Statistik ist in diesem Fall absolut irrelevant

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Betr.: „16-Jährige in der Pulverstraße vergewaltigt“, MT.de vom 15. Mai

Dass ein Bericht über eine schreckliche Tat in manchen Fällen schwierig zu formulieren ist, lässt sich durchaus nachvollziehen. Aber das man diesen schrecklichen Vorfall der Vergewaltigung eines 16-jährigen Mädchens mitten in der Stadt und bei Tageslicht versucht, mit einer im selben Bericht aufgeführten Kriminalstatistik in eine Schublade zu zwängen oder gar zu verharmlosen mit Sätzen wie: „Vergewaltigungen machen den kleinsten Teil dessen aus, was die Polizei unter „angezeigte Sexualdelikte“ (insgesamt 2016: 113) fasst“ oder „In den Jahren 2015 und 2016 wurden bei der Polizei beispielsweise mehr Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern angezeigt als Vergewaltigungen“. Journalismus in allen Ehren, aber das war sehr beschämend!

Das Mädchen ist in erster Linie als Opfer zu betrachten und nicht als Zahl einer Statistik. In diesem Fall ist die Statistik absolut irrelevant. Denn alleine diese Tat war schon eine zu viel. Darüber hinaus ist sie ja vermutlich in der aufgeführten Statistik noch nicht einmal enthalten.

Ich denke, dass das MT eine Lösung finden wird, um sich vor allem bei dem Mädchen und der Familie gegenüber entsprechend zu entschuldigen.

Frank Hülsmeier, Petershagen

Anm. d. Red.: Vergewaltigungen nach einem Überfall sind vergleichsweise selten. Diese Information ist zur Einordnung der Tat in diesem Kontext relevant und relativiert nicht das Leid des Opfers. In den Abwägungen der Redaktion hat der Opferschutz stets eine übergeordnete Bedeutung. Ein ausführlicher Hintergrund steht im Blog MT Intern auf mt.de.

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Statistik ist in diesem Fall absolut irrelevantBetr.: „16-Jährige in der Pulverstraße vergewaltigt“, MT.de vom 15. MaiDass ein Bericht über eine schreckliche Tat in manchen Fällen schwierig zu formulieren ist, lässt sich durchaus nachvollziehen. Aber das man diesen schrecklichen Vorfall der Vergewaltigung eines 16-jährigen Mädchens mitten in der Stadt und bei Tageslicht versucht, mit einer im selben Bericht aufgeführten Kriminalstatistik in eine Schublade zu zwängen oder gar zu verharmlosen mit Sätzen wie: „Vergewaltigungen machen den kleinsten Teil dessen aus, was die Polizei unter „angezeigte Sexualdelikte“ (insgesamt 2016: 113) fasst“ oder „In den Jahren 2015 und 2016 wurden bei der Polizei beispielsweise mehr Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern angezeigt als Vergewaltigungen“. Journalismus in allen Ehren, aber das war sehr beschämend!Das Mädchen ist in erster Linie als Opfer zu betrachten und nicht als Zahl einer Statistik. In diesem Fall ist die Statistik absolut irrelevant. Denn alleine diese Tat war schon eine zu viel. Darüber hinaus ist sie ja vermutlich in der aufgeführten Statistik noch nicht einmal enthalten.Ich denke, dass das MT eine Lösung finden wird, um sich vor allem bei dem Mädchen und der Familie gegenüber entsprechend zu entschuldigen.Frank Hülsmeier, PetershagenAnm. d. Red.: Vergewaltigungen nach einem Überfall sind vergleichsweise selten. Diese Information ist zur Einordnung der Tat in diesem Kontext relevant und relativiert nicht das Leid des Opfers. In den Abwägungen der Redaktion hat der Opferschutz stets eine übergeordnete Bedeutung. Ein ausführlicher Hintergrund steht im Blog MT Intern auf mt.de.