Das Auto als Waffe - 57-Jähriger hält sich für Opfer von „Mind Control“

Nadine Conti

Minden (mt). Es ist eine dramatische und schockierende Wende im Fall um die Unfallflucht in Minden vom Donnerstagnachmittag. Offenbar hat der 57-jährige Fahrer die 53-jährige Fußgängerin mit Absicht umgefahren. Darauf deuten nicht nur seine eigene Aussage bei der Polizei, sondern auch die Unfallspuren am Fahrzeug, die mittlerweile weiter ausgewertet wurden. Demnach hat der Mann die Frau frontal mittig erfasst. „Das entspricht nicht den Unfallspuren , die sonst typischerweise bei Fußgängerunfällen auftauchen", sagt Polizeipressesprecher Ralf Steinmeyer auf MT-Anfrage.

Sein Opfer hat sich der Täter nach eigener Aussage willkürlich ausgesucht. Auch das ist ungewöhnlich. „Ich kann mich spontan an keinen ähnlichen Fall in OWL in den letzten zehn Jahren erinnern", sagt Steinmeyer.

Information
Mind Control

  • Mind Control beschreibt eine Gedanken - oder Bewusstseinskontrolle und ist in verschiedenen Verschwörungstheorien wieder zu finden.
  • Grob lässt sich Mind Control ist zwei Gruppen einteilen: indirekte Beeinflussung durch zum Beispiel Werbung oder Medien und in direkte Beeinflussung durch zum Beispiel Drogen, Implantate oder Strahlung.
  • Menschen, die sich als Opfer von Mind Control sehen, fühlen sich häufig unverstanden und in Psychiatrien falsch behandelt. Außerdem sehen sie sich in ihren Menschenrechten verletzt, da sie glauben ohne ihre Einwilligung Opfer von Experimenten zu werden.
  • Als Auftraggeber der Bewusstseinskontrolle werden Ministerien, das Militär oder Geheimdienste genannt.
  • Informationen über Mind Control findet man hauptsächlich von Betroffenen selber, wissenschaftlich ist kein derartiger Eingriff belegt. (mt/nas)

Beim gegenwärtigen Ermittlungsstand will die Polizei erst einmal keine weiteren Informationen zum Täter herausgeben. Seine Aussage, er habe sich für die „Verstrahlung seines Körpers" an der Gesellschaft rächen wollen, lässt allerdings andernorts aufhorchen. In der Szene der so genannten „Mind Control"-Opfer (siehe Infokasten) ist der Mann kein Unbekannter, von ihm finden sich mehrere – auch öffentliche - Einträge in den einschlägigen Foren. Aus ihnen geht unter anderem hervor, dass er in unmittelbarer Nähe des Tatortes wohnt, früher als Lehrer in Lübbecke gearbeitet hat und schon mehrere Psychiatrieaufenthalte ebenfalls in Lübbecke hinter sich hat.

Wie bereits berichtet, hatte die Polizei den Fahrer am frühen Freitagabend ausfindig gemacht. Er hielt sich in seinem Wohnhaus auf, sein Fahrzeug, ein VW Golf, stand in der Garage.

Das Auto passte zu der Beschreibung eines Augenzeugen, der das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit vom Unfallort hatte flüchten sehen. Auch die Unfallspuren am Fahrzeug selbst und die an der Unfallstelle gefundenen Lacksplitter deuten auf einen Zusammenhang.

Der Augenzeuge, ein Jogger, hatte sich gemeinsam mit weiteren Passanten, die mit dem Fahrrad in der Nähe der Unfallstelle unterwegs gewesen waren, um die schwer verletzte Frau gekümmert Die Straße, auf der die Frau angefahren worden war, ist eigentlich nur für Radfahrer und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge freigegeben und lag zum Tatzeitpunkt um 16.20 Uhr bereits weitgehend im Dunklen.

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Das Auto als Waffe - 57-Jähriger hält sich für Opfer von „Mind Control“Nadine ContiMinden (mt). Es ist eine dramatische und schockierende Wende im Fall um die Unfallflucht in Minden vom Donnerstagnachmittag. Offenbar hat der 57-jährige Fahrer die 53-jährige Fußgängerin mit Absicht umgefahren. Darauf deuten nicht nur seine eigene Aussage bei der Polizei, sondern auch die Unfallspuren am Fahrzeug, die mittlerweile weiter ausgewertet wurden. Demnach hat der Mann die Frau frontal mittig erfasst. „Das entspricht nicht den Unfallspuren , die sonst typischerweise bei Fußgängerunfällen auftauchen", sagt Polizeipressesprecher Ralf Steinmeyer auf MT-Anfrage. Sein Opfer hat sich der Täter nach eigener Aussage willkürlich ausgesucht. Auch das ist ungewöhnlich. „Ich kann mich spontan an keinen ähnlichen Fall in OWL in den letzten zehn Jahren erinnern", sagt Steinmeyer. Beim gegenwärtigen Ermittlungsstand will die Polizei erst einmal keine weiteren Informationen zum Täter herausgeben. Seine Aussage, er habe sich für die „Verstrahlung seines Körpers" an der Gesellschaft rächen wollen, lässt allerdings andernorts aufhorchen. In der Szene der so genannten „Mind Control"-Opfer (siehe Infokasten) ist der Mann kein Unbekannter, von ihm finden sich mehrere – auch öffentliche - Einträge in den einschlägigen Foren. Aus ihnen geht unter anderem hervor, dass er in unmittelbarer Nähe des Tatortes wohnt, früher als Lehrer in Lübbecke gearbeitet hat und schon mehrere Psychiatrieaufenthalte ebenfalls in Lübbecke hinter sich hat. Wie bereits berichtet, hatte die Polizei den Fahrer am frühen Freitagabend ausfindig gemacht. Er hielt sich in seinem Wohnhaus auf, sein Fahrzeug, ein VW Golf, stand in der Garage. Das Auto passte zu der Beschreibung eines Augenzeugen, der das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit vom Unfallort hatte flüchten sehen. Auch die Unfallspuren am Fahrzeug selbst und die an der Unfallstelle gefundenen Lacksplitter deuten auf einen Zusammenhang. Der Augenzeuge, ein Jogger, hatte sich gemeinsam mit weiteren Passanten, die mit dem Fahrrad in der Nähe der Unfallstelle unterwegs gewesen waren, um die schwer verletzte Frau gekümmert Die Straße, auf der die Frau angefahren worden war, ist eigentlich nur für Radfahrer und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge freigegeben und lag zum Tatzeitpunkt um 16.20 Uhr bereits weitgehend im Dunklen.