Vor dem Mähen werden oft die Felder abgesucht, um Rehkitze zu schützen

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Jäger und Landwirte suchen vor der Mahd Wiesen ab, um Kitze vor dem Tod zu bewahren. - © Foto: DJV
Jäger und Landwirte suchen vor der Mahd Wiesen ab, um Kitze vor dem Tod zu bewahren. (© Foto: DJV)

Minden (mt/mob). Jäger und Landwirte bemühen sich nach eigener Auskunft, beim Mähen möglichst wenig Jungtiere zu verletzen oder zu töten. Der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen wirbt dazu seit rund 15 Jahren gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer NRW für wildtierschonende Mähverfahren - „mit Erfolg“, so die eigene Einschätzung. Denn im neuen NRW-Landesnaturschutzgesetz ist das Mähen von innen nach außen zwingend vorgeschrieben, sagt Dr. Walter Jäcker, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Minden-Lübbecke.

Beim Mähen von innen nach außen wird von der Wiesenmitte kreisförmig bis zum äußeren Rand gemäht. Alternativ dazu kann von einer Feldseite zur anderen gemäht werden. Wichtig ist, dass die Wiesenbewohner möglichst lange unter Ausnutzung natürlicher Deckung in benachbarte Felder und Hecken flüchten können. „Das ist vor allem für Wiesenbrüter hilfreich“, sagt Jäcker. Doch den „Duckern“, also Jungtieren, die bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich ducken, hilft dieses Verfahren nicht. Auch Rehkitze sind in ihren ersten Lebenstagen Ducker. „Ihnen helfen wir in anderer Weise.“

So sind am Abend vor dem Mähtag von Jägern und Landwirten aufgestellte Scheuchen oder Plastiktüten Lebensretter. Ricken, wie die Reh-Mütter in der Jägersprache heißen, erkennen und misstrauen der bewussten Störung und bringen das Jungwild an einen sicheren Ort. Zusätzlich suchen am Mähtag häufig Jäger mit Hunden die Wiesen ab. Jäger betten das gefundene Jungwild dann auf große Grasbüschel und legen es an einem sicheren Platz ab.

Wer Ende Mai/Anfang Juni Rehkitze in Wald und Feld findet, sollte sie und auch anderes Jungwild auf keinen Fall anfassen. „Man lässt die Kitze am besten unberührt an ihren Lagerstätten, sonst droht ihnen der Tod“, so Jäcker. Anderenfalls werden die Muttertiere von der menschlichen Witterung abgeschreckt und nehmen ihren Nachwuchs nicht mehr an. „Selbstverständlich sollte es auch sein, dass Hundehalter jetzt ganz besonders achtgeben.“

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Vor dem Mähen werden oft die Felder abgesucht, um Rehkitze zu schützenMinden (mt/mob). Jäger und Landwirte bemühen sich nach eigener Auskunft, beim Mähen möglichst wenig Jungtiere zu verletzen oder zu töten. Der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen wirbt dazu seit rund 15 Jahren gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer NRW für wildtierschonende Mähverfahren - „mit Erfolg“, so die eigene Einschätzung. Denn im neuen NRW-Landesnaturschutzgesetz ist das Mähen von innen nach außen zwingend vorgeschrieben, sagt Dr. Walter Jäcker, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Minden-Lübbecke.Beim Mähen von innen nach außen wird von der Wiesenmitte kreisförmig bis zum äußeren Rand gemäht. Alternativ dazu kann von einer Feldseite zur anderen gemäht werden. Wichtig ist, dass die Wiesenbewohner möglichst lange unter Ausnutzung natürlicher Deckung in benachbarte Felder und Hecken flüchten können. „Das ist vor allem für Wiesenbrüter hilfreich“, sagt Jäcker. Doch den „Duckern“, also Jungtieren, die bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich ducken, hilft dieses Verfahren nicht. Auch Rehkitze sind in ihren ersten Lebenstagen Ducker. „Ihnen helfen wir in anderer Weise.“So sind am Abend vor dem Mähtag von Jägern und Landwirten aufgestellte Scheuchen oder Plastiktüten Lebensretter. Ricken, wie die Reh-Mütter in der Jägersprache heißen, erkennen und misstrauen der bewussten Störung und bringen das Jungwild an einen sicheren Ort. Zusätzlich suchen am Mähtag häufig Jäger mit Hunden die Wiesen ab. Jäger betten das gefundene Jungwild dann auf große Grasbüschel und legen es an einem sicheren Platz ab.Wer Ende Mai/Anfang Juni Rehkitze in Wald und Feld findet, sollte sie und auch anderes Jungwild auf keinen Fall anfassen. „Man lässt die Kitze am besten unberührt an ihren Lagerstätten, sonst droht ihnen der Tod“, so Jäcker. Anderenfalls werden die Muttertiere von der menschlichen Witterung abgeschreckt und nehmen ihren Nachwuchs nicht mehr an. „Selbstverständlich sollte es auch sein, dass Hundehalter jetzt ganz besonders achtgeben.“