Landrat bittet Innenminister Jäger um zusätzliche Polizisten für den Mühlenkreis

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Landrat Dr. Rald Niermann bittet NRWs Innenminister Jäger um zusätzliche Polizisten für den Mühlenkreis. Symbolfoto: dpa - © dpa
Landrat Dr. Rald Niermann bittet NRWs Innenminister Jäger um zusätzliche Polizisten für den Mühlenkreis. Symbolfoto: dpa (© dpa)

Minden (mt/nas). Dr. Ralf Niermann, Landrat und Leiter der Kreispolizeibehörde bittet NRW-Innenminister Ralf Jäger in einem Brief um die Zuweisung von zusätzlichen Polizeikräften für den Kreis Minden-Lübbecke. Das gab Niermann bei einer Personalversammlung der Kreispolizeibehörde am Donnerstag in Minden bekannt.

In dem mehrseitigen Schreiben weist der Landrat darauf hin, dass nicht nur Großstädte in NRW bei der Personalausstattung bedacht werden dürfen. „Nicht nur die Menschen in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr sorgen sich um ihre Sicherheit, gleiches gilt auch für die Bürger im ländlichen Raum“ , so Niermann. Damit nimmt der Landrat den Innenminister beim Wort, der nach den Ereignissen der Silvesternacht angekündigt hatte, durch eine verstärkte Präsenz der Polizei den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.

Zwar bewerte Niermann es als Erfolg, dass es Jäger - weit vor den Ereignissen der Silvesternacht - gelungen sei, die Einstellungszahlen bei der Polizei NRW schrittweise deutlich zu erhöhen, doch der Ruf nach „mehr Polizei“ sei auch im Mühlenkreis unüberhörbar. Daher wäre es ein Fehler, bei der Personalverteilung seitens des Ministeriums nur auf das Faktum hinzuweisen, dass es sich grundsätzlich im ländlichen Raum sicherer leben lässt als in den Ballungsräumen, so Niermann weiter. „Die Sorgen der Menschen in Puncto Sicherheit sind unabhängig vom Wohnort überall die gleichen“.

Gleichzeitig macht der Leiter der Kreispolizeibehörde den Verantwortlichen in Düsseldorf deutlich, wo die Probleme vor Ort liegen: „Bedauerlicherweise muss ich Ihnen mitteilen, dass bei der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke eine rückläufige Personalstärke zu beklagen ist. Weiterhin weist die heimische Kreispolizeibehörde neben einer Vielzahl von Überstunden auch einen sehr hohen Altersdurchschnitt auf, wodurch nicht alle Beamtinnen und Beamten uneingeschränkt im Wachdienst einsetzbar sind. Hinzu kommt die auf uns zurollende Pensionierungswelle“.

Die Summe dieser Fakten zwinge ihn als Behördenleiter zu notwendigen Anpassungen in der Ablauforganisation, wie zum Beispiel bei dem Funktionsbesetzungsplan in den Wachen und der Anzeigenaufnahmepräsenz. Niermann: „Bei einer Flächenbehörde wie dem Kreis Minden- Lübbecke ist eine dezentrale Behördenstruktur, insbesondere im Bereich der Polizeiwachen und Kommissariate, ein wichtiger Baustein für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Diese Dezentralität halte ich für herausragend wichtig und möchte sie als Kernmarke der Sicherheitsstruktur im ländlichen Raum keinesfalls aufgeben. Dafür brauche ich allerdings das notwendige Personal“.

Bei der Personalversammlung sagte Niermann auch, dass er stolz auf die gute Arbeit seiner Kollegen in schwieriger Zeit sei. „Unsere Polizistinnen und Polizisten übernehmen große Verantwortung für die Sicherheit, dafür gebühre Ihnen Respekt und Anerkennung“. Er vertraue auf richtungsweisende Entscheidungen des Ministeriums für unseren ländlichen Raum in NRW, so Niermann im Abschluss seines Briefes.

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  1. Polizeikelle

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Landrat bittet Innenminister Jäger um zusätzliche Polizisten für den MühlenkreisMinden (mt/nas). Dr. Ralf Niermann, Landrat und Leiter der Kreispolizeibehörde bittet NRW-Innenminister Ralf Jäger in einem Brief um die Zuweisung von zusätzlichen Polizeikräften für den Kreis Minden-Lübbecke. Das gab Niermann bei einer Personalversammlung der Kreispolizeibehörde am Donnerstag in Minden bekannt.In dem mehrseitigen Schreiben weist der Landrat darauf hin, dass nicht nur Großstädte in NRW bei der Personalausstattung bedacht werden dürfen. „Nicht nur die Menschen in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr sorgen sich um ihre Sicherheit, gleiches gilt auch für die Bürger im ländlichen Raum“ , so Niermann. Damit nimmt der Landrat den Innenminister beim Wort, der nach den Ereignissen der Silvesternacht angekündigt hatte, durch eine verstärkte Präsenz der Polizei den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.Zwar bewerte Niermann es als Erfolg, dass es Jäger - weit vor den Ereignissen der Silvesternacht - gelungen sei, die Einstellungszahlen bei der Polizei NRW schrittweise deutlich zu erhöhen, doch der Ruf nach „mehr Polizei“ sei auch im Mühlenkreis unüberhörbar. Daher wäre es ein Fehler, bei der Personalverteilung seitens des Ministeriums nur auf das Faktum hinzuweisen, dass es sich grundsätzlich im ländlichen Raum sicherer leben lässt als in den Ballungsräumen, so Niermann weiter. „Die Sorgen der Menschen in Puncto Sicherheit sind unabhängig vom Wohnort überall die gleichen“. Gleichzeitig macht der Leiter der Kreispolizeibehörde den Verantwortlichen in Düsseldorf deutlich, wo die Probleme vor Ort liegen: „Bedauerlicherweise muss ich Ihnen mitteilen, dass bei der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke eine rückläufige Personalstärke zu beklagen ist. Weiterhin weist die heimische Kreispolizeibehörde neben einer Vielzahl von Überstunden auch einen sehr hohen Altersdurchschnitt auf, wodurch nicht alle Beamtinnen und Beamten uneingeschränkt im Wachdienst einsetzbar sind. Hinzu kommt die auf uns zurollende Pensionierungswelle“.Die Summe dieser Fakten zwinge ihn als Behördenleiter zu notwendigen Anpassungen in der Ablauforganisation, wie zum Beispiel bei dem Funktionsbesetzungsplan in den Wachen und der Anzeigenaufnahmepräsenz. Niermann: „Bei einer Flächenbehörde wie dem Kreis Minden- Lübbecke ist eine dezentrale Behördenstruktur, insbesondere im Bereich der Polizeiwachen und Kommissariate, ein wichtiger Baustein für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Diese Dezentralität halte ich für herausragend wichtig und möchte sie als Kernmarke der Sicherheitsstruktur im ländlichen Raum keinesfalls aufgeben. Dafür brauche ich allerdings das notwendige Personal“.Bei der Personalversammlung sagte Niermann auch, dass er stolz auf die gute Arbeit seiner Kollegen in schwieriger Zeit sei. „Unsere Polizistinnen und Polizisten übernehmen große Verantwortung für die Sicherheit, dafür gebühre Ihnen Respekt und Anerkennung“. Er vertraue auf richtungsweisende Entscheidungen des Ministeriums für unseren ländlichen Raum in NRW, so Niermann im Abschluss seines Briefes.