Den Weg nach Europa finden

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Betr.: Leserbrief „Was ist mit Deutschland los?“, MT vom 18. März

Ich bin froh sehr darüber, dass die Presse nicht die politische Eskalation und den Chauvinismus füttert [...]. Ich wünsche mir noch mehr Gelassenheit im Umgang mit unseren türkischen Freunden und Mitmenschen. Bei uns gilt die Meinungsfreiheit und die Freiheit, sie öffentlich zu äußern, unter die Menschen zu tragen. Das ist ein hohes Gut, von dem wir nicht einen Millimeter abrücken sollten. Die andere Meinung zu dulden und zu ertragen macht uns stark, sie zu verbieten, legt die Schwäche an Demokratieverständnis offen.

Ich rate dazu, etwas tiefer in die Geschichte der Osmanen zu blicken und auch die vom Laizismus geprägte kemalistische Bewegung der letzten 100 Jahre zu verstehen. Ein Land an der Schnittstelle zweier grundverschiedener stolzer Kulturen ist alleine schon deshalb weltanschaulichen Zerreisproben ausgesetzt.[...]

Es ist mehr gewonnen und mehr bewirkt, wenn wir die Türkei und ihre besonders gastfreundlichen und liebenswürdigen Menschen [...] versuchen zu verstehen und ihr helfen, den Weg nach Europa zu finden und zu ebnen, als sie bei jeder Gelegenheit öffentlich zu demütigen [...].

Hans Ulrich Gräf, Bückeburg

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Den Weg nach Europa findenBetr.: Leserbrief „Was ist mit Deutschland los?“, MT vom 18. MärzIch bin froh sehr darüber, dass die Presse nicht die politische Eskalation und den Chauvinismus füttert [...]. Ich wünsche mir noch mehr Gelassenheit im Umgang mit unseren türkischen Freunden und Mitmenschen. Bei uns gilt die Meinungsfreiheit und die Freiheit, sie öffentlich zu äußern, unter die Menschen zu tragen. Das ist ein hohes Gut, von dem wir nicht einen Millimeter abrücken sollten. Die andere Meinung zu dulden und zu ertragen macht uns stark, sie zu verbieten, legt die Schwäche an Demokratieverständnis offen.Ich rate dazu, etwas tiefer in die Geschichte der Osmanen zu blicken und auch die vom Laizismus geprägte kemalistische Bewegung der letzten 100 Jahre zu verstehen. Ein Land an der Schnittstelle zweier grundverschiedener stolzer Kulturen ist alleine schon deshalb weltanschaulichen Zerreisproben ausgesetzt.[...]Es ist mehr gewonnen und mehr bewirkt, wenn wir die Türkei und ihre besonders gastfreundlichen und liebenswürdigen Menschen [...] versuchen zu verstehen und ihr helfen, den Weg nach Europa zu finden und zu ebnen, als sie bei jeder Gelegenheit öffentlich zu demütigen [...].Hans Ulrich Gräf, Bückeburg