Mihai Tudor
Mihai Tudor
Ich bin sozusagen der Chef-Staplerfahrer beim Circus Flic Flac. Meine Aufgabe besteht unter anderem darin, die einzelnen Elemente des Zelts miteinander zu verbinden. Das klingt einfach, erfordert aber eine Menge Präzision.
In der Zirkusbranche geht es oft hoch hinaus und allein das Hauptzelt misst 1300 Quadratmeter und eine Höhe von 21 Metern. Mein Stapler lässt sich maximal zwölf Meter weit ausfahren, sodass ich mit ihm beim Zeltaufbau alle Bereiche erreichen kann. Damit die Zelte selbst orkanartigen Böen standhalten, treiben Presslufthämmer bei den Aufbauarbeiten knapp 500 Erdanker in den Boden.
Meine Arbeit macht mir viel Spaß und hier läuft eine tolle Teamarbeit. Der Durchmesser des Hauptzeltes beträgt übrigens 42 Meter und es besteht aus rund 3.500 Quadratmeter PVC-Planen. Zwei Rundbögen schultern das Gewicht des Zeltes. Diese Rundbögen werden übrigens mit einem Motor ausgefahren.
Uwe Struck
Uwe Struck

Ich arbeite seit mittlerweile sechs Jahren beim Circus Flic Flac und bin in der Position des Geschäftsführers. Ich bin einer der ersten, die am Gastpielort eintreffen. Das ist meist an einem Donnerstag der Fall – und dann messe ich zunächst den Platz aus. In Minden sind wir immer sehr gerne, denn in der Stadt sind wir inzwischen sehr bekannt. Deshalb starten wir auf Kanzlers Weide auch wieder sehr gerne mit unserem neuen Programm.
Flic Flac ist 1989 in Borken gegründet worden und beschäftigt knapp 100 Mitarbeiter – davon aktuell knapp 35 Artisten aus derzeit neun Nationen. Weiterhin gehören Bühnen-, Sound- und Lichtanlagentechniker sowie Projektleitung und Büro gehören zur Crew. Sie wohnen, schlafen und entspannen sich in Wohnwagen, Wohnmobilen oder in knallgelben Einzelcontainern, die wie kleine Raumwunder sind. Wenn es auf Tour geht, wird das Material in 46 Aufliegern verpackt und mit insgesamt zwölf Zugmaschinen transportiert.
Mariusz Popescu
Mariusz Popescu

Ich bin der Verantwortliche für den Zeltaufbau. Und ich leite das knapp 40 Personen starke Team, das die drei schwarz-gelben Bauten auf Kanzlers Weide errichtet hat. Jeder Handgriff sitzt und wir sind sehr gut aufeinander eingespielt.
Wir bauen die Kuppel, die Bühne oder die Außenwände auf. Und wir versetzen unseren Gastspielort in den Zustand, dass die Artisten eine optimale Umgebung für die Darbietungen ihrer Nummern bekommen und die Zuschauer gute Plätze haben. Außerdem sind wir dafür zuständig, die jeweiligen Böden zu verlegen oder die Sitzreihen aufzubauen. Mehr als 1.400 Personen finden im Hauptzelt Platz und auch die Einrichtung des Gastronomiezeltes sowie des Backstagebereichs liegt in unseren Händen. Auf Kanzlers Weide hatten wir mit den schlechten Witterungsbedingungen zu kämpfen, die den Aufbau am vergangenen Wochenende um mehr als 24 Stunden verzögerten. Der Regen ist allerdings nicht das größte Problem. Viel schlimmer ist der Sturm.
Gabriel Adamesku
Gabriel Adamesku

Ich arbeite schon seit mehr als zehn Jahren in der Zeltbranche. Für den Zirkus FlicFlac war ich bereits öfters im Einsatz, es macht hier immer extrem viel Spaß. Wir haben unter den Arbeitern, auch mit den Festangestellten, einen guten Zusammenhalt. Hier in Minden bin ich unter anderem dafür zuständig, dass die einzelnen Zeltelemente des Hauptzelts miteinander verknüpft werden.
Dafür klettere ich bis nach ganz oben hinauf. Am Anfang hatte ich sicherlich ein paar Bedenken, aber inzwischen ist das gar kein Problem mehr. Es ist Routine und auch andere Arbeitskollegen müssen den Job mal erledigen.
Auf den ersten Blick sieht es natürlich ganz schön gefährlich aus, wenn ich da hoch marschiere. Aber wir sind gut gesichert, ich mache mir gar keine Gedanken darüber, dass etwas passieren könnte. Die Arbeit ist hart, aber macht mir viel Spaß. Wenn es nicht so viel regnen und stürmen würde, dann wären wir auch schneller fertig geworden.
Larissa Medved-Kastein
Larissa Medved-Kastein

Es ist ja alles neu – vom Aufbau der Technik, über die Artisten und dem Ablauf. So neu, dass wir das noch nicht kennen. Natürlich haben wir über die letzten Jahren alles gesammelt und vorbereitet. Aber hier in Minden wird es tatsächlich zum ersten mal zusammengefügt.
Die Artisten lernen sich hier in Minden kennen, bekommen die Lichteinstellungen, ihre Kostüme – eben allles was zur Show dazugehört. Deswegen reisen auch die Artisten schon ab dem 18. März nach und nach an. Zuerst die großen Nummern, dann die kleineren.
Ab dem 25. März starten die Durchlaufproben, so dass die ganzen Puzzleteile hoffentlich sehr gut zusammenkommen. Ich bin zusammen mit meiner Schwester Tatjana Chefin von FlicFlac und zuständig für die Künstler, die wir unter Vertrag nehmen. Wir haben Acts, auf die wir schon sehr lange warten. Zum Beispiel einen Comedian oder chinesische Reifenspringer, die den goldenen Clown in Monte Carlo gewonnen haben. Das ist der Oscar der Zirkuswelt.
Mohamed Bentaleb
Mohamed Bentaleb

Die Vorstellungen des Circus Flic Flac bestechen durch spektakuläre Effekte, die wir erst möglich machen. Denn ohne Strom läuft nichts. Seit fast 23 Jahre arbeite in dem Zirkusunternehmen und habe die Position des Technischen Leiters. Ich bin somit dafür verantwortlich, dass die Lichter leuchten und entsprechend positioniert sind.
Ich sorge auch für die Requisiten. Schwerpunkte der technischen Arbeiten nehmen unter anderem der Anschluss an die Stromversorgung sowie das Verlegen der Leitungen ein. Viel Zeit investieren wir für die Installationen in der Zirkuskuppel, die später in 18 Meter Höhe gezogen wird.
Das Leben in der Zirkusbranche ist etwas besonderes. Flic Flac ähnelt einer kleinen Stadt – mit Anschlüssen an die Straßen sowie an Zu- und Abwasserleitungen. Es ist wie eine Siedlung, die innerhalb von drei Tagen ab- und wieder aufgebaut wird. Es ist eine Logistik, die eine Menge Kompetenz, Präzision und Planung erfordert.