Biboul Darouiche und seine Band Soleil Bantu begeistern im Jazz Club Minden

Von Kerstin Rickert

Feurige Afro-Beats zu Rap-Einlagen

Minden (kr). Für einen temporeichen, musikalisch interessanten und abwechslungsreichen Abend sorgte der Musiker Biboul Darouiche mit seiner Band "Soleil Bantu" am Samstagabend im Jazz Club Minden.

Feurige Afro-Beats zu Rap-Einlagen - © KULTUR
Feurige Afro-Beats zu Rap-Einlagen (© KULTUR)

Rhythmisch feurige Afro-Beats und eingängiger Jazz, afrikanische Gesänge und Rap-Einlagen auf Französisch ergaben zusammen die spannende Mischung, die beim Publikum im gut besuchten Jazz Club Minden bestens ankam.

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Geboren in Kamerun, dann München, Kopenhagen, Paris und wieder München: Biboul Darouiche hat viele Kulturen kennen und scheinbar auch lieben gelernt. In seiner Musik vereint er sie ganz selbstverständlich zu einem stimmigen Ganzen, in dem viele Zutaten ihren wohldosierten Platz haben.

Bekannt ist Biboul Darouiche hierzulande vor allem als Percussionist in Klaus Doldinger´s Passport. Seit 1995 ist er dort festes Mitglied und das prägt. Seine Wurzeln liegen in Kamerun, wo er bis zu seinem 13. Lebensjahr lebte und durch seine Mutter, einer Bantu aus dem Süden Kameruns, mit der traditionellen Musik in Berührung kam. All dies hat in "Soleil Bantu" und der Musik des nunmehr zweiten Albums mit dem vortrefflich gewählten Titel "Message From The Trees" seinen Platz: afrikanische Musiktradition, Fusion-Jazz, Latin, Rap, Soul- und Rock-Anleihen.

Biboul Darouiche (re.), Christian Lettner und MC Olangué (li.) geben den rasanten Rhythmus vor. - © Foto: Kerstin Rickert
Biboul Darouiche (re.), Christian Lettner und MC Olangué (li.) geben den rasanten Rhythmus vor. (© Foto: Kerstin Rickert)

An Biboul Darouiches Seite gibt der ebenfalls aus Kamerun stammende MC Olangué den "Baumnachrichten" ein optisch und akustisch eindrucksvolles Gerüst. Er spielt auf der traditionellen Hohlschlitztrommel, einem ausgehöhlten und mit Schlitzen versehenen Baumstamm, der früher auch zur Übermittlung von Nachrichten eingesetzt wurde. Mit Holzstäben oder auch mit bloßen Händen gibt MC Olangué den Takt in wahnwitziger Geschwindigkeit vor, der zusammen mit Biboul Darouiches rasanter Rhythmusarbeit an den Percussions und dem komplexen Drum-Spiel seines "Passport"-Kollegen Christian Lettner immer wieder in ein schwindelerregendes Trommel-Gewitter mündet.

Michael Hornek zeigt sich als Multi-Instrumentalist
Zwischendurch bleibt im lebendigen und fröhlichen Rhythmus-Dickicht genügend Raum für ebenso überraschende wie spontane Beifallsstürme herbeirufende Solo-Einlagen aus der Riege erstklassiger Musiker, die Biboul Darouiche um sich geschart hat. Neben Martin Scales, der mit seinem Gitarrenspiel für Höhepunkte sorgt, begeistert vor allem "Passport"-Keyboarder Michael Hornek immer wieder als außergewöhnlich wandlungsfähiger Multi-Instrumentalist. Es sind besondere Momente, wenn der Österreicher mit der einen Hand ein Percussion-Instrument spielt, während seine andere Hand über die Tasten der Keyboards fegt, er dazu auch noch in afrikanischer Sprache singt und im nächsten Moment die Rhythmus-Fraktion an der Hohlschlitztrommel unterstützt.

Das Publikum jubelt und spart auch am Ende nicht mit Zugaben forderndem Beifall. Absolut verdient.

Am 9. Februar ist Frank McComb im Jazz Club Minden zu Gast. Am Freitag spielt dort die Mindener Band "Quarter Two".

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