage nicht zum Vorfall äußern.

Ein Beamter der Spurensicherung findet am Dienstagmorgen an der Hütte einige mit Rußanhaftungen versehene Metallteile, die als Reste des Sprengsatzes eingestuft werden. „Das war kein normaler Böller. Offensichtlich wurde der Sprengsatz selbst gebaut", sagt Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei. Ferner weist er darauf hin, dass der Sprengkörper eine gewisse Kraft und Druckwelle entwickelt habe.

Die Polizei Minden-Lübbecke zieht in Erwägung, die Reste für weitere Untersuchungen an das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf zu senden.

Zudem verüben die Unbekannten weitere Sachbeschädigungen an der Hütte, indem sie mit einem Vorschlaghammer ein Loch in die hölzerne Außenwand schlagen. „Das ist keine Lappalie oder nur eine umgekippte Parkbank", sagt Ralf Steinmeyer. Den Schaden kann die Polizei noch nicht beziffern.

Im Letelner Revier ist es in der Vergangenheit mehrfach zwischen einzelnen Bewohnern und Jägern zu Konflikten gekommen (das MT berichtete). Anlieger befürchten bei Treibjagden Fehlschüsse oder Querschläger. Ob die Explosion in der Jagdhütte etwas mit den Streitereien zu tun hat? Das muss die Polizei überprüfen.

Dr. Walter H. Jäcker, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Minden-Lübbecke, erklärt, dass Jäger regelmäßig angegriffen würden. „Neulich wurden zwei Hochsitze in Porta Westfalica mit einer Motorsäge zerstört. Das sind eindeutige Botschaften." Er berichtet auch von Leitersprossen, die von unten angesägt wurden. „Das ist nah dran an einem Mordversuch", so der Jurist. Nicht jeder Fall werde dabei angezeigt. „Das ist schade, weil sich das nicht in der Polizeistatistik abbildet." Jäcker verdächtigt aber keine konkrete Gruppe.

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Ursache für lauten Knall in Leteln gefunden - Jagdhütte gesprengtIlja RegierMinden (mt). Nicht nur in Leteln selbst, auch in Dankersen, Todtenhausen und in Ortsteilen von Porta Westfalica und Petershagen hören Anwohner laut Facebook in der Nacht von Montag auf Dienstag einen Knall. Ihre Häuser sollen sogar vibriert haben. Außerdem berichten Hundebesitzer im Umkreis, dass sich ihre Tiere nach dem Geräusch in Sicherheit gebracht hätten. Anfangs vermutet die Polizei einen gesprengten Zigarrenautomaten als Auslöser. Im Laufe des gestrigen Tages findet sie dann die Ursache: Unbekannte haben einen Sprengsatz an einer Letelner Jagdhütte in der Fährstraße gezündet. Die Jagdhütte sieht von außen nur wenig beschädigt aus. Im Inneren soll die Detonation aber Spuren hinterlassen haben. Die Druckwelle zerstört eine Fensterscheibe. Zahlreiche Gegenstände, darunter Bilder und Geweihe, fallen von den Wänden, teilt die Polizei mit. Ein Verantwortlicher entdeckt bei Tageslicht die Beschädigungen und verständigt die Polizei. Laut MT-Informationen steht die Hütte auf einem privaten Grundstück, das einem Landwirt gehört. Sie wird regelmäßig von der Jägerschaft Leteln genutzt. Michael Dey, einer der Revierpächter, will sich am Dienstag auf MT-Anfrage nicht zum Vorfall äußern. Ein Beamter der Spurensicherung findet am Dienstagmorgen an der Hütte einige mit Rußanhaftungen versehene Metallteile, die als Reste des Sprengsatzes eingestuft werden. „Das war kein normaler Böller. Offensichtlich wurde der Sprengsatz selbst gebaut", sagt Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei. Ferner weist er darauf hin, dass der Sprengkörper eine gewisse Kraft und Druckwelle entwickelt habe. Die Polizei Minden-Lübbecke zieht in Erwägung, die Reste für weitere Untersuchungen an das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf zu senden. Zudem verüben die Unbekannten weitere Sachbeschädigungen an der Hütte, indem sie mit einem Vorschlaghammer ein Loch in die hölzerne Außenwand schlagen. „Das ist keine Lappalie oder nur eine umgekippte Parkbank", sagt Ralf Steinmeyer. Den Schaden kann die Polizei noch nicht beziffern. Im Letelner Revier ist es in der Vergangenheit mehrfach zwischen einzelnen Bewohnern und Jägern zu Konflikten gekommen (das MT berichtete). Anlieger befürchten bei Treibjagden Fehlschüsse oder Querschläger. Ob die Explosion in der Jagdhütte etwas mit den Streitereien zu tun hat? Das muss die Polizei überprüfen. Dr. Walter H. Jäcker, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Minden-Lübbecke, erklärt, dass Jäger regelmäßig angegriffen würden. „Neulich wurden zwei Hochsitze in Porta Westfalica mit einer Motorsäge zerstört. Das sind eindeutige Botschaften." Er berichtet auch von Leitersprossen, die von unten angesägt wurden. „Das ist nah dran an einem Mordversuch", so der Jurist. Nicht jeder Fall werde dabei angezeigt. „Das ist schade, weil sich das nicht in der Polizeistatistik abbildet." Jäcker verdächtigt aber keine konkrete Gruppe.