Konzertreihe in der Wittekindsburg: Musik verbindet sich mit Geschichte

Von Ursula Koch

Verein kooperiert mit Musikhochschulen

Minden (mt). Mit den "Wegen durch das Land" wurde im vergangenen Frühjahr die Idee geboren: Nach einer Lesung mit Musik werden die Kreuzkirche und die Margarethenkapelle in diesem Sommer Schauplatz für drei Konzerte.

Kiyohiko Kudo eröffnet die Konzertreihe. - © Foto: pr
Kiyohiko Kudo eröffnet die Konzertreihe. (© Foto: pr)

2000 Jahre Geschichte werden auf dem Wittekindsberg mit den Überresten der Wallburganlage aus dem vierten Jahrhundert vor Christus, den Fundamenten der Kreuzkirche aus dem zehnten Jahrhundert und der Margarethenkapelle aus dem frühen 13. Jahrhundert sichtbar. "Das ist einzigartig für diese Region", sagt Jürgen Schünemann vom Vorstand der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen-Lippe (GeFAO).

Der Verein hat nicht nur die Mittel für den Schutzbau über den Fundamenten der Kreuzkirche gesammelt, sondern auch das Anliegen, dieses geschichtsträchtige Ensemble möglichst vielen Menschen bekannt zu machen. Und dafür lassen sie sich einiges einfallen. Themenführungen gehören dazu, aber auch ein Mittelaltermarkt ist dort schon abgehalten worden oder im vergangenen Jahr organisierte die Minden Marketing dort das Programm "Von Wilhelm zu Widukind - 1000 Jahre Geschichte zu Fuß".

Wenn der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bald die Ringterrasse am Kaiser-Wilhelm-Denkmal renoviert und dort neben einem Restaurant auch ein Infozentrum einrichtet, hofft der Verein, dass dort auch das Interesse an der benachbarten Wittekindsburg geweckt wird, sagt Hans-Helmut Preusse, ebenfalls GeFAO-Vorstandsmitglied.

Diesen Sommer sollen Konzerte für einen moderaten Publikumszustrom sorgen, denn an beiden Veranstaltungsorten stehen maximal 80 Sitzplätze zur Verfügung. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl hatte den Verein in Kontakt mit der Musikhochschule Detmold und der Hochschule für Kirchenmusik in Herford gebracht. "Die Professoren waren von der reizvollen Atmosphäre der Räume sehr angetan", berichtet Schünemann.

Der Japaner Kiyohiko Kudo eröffnet die kleine Reihe am 18. Mai am Marimbafon. Er habe den Schutzbau der Kreuzkirche gewählt, weil ihm dessen Akustik passender erschien und er sich den Gesang der Vögel als Begleitung wünsche, berichtet Schünemann. Der Absolvent der Musikhochschule Tokio bereitet sich in Detmold auf sein Konzertexamen vor. Neben modernen Kompositionen spielt er ein Werk, das Bach für Cello komponiert hat.

Die Margarethenkapelle aus dem 13. Jahrhundert ist einer der Konzertorte auf dem Wittekindsberg. - © Foto: pr
Die Margarethenkapelle aus dem 13. Jahrhundert ist einer der Konzertorte auf dem Wittekindsberg. (© Foto: pr)

Am 15. Juni treten ein Blechbläserensemble der Kirchenmusikhochschule, geleitet von Monika Hofmann, und der Organist Helmut Fleinghaus sowohl in der Kreuzkirche wie in der Margarethenkapelle auf. Sie spielen Werke von Scheidt, Haydn und anderen. In der Margarethenkapelle werden am 13. Juli die chinesische Flötistin Xin Yue und der brasilianische Gitarrist Vinícius Jacomin zu hören sein, die sich während des Studiums in Detmold zum Duo formierten.

Der Kartenvorverkauf für die Konzerte startet am Mittwoch, 30. April, in der Buchhandlung Otto, Großer Domhof 9.

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Konzertreihe in der Wittekindsburg: Musik verbindet sich mit GeschichteVerein kooperiert mit MusikhochschulenVon Ursula KochMinden (mt). Mit den "Wegen durch das Land" wurde im vergangenen Frühjahr die Idee geboren: Nach einer Lesung mit Musik werden die Kreuzkirche und die Margarethenkapelle in diesem Sommer Schauplatz für drei Konzerte.2000 Jahre Geschichte werden auf dem Wittekindsberg mit den Überresten der Wallburganlage aus dem vierten Jahrhundert vor Christus, den Fundamenten der Kreuzkirche aus dem zehnten Jahrhundert und der Margarethenkapelle aus dem frühen 13. Jahrhundert sichtbar. "Das ist einzigartig für diese Region", sagt Jürgen Schünemann vom Vorstand der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen-Lippe (GeFAO).Der Verein hat nicht nur die Mittel für den Schutzbau über den Fundamenten der Kreuzkirche gesammelt, sondern auch das Anliegen, dieses geschichtsträchtige Ensemble möglichst vielen Menschen bekannt zu machen. Und dafür lassen sie sich einiges einfallen. Themenführungen gehören dazu, aber auch ein Mittelaltermarkt ist dort schon abgehalten worden oder im vergangenen Jahr organisierte die Minden Marketing dort das Programm "Von Wilhelm zu Widukind - 1000 Jahre Geschichte zu Fuß".Wenn der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bald die Ringterrasse am Kaiser-Wilhelm-Denkmal renoviert und dort neben einem Restaurant auch ein Infozentrum einrichtet, hofft der Verein, dass dort auch das Interesse an der benachbarten Wittekindsburg geweckt wird, sagt Hans-Helmut Preusse, ebenfalls GeFAO-Vorstandsmitglied.Diesen Sommer sollen Konzerte für einen moderaten Publikumszustrom sorgen, denn an beiden Veranstaltungsorten stehen maximal 80 Sitzplätze zur Verfügung. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl hatte den Verein in Kontakt mit der Musikhochschule Detmold und der Hochschule für Kirchenmusik in Herford gebracht. "Die Professoren waren von der reizvollen Atmosphäre der Räume sehr angetan", berichtet Schünemann.Der Japaner Kiyohiko Kudo eröffnet die kleine Reihe am 18. Mai am Marimbafon. Er habe den Schutzbau der Kreuzkirche gewählt, weil ihm dessen Akustik passender erschien und er sich den Gesang der Vögel als Begleitung wünsche, berichtet Schünemann. Der Absolvent der Musikhochschule Tokio bereitet sich in Detmold auf sein Konzertexamen vor. Neben modernen Kompositionen spielt er ein Werk, das Bach für Cello komponiert hat.Am 15. Juni treten ein Blechbläserensemble der Kirchenmusikhochschule, geleitet von Monika Hofmann, und der Organist Helmut Fleinghaus sowohl in der Kreuzkirche wie in der Margarethenkapelle auf. Sie spielen Werke von Scheidt, Haydn und anderen. In der Margarethenkapelle werden am 13. Juli die chinesische Flötistin Xin Yue und der brasilianische Gitarrist Vinícius Jacomin zu hören sein, die sich während des Studiums in Detmold zum Duo formierten. Der Kartenvorverkauf für die Konzerte startet am Mittwoch, 30. April, in der Buchhandlung Otto, Großer Domhof 9.