Thomas Röckemann - AfD - Wahlkreis 89

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Thomas Röckemann möchte für Minden und Porta Westfalica in den Landtag nach Düsseldorf. - © Foto: pr
Thomas Röckemann möchte für Minden und Porta Westfalica in den Landtag nach Düsseldorf. (© Foto: pr)

Minden (mt). Wenn Thomas Röckemann redet, wirkt es manchmal, als würde er Bildzeitungsschlagzeilen vortragen. Immer schön eine nach der anderen. Unser schönes Geld für Griechenland. Grinsen, Beifall abwarten, weiter. Bildungsexperimente auf dem Rücken unserer armen Kinder. Grinsen, Beifall abwarten, weiter. Straßen und Brücken in einem schlechteren Zustand als in den sechziger Jahren. Die Grundmelodie ist klar und er nennt sie auch: „Alles geht den Bach runter" und „Es wird immer schlimmer."

Man muss ihm aber zugutehalten: Der Vortrag ist immer mehr oder weniger der gleiche. Egal, ob er vor AfD-Anhängern spricht oder vor weniger geneigtem Publikum. „Wenn ich sage, ich stehe hier für meine Meinung und dafür lasse ich mich auch ausbuhen und beschimpfen, dann muss ich das aushalten", erklärt Röckemann. Man hat allerdings oft den Eindruck, dass ihm dieses „aushalten" nicht wirklich schwer fällt. Andere Politiker sieht man verkrampfen und erstarren, nicht so Röckemann. Der grinst.

Information
Name: Thomas Röckemann

Partei: AfD (seit 2013)

Alter: 52

Wohnort: Minden

Beruf: Rechtsanwalt

Wahlkreis: 89 (Minden, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica)

Listenplatz: 16

Die MT-Redaktion beobachtete und begleitete in den vergangen Wochen einige der heimischen Bewerber für den NRW-Landtag. Dabei konzentrierte sie sich zum einen auf die Personen mit Aussicht auf einen Einzug in das Düsseldorfer Parlament und zum anderen – wegen der aktuellen politischen Entwicklung – auch auf die Kandidaten der AfD.

Es ist allerdings dieses Grinsen, das es ein wenig schwer macht, ihm die Besorgnis ums Vaterland abzunehmen. Es geht in seinen Reden weniger um Lösungen als um das lustvolle Ausmalen des Untergangs. Und egal, auf welches politische Problem man Röckemann anspricht, die Antwort beginnt oft mit „Wir müssen zurück zu...." Als er bei der Wahlveranstaltung der IHK gefragt wird, wann die Bundesrepublik denn ihre besten Zeiten erlebt habe, nennt er sein Geburtsjahr: 1965.

Für ihn persönlich gilt das „alles wird immer schlechter" ohnehin nicht: „Ich wollte immer Polizist werden oder Soldat oder Rechtsanwalt oder Politiker. So nach und nach erfüllen sich fast alle meine Jugendträume." Den Traum vom Soldatendasein hat er begraben, weil die Erfüllung bedeutet hätte, das Jurastudium zu unterbrechen. Der Rest erfüllt sich allmählich.

Nach seiner Ausbildung als Polizist in Stukenbrock war er zwei Jahre im mittleren Dienst bei einer Einsatzhundertschaft, die - wie es heute auch noch der Fall ist - kreuz und quer durch die Republik gekarrt wird, um die Großereignisse abzusichern, die mit örtlichen Kräften nicht zu bewältigen sind. Damals, sagt er, habe er zum ersten Mal Gerichtsurteile erlebt, die gewaltbereiten Demonstranten mehr Rechte einräumten als aus polizeitaktischer Sicht klug war.

Bei einer Demo in Hamburg zum Beispiel: „Statt uns den gesamten Platz sperren zu lassen, zwang uns das Gericht, uns bis auf wenige Meter vor der Börse zurück zu ziehen, die Polizei stand geballt hinter Absperrgittern unter den Länderflaggen, die dann prompt in Brand geschossen wurden und uns auf die Köpfe segelten."

Dies ist nicht der einzige Punkt, an dem er mit dem Rechtsstaat unzufrieden ist. Fragt man ihn nach seinem Eintritt in die Politik, nennt er zwei Auslöser: „Meine Frau konnte meine Kommentare vor dem Fernseher nicht mehr aushalten." und „Die Geschichte von Daniel S. in Syke". Der 25-Jährige war totgetreten worden, obwohl er versucht hatte, zwischen zwei streitenden Gruppen von jugendlichen Disko-Besuchern zu vermitteln. Der Täter war ein in Deutschland geborener Türke. Zahlreiche rechte Gruppen nutzten den Fall zur Mobilisierung.

Obwohl Röckemann schon 2013 der AfD beigetreten ist, bevor die Partei das Flüchtlingsthema für sich entdeckte, gehört er keineswegs zu den bürgerlichen Eurorebellen oder enttäuschten Konservativen: Für ihn stand von Anfang an „das Ausländerthema" im Zentrum.

„Ich habe das schon immer gesehen, dass diese Integration, so wie sie eigentlich gewollt war, nie funktioniert hat." Der Frage nach konkreten, persönlichen Erfahrungen mit missglückter Integration weicht er aus, nennt lediglich einen weiteren, ähnlich gelagerten Prozess um eine Schlägerei vor einer Disko. Und Hilfsarbeiterkollegen bei seinen Studentenjobs, die kaum Deutsch gesprochen hätten.

Er ist felsenfest davon überzeugt, dass ausländische und deutsche Täter vor Gericht unterschiedlich behandelt werden. Ein Fall, der als Beleg dafür herhalten könnte, dass Deutsche für ähnliche Vergehen härter bestraft werden, fällt ihm allerdings nicht ein. Das müsste man vielleicht mal wissenschaftlich untersuchen, sagt er.

Es sind oft so gefühlte Ungerechtigkeiten, an denen er sich abarbeitet. Staatliches Geld lieber für die eigenen Leute auszugeben, für die, die es wirklich verdient hätten, ist eine weitere Forderung, die er regelmäßig formuliert. Auf die Frage, wer denn dazu gehört zu denen, die es verdient haben, zu den „eigenen Leuten" und wer nicht, gibt er allerdings keine präzise Antwort.

„Das muss vom Herzen kommen. Wenn ich sagen kann: Ich denke wie ein Deutscher, ich spreche die Sprache, meine Kinder werden erzogen wie alle anderen hier auch. Ich unterscheide mich nur noch in Marginalien von den anderen, dazu würde ich auch die Religion zählen. Dann ist man deutsch. Oder: man selbst vielleicht nicht, aber die Kinder fühlen dann irgendwann deutsch."

Wie ein Staat das nun wohl überprüfen sollte, geschweige denn, wie er die Auszahlung von Geldern davon abhängig machen sollte, vermag der Anwalt nicht zu sagen. Da müsste man vielleicht erst Maßgaben entwickeln, sagt er. Man könnte ja auf jeden Fall erst einmal damit aufhören, Geld nach Griechenland zu schicken und Flüchtlinge zu alimentieren, die über sichere Drittstaaten eingereist sind. Und dann sieht man weiter.

Den Doppelpass hält er jedenfalls für „fürchterlichen Murks. Der gibt auch das doppelte Wahlrecht. Das ist ungerecht. Man muss sich doch entscheiden, wo man hingehören möchte." Er habe das auch einmal mit einer deutsch-italienischen Praktikantin diskutiert: „Was ist denn, wenn hier der Bürgerkrieg ausbricht? Ja, dann gehe ich zurück nach Sizilien, hat sie gesagt. Aber ich kann doch auch nicht einfach so auswandern, wie ich lustig bin." Das ist seine Auffassung von Gerechtigkeit und gleichem Recht für alle: Wenn er keinen zweiten Pass bekommt und nicht über Erdogans Verfassungsreform abstimmen darf, dann sollen das andere auch nicht. Und ja: Er sagt tatsächlich Bürgerkrieg.

Röckemann ist auch dafür bekannt, eine eigenwillige Auslegung des AfD-Slogans „Mut zur Wahrheit" zu pflegen. Im Januar 2016 postete er das Gerücht, eine Reinigungskraft sei in der Notunterkunft in Häverstädt brutal vergewaltigt worden. Eine erfundene Geschichte, wie sich schnell herausstellte. Und zwar eine, wie sie damals in ähnlicher Form mit wechselnden Städtenamen in den sozialen Netzwerken kursierte. Röckemann sagt heute: „Das war ein Gerücht, dem ich aufgesessen bin. Das war unmittelbar nach Köln. Ich hielt das damals für plausibel."

Bei der IHK-Veranstaltung stellte er sich hin und behauptete im Brustton der Überzeugung: „70 Prozent der Flüchtlinge sind Analphabeten." Auch diese Zahl lässt sich nicht belegen, er habe sie bei einem Vortrag aufgeschnappt, aber nicht überprüft, räumt der 52-Jährige ein. Es gibt in Wirklichkeit noch keine soliden Zahlen zu diesem Thema. Die ersten wissenschaftlichen Studien dazu deuten eher in eine andere Richtung. Was ja auch logisch wäre: Krieg trifft eben breitere Bevölkerungsschichten als nur Arme.

Aber darum ging es Röckemann ja nicht. Er habe lediglich daraufhin weisen wollen, dass „wir die nicht so schnell in Arbeit kriegen wie immer behauptet wird", sagt er.

Als Anwalt ist er gleichwohl in der Lage, seine Posts so zu formulieren, dass er sich nicht angreifbar macht. In den Kommentaren darunter tobt oft der ungehemmte Hass, aber dafür, sagt Röckemann, sei er ja nicht verantwortlich. „Ich habe keine drei Praktikanten zur Verfügung, die meine Seite regelmäßig durchwühlen. Wenn ich Sachen sehe, die wirklich schlimm sind und rechtswidrig, dann verberge ich die. Aber das hat für jemanden, der auch noch einen Beruf und eine Familie hat, einfach auch Grenzen."

Dieses Porträt basiert auf den Beobachtungen bei diversen Wahlkampfveranstaltungen und einem ausführlichen Interview. Die wörtlichen Zitate wurden Thomas Röckemann zur Autorisierung vorgelegt.

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Thomas Röckemann - AfD - Wahlkreis 89Minden (mt). Wenn Thomas Röckemann redet, wirkt es manchmal, als würde er Bildzeitungsschlagzeilen vortragen. Immer schön eine nach der anderen. Unser schönes Geld für Griechenland. Grinsen, Beifall abwarten, weiter. Bildungsexperimente auf dem Rücken unserer armen Kinder. Grinsen, Beifall abwarten, weiter. Straßen und Brücken in einem schlechteren Zustand als in den sechziger Jahren. Die Grundmelodie ist klar und er nennt sie auch: „Alles geht den Bach runter" und „Es wird immer schlimmer." Man muss ihm aber zugutehalten: Der Vortrag ist immer mehr oder weniger der gleiche. Egal, ob er vor AfD-Anhängern spricht oder vor weniger geneigtem Publikum. „Wenn ich sage, ich stehe hier für meine Meinung und dafür lasse ich mich auch ausbuhen und beschimpfen, dann muss ich das aushalten", erklärt Röckemann. Man hat allerdings oft den Eindruck, dass ihm dieses „aushalten" nicht wirklich schwer fällt. Andere Politiker sieht man verkrampfen und erstarren, nicht so Röckemann. Der grinst. Es ist allerdings dieses Grinsen, das es ein wenig schwer macht, ihm die Besorgnis ums Vaterland abzunehmen. Es geht in seinen Reden weniger um Lösungen als um das lustvolle Ausmalen des Untergangs. Und egal, auf welches politische Problem man Röckemann anspricht, die Antwort beginnt oft mit „Wir müssen zurück zu...." Als er bei der Wahlveranstaltung der IHK gefragt wird, wann die Bundesrepublik denn ihre besten Zeiten erlebt habe, nennt er sein Geburtsjahr: 1965. Für ihn persönlich gilt das „alles wird immer schlechter" ohnehin nicht: „Ich wollte immer Polizist werden oder Soldat oder Rechtsanwalt oder Politiker. So nach und nach erfüllen sich fast alle meine Jugendträume." Den Traum vom Soldatendasein hat er begraben, weil die Erfüllung bedeutet hätte, das Jurastudium zu unterbrechen. Der Rest erfüllt sich allmählich. Nach seiner Ausbildung als Polizist in Stukenbrock war er zwei Jahre im mittleren Dienst bei einer Einsatzhundertschaft, die - wie es heute auch noch der Fall ist - kreuz und quer durch die Republik gekarrt wird, um die Großereignisse abzusichern, die mit örtlichen Kräften nicht zu bewältigen sind. Damals, sagt er, habe er zum ersten Mal Gerichtsurteile erlebt, die gewaltbereiten Demonstranten mehr Rechte einräumten als aus polizeitaktischer Sicht klug war. Bei einer Demo in Hamburg zum Beispiel: „Statt uns den gesamten Platz sperren zu lassen, zwang uns das Gericht, uns bis auf wenige Meter vor der Börse zurück zu ziehen, die Polizei stand geballt hinter Absperrgittern unter den Länderflaggen, die dann prompt in Brand geschossen wurden und uns auf die Köpfe segelten." Dies ist nicht der einzige Punkt, an dem er mit dem Rechtsstaat unzufrieden ist. Fragt man ihn nach seinem Eintritt in die Politik, nennt er zwei Auslöser: „Meine Frau konnte meine Kommentare vor dem Fernseher nicht mehr aushalten." und „Die Geschichte von Daniel S. in Syke". Der 25-Jährige war totgetreten worden, obwohl er versucht hatte, zwischen zwei streitenden Gruppen von jugendlichen Disko-Besuchern zu vermitteln. Der Täter war ein in Deutschland geborener Türke. Zahlreiche rechte Gruppen nutzten den Fall zur Mobilisierung. Obwohl Röckemann schon 2013 der AfD beigetreten ist, bevor die Partei das Flüchtlingsthema für sich entdeckte, gehört er keineswegs zu den bürgerlichen Eurorebellen oder enttäuschten Konservativen: Für ihn stand von Anfang an „das Ausländerthema" im Zentrum. „Ich habe das schon immer gesehen, dass diese Integration, so wie sie eigentlich gewollt war, nie funktioniert hat." Der Frage nach konkreten, persönlichen Erfahrungen mit missglückter Integration weicht er aus, nennt lediglich einen weiteren, ähnlich gelagerten Prozess um eine Schlägerei vor einer Disko. Und Hilfsarbeiterkollegen bei seinen Studentenjobs, die kaum Deutsch gesprochen hätten. Er ist felsenfest davon überzeugt, dass ausländische und deutsche Täter vor Gericht unterschiedlich behandelt werden. Ein Fall, der als Beleg dafür herhalten könnte, dass Deutsche für ähnliche Vergehen härter bestraft werden, fällt ihm allerdings nicht ein. Das müsste man vielleicht mal wissenschaftlich untersuchen, sagt er. Es sind oft so gefühlte Ungerechtigkeiten, an denen er sich abarbeitet. Staatliches Geld lieber für die eigenen Leute auszugeben, für die, die es wirklich verdient hätten, ist eine weitere Forderung, die er regelmäßig formuliert. Auf die Frage, wer denn dazu gehört zu denen, die es verdient haben, zu den „eigenen Leuten" und wer nicht, gibt er allerdings keine präzise Antwort. „Das muss vom Herzen kommen. Wenn ich sagen kann: Ich denke wie ein Deutscher, ich spreche die Sprache, meine Kinder werden erzogen wie alle anderen hier auch. Ich unterscheide mich nur noch in Marginalien von den anderen, dazu würde ich auch die Religion zählen. Dann ist man deutsch. Oder: man selbst vielleicht nicht, aber die Kinder fühlen dann irgendwann deutsch." Wie ein Staat das nun wohl überprüfen sollte, geschweige denn, wie er die Auszahlung von Geldern davon abhängig machen sollte, vermag der Anwalt nicht zu sagen. Da müsste man vielleicht erst Maßgaben entwickeln, sagt er. Man könnte ja auf jeden Fall erst einmal damit aufhören, Geld nach Griechenland zu schicken und Flüchtlinge zu alimentieren, die über sichere Drittstaaten eingereist sind. Und dann sieht man weiter. Den Doppelpass hält er jedenfalls für „fürchterlichen Murks. Der gibt auch das doppelte Wahlrecht. Das ist ungerecht. Man muss sich doch entscheiden, wo man hingehören möchte." Er habe das auch einmal mit einer deutsch-italienischen Praktikantin diskutiert: „Was ist denn, wenn hier der Bürgerkrieg ausbricht? Ja, dann gehe ich zurück nach Sizilien, hat sie gesagt. Aber ich kann doch auch nicht einfach so auswandern, wie ich lustig bin." Das ist seine Auffassung von Gerechtigkeit und gleichem Recht für alle: Wenn er keinen zweiten Pass bekommt und nicht über Erdogans Verfassungsreform abstimmen darf, dann sollen das andere auch nicht. Und ja: Er sagt tatsächlich Bürgerkrieg. Röckemann ist auch dafür bekannt, eine eigenwillige Auslegung des AfD-Slogans „Mut zur Wahrheit" zu pflegen. Im Januar 2016 postete er das Gerücht, eine Reinigungskraft sei in der Notunterkunft in Häverstädt brutal vergewaltigt worden. Eine erfundene Geschichte, wie sich schnell herausstellte. Und zwar eine, wie sie damals in ähnlicher Form mit wechselnden Städtenamen in den sozialen Netzwerken kursierte. Röckemann sagt heute: „Das war ein Gerücht, dem ich aufgesessen bin. Das war unmittelbar nach Köln. Ich hielt das damals für plausibel." Bei der IHK-Veranstaltung stellte er sich hin und behauptete im Brustton der Überzeugung: „70 Prozent der Flüchtlinge sind Analphabeten." Auch diese Zahl lässt sich nicht belegen, er habe sie bei einem Vortrag aufgeschnappt, aber nicht überprüft, räumt der 52-Jährige ein. Es gibt in Wirklichkeit noch keine soliden Zahlen zu diesem Thema. Die ersten wissenschaftlichen Studien dazu deuten eher in eine andere Richtung. Was ja auch logisch wäre: Krieg trifft eben breitere Bevölkerungsschichten als nur Arme. Aber darum ging es Röckemann ja nicht. Er habe lediglich daraufhin weisen wollen, dass „wir die nicht so schnell in Arbeit kriegen wie immer behauptet wird", sagt er. Als Anwalt ist er gleichwohl in der Lage, seine Posts so zu formulieren, dass er sich nicht angreifbar macht. In den Kommentaren darunter tobt oft der ungehemmte Hass, aber dafür, sagt Röckemann, sei er ja nicht verantwortlich. „Ich habe keine drei Praktikanten zur Verfügung, die meine Seite regelmäßig durchwühlen. Wenn ich Sachen sehe, die wirklich schlimm sind und rechtswidrig, dann verberge ich die. Aber das hat für jemanden, der auch noch einen Beruf und eine Familie hat, einfach auch Grenzen." Dieses Porträt basiert auf den Beobachtungen bei diversen Wahlkampfveranstaltungen und einem ausführlichen Interview. Die wörtlichen Zitate wurden Thomas Röckemann zur Autorisierung vorgelegt.